Samstag, 7. Dezember 2019
Editor's Choice„Hart an der Grenze des Stemmbaren“

Endlich Einigung bei Handels-KV

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 22.11.2019 | |  
Der Handels-KV-Verhandlungsmarathon hat ein Ende gefunden. Für die Angestellten im Handel gibt es ab Jänner 2020 eine Gehaltserhöhung von mindestens 2,2%. (Bild: Tim Reckmann/ pixelio.de) Der Handels-KV-Verhandlungsmarathon hat ein Ende gefunden. Für die Angestellten im Handel gibt es ab Jänner 2020 eine Gehaltserhöhung von mindestens 2,2%. (Bild: Tim Reckmann/ pixelio.de) Es war ein Verhandlungsmarathon, bei dem der Ton zwischendurch auch etwas rauer wurde, so rau, dass sogar mit Abbruch der Gespräche gedroht wurde. Doch dann ging es relativ schnell und nun gibt es endlich eine Einigung bei den Handelskollektivverträgen.

Nach mehrwöchigen Gesprächen wurde bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die mehr als 400.000 Angestellten und 15.000 Lehrlinge im Handel eine Einigung erreicht. Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter vereinbarten eine Gehaltserhöhung von 2,2% (für höhere Gehälter) bis 2,5% (für Einstiegsgehälter). Dieser neue Handels-KV gilt ab Jänner 2020.

Rainer Will, Geschäftsführer des österreichischen Handelsverbandes erläutert: „Der durchschnittliche Tarif von 2,35% liegt für einige Händler hart an der Grenze des Stemmbaren, die zusätzlichen rahmenrechtlichen Vereinbarungen erhöhen die Komplexität in der Administration. Daher muss ab jetzt der volle Fokus auf der Vereinfachung der Zuschläge liegen.“

Auch wenn es sich nur um geringe rahmenrechtliche Änderungen handle, seien viele Handelsbetriebe bereits jetzt mit dem Wulst an Bürokratie überfordert. „Begrüßenswert ist der Umstand, dass auf sachlicher Ebene diskutiert wurde und Lehrlinge sowie auszubildende Fachkräfte durch finanzielle Anreiche verstärkt an die Handelsbranche gebunden wurden“, kommentiert Handelsverband-Präsident Stephan Mayer-Heinisch. Will ergänzt: „Wir danken den Verhandlern für ihr Engagement. Nun gilt es gemeinsam den konjunkturellen Gewitterwolken entgegenzutreten und den Fokus auf das Wesentliche zu legen: Die beschäftigungsintensive Branche zu stärken, um gemeinsam volkswirtschaftliche Effekte zu erzielen.“

Timeline

18.Oktober: Schon im Vorfeld schlugen die Handels-KV-Verhandlungen hohe Wellen.

23.Oktober: Der Auftakt war dann schwierig – die Forderungen und Vorstellungen der Arbeitnehmervertreter und der Arbeitgeberseite prallten aufeinander.

11.November: Es kam zu großen Spannungen, harte Vorwürfe standen im Raum.

13.November: Die beiden Verhandlungsparteien rissen sich dann aber doch zusammen und es entstand erstmals ein konstruktives Klima.

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