Mittwoch, 27. Januar 2021
Handelsverband: „Die harten Lockdowns verlieren ihre Wirkung immer mehr“

Kein „Corona-Reintesten“ im Handel

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 11.01.2021 | |  
Der österreichische Handel bleibt aufgrund kurzer Aufenthaltsdauer & funktionierender Hygienemaßnamen vom „Corona-Reintesten Der österreichische Handel bleibt aufgrund kurzer Aufenthaltsdauer & funktionierender Hygienemaßnamen vom „Corona-Reintesten" ausgenommen. Der Handelsverband begrüßt diese Einigung. (Bild: Alexander Hauk/ alexander-hauk.de/ pixelio.de) Die Bundesregierung scheint sich am Wochenende auf eine Corona-Teststrategie geeinigt zu haben. Künftig soll ein negativer Test die Voraussetzung für den Besuch von Events, Hotels oder Krankenhäusern sein. Der Handel und auch die Gastronomie werden von der Regelung aber ausgenommen sein. Der Handelsverband – der sich dafür eingesetzt hat - begrüßt diese Strategie.

„Wir begrüßen die Strategie, künftig das Betreten von Kultureinrichtungen, Hotels und Krankenhäusern nur mehr mit einem gültigen, negativen Corona-Test zu erlauben. Der Handelsverband hat sich bekanntlich als einzige Organisation von Anfang an auch öffentlich dafür eingesetzt, den Handel aufgrund der losen Kundenanbahnung und der relativ kurzen Aufenthaltsdauer von durchschnittlich 13 Minuten auszunehmen“, sagt Handelsverband GF Rainer Will, laut dem sich der Verband „bis zuletzt in den Gesprächen mit der obersten Ebene der Bundesregierung stark gemacht“ habe. Nun hofft Rainer Will, dass diese Regelung rasch in einem Gesetzesentwurf mündet, der auch in der Praxis gut anwendbar ist.

Wie Rainer Will sagt, zeige sich mittlerweile, dass die harten Lockdowns ihre Wirkung immer mehr verlieren. Daher müsse das Motto für 2021 lauten: „Mit dem Coronavirus leben und wirtschaften.“ Nur so lassen sich Milliardenschäden der Wirtschaft nachhaltig vermeiden und hunderttausende Arbeitsplätze sichern, wie der Handelsverband GF meint. „Neben der körperlichen Gesundheit müssen wir auch auf die physische Gesundheit achten und dazu zählt die Arbeitsplatzsicherheit.“

Corona-Hilfen rasch auszahlen

Damit ein nachhaltiges Wirtschaften trotz Coronavirus ermöglicht werde und existenzielle Kollateralschäden eingedämmt werden, sei es entscheidend, dass die Hilfen rasch und unbürokratisch ankommen, betont Rainer Will wiederholt: „Die wirtschaftliche Problematik der Corona-Krise spitzt sich Tag für Tag weiter zu, unzählige Unternehmen kämpfen mit Liquiditätsengpässen. Sie brauchen rasche und höhere Hilfen sowie Planungssicherheit in steuerlicher, finanzieller und bilanzieller Hinsicht. Der Umsatzersatz hat sich bereits im zweiten Lockdown bewährt und war das einzige Instrument, das rasch an die betroffenen Firmen ausbezahlt werden konnte. Allerdings muss jetzt die 800.000 Euro Deckelung fallen und der Umsatzersatz auch für den gesamten dritten Lockdown ausbezahlt werden und damit für die Dauer der behördlichen Schließung.“

Überdies fordert der Handelsverband ebenfalls wiederholt eine unbürokratische, gleichwertige Unterstützung für alle indirekt vom Lockdown betroffenen Unternehmen. „Die Bundesregierung hat inzwischen zugesichert, diesen logischen Schritt zu setzen und einen fairen Umsatzersatz für indirekt betroffene Betriebe auszuzahlen. Hierfür muss die Untergrenze als Auszahlungsbedingung zumindest von 40% auf 30% Umsatzausfall gesenkt werden. Es muss auch hinterfragt werden, warum all jene hunderttausende Firmen, die weniger als 30% coronabedingten Verlust hinnehmen müssen, um derart viele Hilfen umfallen. Den auch Verluste dieser Dimension summieren sich zu einem gravierenden Ausmaß“, sagt Rainer Will abschließend.

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