Mittwoch, 23. September 2020
Hot!VKI Preisvergleich - Gespräch glättet die Wogen

Wolfgang Krejcik auf Info-Tour im VKI

Hintergrund | Dominik Schebach | 19.12.2011 | |  
Obmann Wolfgang Krejcik auf Info-Tour beim VKI. Obmann Wolfgang Krejcik auf Info-Tour beim VKI.

Nach dem jüngsten Preisvergleich des VKI zwischen Deutschland und Österreich zu Elektrogeräten schlugen zwischen dem Verein für Konsumenteninformation und dem Bundesgremium die Wogen hoch. Heute ist es zu einer Aussprache zwischen Bundesgremialobmann Wolfgang Krejcik und den Vertretern des VKI gekommen. Ein konstruktives Gespräch, das vor allem auch die Zusatzkosten, mit denen sich der österreichische Handel herumschlagen muss, darlegte, wie Krejcik betonte.

„Ich habe das Gespräch gesucht und nochmals auf das heftigste protestiert, dass bei dem Preisvergleich-Artikel der Konsument nicht über die gesetzlichen Auflagen für den Fachhandel informiert wurde“, so Kerjcik nach seinem Gespräch mit VKI-GF Franz Floss und weiteren Vertretern der Zeitschrift Konsument. „Ich habe festgestellt, dass offensichtlich diese umfangreichen finanziellen Belastungen und Verpflichtungen für den österreichischen Handel in der Redaktion der Zeitschrift Konsument bisher nicht bekannt waren. Diese Belastungen haben ausländische Anbieter nicht zu tragen.“

So war laut Krejcik in der Redaktion des Konsument nicht bekannt, dass zB die Reprographie-Abgabe einen wesentlichen Bestandteil des Preises bei dem im fraglichen Beitrag angeführten Druckers darstellt. Diese Abgabe ist in Österreich zu bezahlen, während ausländische Lieferanten von solche Kosten nicht betroffen sind. Es gibt zwar in Deutschland eine Urheberrechtsabgabe, die aber nicht bei Lieferung ins Ausland fällig wird. Dasselbe gilt für die Elektroschrott-Abgabe, die Künstlersozialversicherung oder die Verpackungsabgabe.

Der Konsument macht’s wieder gut?

Diese Kosten solle in Zukunft bei Preisvergleichen nicht „unter den Tisch fallen“, wie der VKI dem Bundesgremialobmann versicherte. „In der kommenden Ausgabe des Konsument wird es eine umfangreiche Aufklärung passieren. Wir stimmen allerdings dabei überein, dass dem Endkunden die Preisdifferenz ziemlich egal ist – unbeschadet der Tatsache, ob österreichische Künstler bezahlt werden oder nicht“, erklärte Krejcik, der sich für die starke Unterstützung aus dem Fachhandel bedankte.

Zur Sprache kam auch das Problem der Gewährleistung, Garantie und Service bei Geräten aus dem Ausland – ein Bereich, der in dem Preisvergleich-Artikel des Konsument nicht erwähnt wurde. Hier liegen dem VKI zahlreiche Beschwerden vor. Da es im Interesse der Branche liegt, einen nachhaltigen Imageverlust zu vermeiden, hat sich Krejcik angeboten.

Die nächsten Ziele

Mit seiner Aufklärungstour beim VKI hat Wolfgang Krejcik offensichtlich den VKI von der Position des EFH überzeugen können. Bei der Bekämpfung dieser Abgaben bleibt der österreichische Handel allerdings auf sich selbst angewiesen. „Die Priorität des VKI liegt klar auf dem Endkunden. Eine politische Unterstützung können wir hier nicht erwarten“, so Krejcik. Er will jedenfalls mit Mandataren aus allen Parteien zusammenarbeiten, um Verbesserungen herbeizuführen. Ganz oben auf der Liste des Bundesgremialobmanns steht dabei die Künstlerversicherung: Aufgrund der hohen Belastung in Relation zum Produktpreis (20% auf SAT-Receiver)stellt diese eine besondere Benachteiligung des österreichischen Handels dar.

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