Sonntag, 5. Juli 2020
85% der Österreicher kaufen bei Amazon, rund die Hälfte hat Prime-Abo

Handelsverband Onlineshopping-Studie

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 27.02.2020 | |  
Eine österreichweite Umfrage des österreichischen Handelsverbandes zeigt: „85% der Österreicher haben 2019 bei Amazon eingekauft, jeder Fünfte bei Wish. Die große Mehrheitspricht sich für die 2-Faktor-Authentifizierung im eCommerce aus.“ Eine österreichweite Umfrage des österreichischen Handelsverbandes zeigt: „85% der Österreicher haben 2019 bei Amazon eingekauft, jeder Fünfte bei Wish. Die große Mehrheitspricht sich für die 2-Faktor-Authentifizierung im eCommerce aus.“ Selbst die größten Amazon-Kritiker müssen eingestehen: der Onlineriese macht aus Kundensicht alles richtig, vor allem aus Amazon Prime Kundensicht. Kein Wunder also, dass scheinbar bereits die Hälfte der Österreicher über ein Amazon Prime-Abo verfügt, wie eine bundesweite Onlineshopping-Studie des österreichischen Handelsverbandes ua. zeigt.

Das Querbeet-Nutzen von On- und Offline-Shopping ist in Österreich längst gelebte Realität. Doch was denken die Österreicher über den heimischen Handel und internationale eCommerce-Marktplätze wie Amazon oder Alibaba? Was halten sie von Voice Commerce oder der neuen EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2)? Der Handelsverband und Mindtake Research haben bei mehr als 1.000 Konsumenten nachgefragt.

Die Ergebnisse zeigen: Was Onlineshopping betrifft, hat der weltgrößte Onlinehändler Amazon auch in Österreich die Nase vorne – und zwar mit großem Abstand. 85% der heimischen Konsumenten haben im Vorjahr auf dem Amazon Marketplace eingekauft, Rang 2 belegt Zalando mit 24% vor dem kalifornischen Billiganbieter Wish mit beachtlichen 21%. Auf den Plätzen folgen Ebay (18%), Otto (12%), das chinesische AliExpress von Alibaba (9%) sowie die österreichische Plattform Shöpping (5%).

Wie Handelsverband und Mindtake Research weiter erhoben haben, besitzen bereits 46% der österreichischen Haushalte ein Amazon Prime-Abo haben. Weitere 8% planen noch heuer eine solche Mitgliedschaft abzuschließen.

„Der eCommerce entwickelt sich zu einem Spielfeld, das große Gewinner außerhalb unserer Volkswirtschaft kürt. 85% haben im letzten Jahr beim Platzhirsch gekauft und bereits die Hälfte der österreichischen Haushalte hat ein Amazon Prime Kaufabo, wodurch diese Konsumenten für den Mitbewerb im eCommerce kaum noch erreichbar sind. Der Trend setzt sich auch heuer fort. Daher bietet der Handelsverband KMU-Händlern unbürokratische Unterstützung, um die digitalen Chancen besser zu nutzen“ sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Es gibt in Österreich einige Initiativen, die heimische Webshops unterstützen. Der Handelsverband bietet etwa mit KMU RETAIL exklusiv für kleine und mittelständische Handelsunternehmen eine kostenfreie und flexible Mitgliedschaft an, um den Knowhow-Transfer im digitalen Handel zu verbessern und leicht zugänglich zu machen. „Mittlerweile ist KMU RETAIL die größte Händler-Community in Österreich“, sagt Will und: „Das praxisnahe Ökosystem agiert ohne Förderungen und auf freiwilliger Basis.“

„Voice Commerce wartet auf den Durchbruch im Retail“

Auf sich warten lasse laut Will hingegen der seit Jahren angekündigte Siegeszug von Voice Commerce im Einzelhandel. „Während 450.000 Österreicher ihre höchstpersönlichen Daten durch die smarten Assistenten im eigenen Wohnzimmer preisgeben, reichern sich die Datenspeicher über das Konsumentenverhalten vor dem Kauf an. Tatsächlich kaufen weniger als 2% der heimischen Verbraucher regelmäßig über Alexa und Co ein, knappe 3% nur gelegentlich. Acht von zehn Österreichern haben aber auch auf absehbare Zeit nicht vor, sich überhaupt einen smarten Lautsprecher zuzulegen. Damit ist Voice Commerce im Retail aktuell mehr Hype als Realität.Wesentlich stärker verbreitet seien hierzulande AdBlocker:43% der Österreicher haben diese Werbefilter auf ihrem PC oder Laptop installiert und bereiten damit der Werbewirtschaft Kopfzerbrechen“, berichtet Will.

Social Media als Inspirationsquelle

Handelsverband und Mindtake Research bane zudem erhoben, welche Social Media Plattformen die Österreicher am häufigsten zu einem Produktkauf verleiten. Hier haben die altbekannten Platzhirsche die Nase vorn. Die Top 5 sind laut Handelsverband:

  1. Facebook (17%)
  2. YouTube (11%)
  3. Instagram (8%)
  4. WhatsApp (7%)
  5. Pinterest (4%)

Was denken die Österreicher über die 2-Faktor-Authentifizierung?

Abgefragt wurde auch, wie es mit der neuen EU-Zahlungsdiensterichtlinie aussieht. Überraschenderweise finden drei Viertel der Befragten die darin vorgesehene 2-Faktor-Authentifizierung (= den Identitätsnachweis mittels Kombination zweier unterschiedlicher Komponenten) für Webshops positiv, weil dadurch die Sicherheit beim Onlineshopping erhöht wird. Lediglich 25% befürchten einen komplizierteren Bestellvorgang.

„Mehr Sicherheit durch eCommerce-Gütezeichen“

Mehr als zwei Drittel der Österreicher (67%) achten beim Einkauf im Internet auf entsprechende eCommerce-Gütesiegel, wie der Handelsverband berichtet. Rund die Hälfte der Verbraucher kenne auch zumindest ein Gütezeichen namentlich – etwa das „Österreichische E-Commerce-Gütezeichen“ oder „Trustmark Austria“.

Will dazu: „Die Studie zeigt deutlich, dass eCommerce-Gütezeichen ein sehr effektives Werkzeug sind, um das Vertrauen der Konsumenten in den Onlinehandel zu stärken. Das Trustmark Austria des Handelsverbands steht für Sicherheit und stellt für Konsumenten eine wichtige Orientierungshilfe dar, um auf einen Blick vertrauenswürdige Anbieter erkennen zu können. Gerade auch beim grenzüberschreitenden Onlineshopping kommt dem eine entscheidende Rolle zu.“

Abschließend gibt der Handelsverband GF noch einen Tipp: „Österreichische Webshops, die das Trustmark Austria Gütezeichen erhalten, dürfen gleichzeitig das europaweit bekannte Gütezeichen ‚Ecommerce Europe Trustmark‘ tragen, das für sicheres grenzüberschreitendes Onlineshopping in Europa steht.“

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