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Freitag, 19. April 2024
Geizhals-Studie

Mehr Umsatz durch den Preisvergleich

Hintergrund | Die Redaktion | 30.11.2011 | |  Archiv
Claudia Klausegger von der WU Wien und Vera Pesata von Geizhals präsentierten heute Mittwoch die neue Händler-Studie. Claudia Klausegger von der WU Wien und Vera Pesata von Geizhals präsentierten heute Mittwoch die neue Händler-Studie.

Heute wurde die Studie von Ass. Prof. Dr. Claudia Klausegger (WU Wien) und Mag. Vera Pesata, Sprecherin Geizhals.at, in Wien vor Journalisten präsentiert. Dabei wurden sowohl Trendvergleiche zu der Erhebung von vor vier Jahren gezogen als auch Aussagen zur aktuellen Stimmungslage unter den österreichischen Geizhals-Händlern getroffen. Rund 61% der Händler geben dabei an, durch Geizhals sowohl den Umsatz als auch den Gewinn gesteigert zu haben.

Die durchschnittliche Umsatzsteigerung lag bei rund 33 %, 2007 waren es rund 31%. Die durchschnittliche Gewinnsteigerung ging mit rund 17 % in diesem Jahr gegenüber knapp 19 % vier Jahre zuvor etwas zurück. Die Neukundengewinnung wird weiterhin als wichtigster Grund für die Präsenz auf Geizhals.at genannt. Ebenso gleich geblieben sind die weiteren Topnennungen mit „Zielsichere Ansprache“, „Breite Kundenschicht“ und „Ergänzung zu Marketingaktivitäten“.

Mit einer Note von 1,43 nimmt der Online-Shop weiterhin den höchsten Stellenwert bei den Vertriebsaktivitäten der Geizhals-Händler ein, gefolgt vom persönlichen Kontakt zu den Kunden (Note 1,52). Die „Präsenz auf Geizhals“ (Note 2,19) bleibt die drittwichtigste Werbemaßnahme.

Trend zum Hybrid-Geschäft

Verstärkt hat sich dagegen der Trend zur Kombination aus Online- und Abholshop bzw. Ladengeschäft. Rund 60% nennen dies als ein absolutes Muss, 2007 waren es rund 52%. Besonders wichtig wird die Kombination aus Onlineshop und Ladenlokal in den östlichen Bundesländern Wien, Niederösterreich und dem Burgenland erachtet. Hier halten sogar rund 74% der Befragten die Kombination aus Online- und Abholshop für ein Muss. Dies ergibt sich laut Klausegger wohl vor allem aufgrund der Dominanz der Bundeshauptstadt, da hier die Bewohner kurze Wege zum Händler gewohnter sind als im Westen.

Neue Themen: Industrie, Social Media, Stimmungslage

Aufgrund von Erfahrungswerten wurden 2011 auch neue Themenfelder abgefragt und dabei die Bedeutung von Social Media im Online-Handel, die Stimmungslage in der Branche und die Rolle der Industrie erhoben.

Rund 47% der Befragten gaben dabei an, in den vergangenen sechs Monaten eine Einflussnahme der Industrie auf die Preisgestaltung verspürt zu haben. Davon geben 79%  eine mögliche Lieferverzögerung bei Artikeln, 74% eine mögliche Liefersperre von Artikeln und 51% die Verschlechterung der Einkaufskonditionen als wahrgenommene Einflussnahme an. Was bei der Pressekonferenz von den Tageszeitungsjournalisten als Skandal gewertet wurde, ergibt sich vor allem aus den selektiven Vertriebskonzepten der Industrie, die 2011 gegriffen haben.

Rund 48% führten bei der Frage nach der wahrgenommenen Einflussnahme den möglichen Entzug der Herstellerbilderlaubnis für die Bewerbung von Produkten im eigenen Online-Shop an. Dem gegenüber wurde von den befragten Händlern die Veröffentlichung von Produktbildern mit der Durchschnittsnote 1,45 bewertet und damit als ein wesentlicher Erfolgsfaktor für einen Online-Shop genannt.

Die Rolle von Social Media wird derzeit von 50% der Händler als wichtig eingestuft. Als Gründe für die Präsenz auf einer oder mehrerer dieser Plattformen werden die Möglichkeit, Informationen zu Produkten zu veröffentlichen, die Schaffung eines innovativen Images und die Kundenbindung genannt.

Was die aktuelle Stimmungslage betrifft, so wird sie von rund 42% der Studienteilnehmer als gut bezeichnet. Rund 37% beurteilen sie dagegen eher als mittelmäßig und ca. 21% als schlecht, was auf eine zunehmende Verunsicherung hinweist. Als Gründe dafür werden Marktsättigung, die aktuelle wirtschaftliche Lage rund um den Euro und eine zurückgehende Kaufkraft genannt.

Gegenstrategie: Einkaufsquelle Ausland

Als Gegenmaßnahmen planen die Händler für das kommende Jahr bessere Einkaufskonditionen zu verhandeln, neue Geschäftsfelder zu erschließen und neue Einkaufsquellen beispielsweise im Ausland zu suchen.

Trendcheck 2007 bis 2011

Die in der Studie 2007 von den Geizhals-Händlern genannten Toptrends haben sich überwiegend als richtig erwiesen. So hat sich der Trend zum kombinierten Kauf (online informieren, vor Ort abholen) ebenso bestätigt wie die Notwendigkeit eines Ladengeschäftes als Erfolgsfaktor. Weiters haben sich die wachsende Bedeutung des Internets und damit einhergehend das Vorhandenseins eines Onlineshops und die Präsenz auf einer stark frequentierten Plattform als richtige Vorhersage erwiesen.

Als wichtigste Zukunftstrends sehen die österreichischen Geizhals-Händler einen weiterhin steigenden Anteil der Onlinekäufe und in dem Zusammenhang die Kombination aus Online-Shop und Geschäftslokal als zentralen Erfolgsfaktor. Ebenfalls wachsende Bedeutung wird der raschen Verfügbarkeit der Ware und der Nachvollziehbarkeit des Anlieferungsstatus mittels „tracking link“ (transparenter Weg vom Warenlager zum Konsumenten) beigemessen. Mobile Shopping – Preisvergleich und Einkauf über Smartphone – wurde als weiterer Zukunftstrend genannt.

Diese Umfrage hat das Institut für Marketing-Management der Wirtschaftsuniversität Wien unter den in Österreich auf der Preisvergleichsplattform gelisteten Fachhändlern durchgeführt hat. An der Online-Befragung haben 89 von den 503 österreichischen Geizhals-Händlern teilgenommen.

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