Dienstag, 15. Oktober 2019
Bundeswettbewerbsbehörde

Geizhalsstudie ruft Behörde auf den Plan

Hintergrund |Dominik Schebach | 30.01.2012 | |  

Ein eMail von Geizhals sorgt derzeit für Aufruhr in der Branche. Die Preisvergleichsplattform hat über ein Mail Fachhändler aufgefordert, bei einer Untersuchung der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) mitzuwirken. Denn die BWB hat die Preispolitik der Industrie ins Visier genommen.

„Unsere in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsuniversität Wien durchgeführte Händlerbefragung hat ergeben, dass rund 47,2% der teilnehmenden Händler von Herstellern, insbesondere bei der Preisgestaltung, unter Druck gesetzt werden. Diese Studie hat die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) zum Anlass genommen an uns heranzutreten und entsprechende Ermittlungen aufzunehmen“, heißt es in dem Schreiben aus der Rechtsabteilung von Geizhals, das der E&W-Redaktion zugefaxt wurde. Die BWB wolle demnach verstärkt gegen diese „Preisbindungen der zweiten Hand“ vorgehen und sucht nach Beweisen, um ein Verfahren einzuleiten.

In diesem Sinne hat auch die Behörde die Preisvergleichsplattform aufgefordert, ihre Partner im Fachhandel zu unterrichten. In dem vom Leiter der Rechtsabteilung, Mag. Markus Nigl, stammenden Schreiben werden die Händler aufgefordert, sich direkt an die BWB zu wenden und „entsprechend belegbare Beweise im Zusammenhang mit Druckausübung bei der Preisgestaltung“ durch Hersteller oder Großhändler zu übermitteln.

Das recht trockene Schreiben ist so manchem Händler in die falsche Kehle gekommen. Sie werten diese Aufforderung als einen Angriff auf das Konzept des hochwertigen Markenverkaufs im EFH. „Da hat einer nicht verstanden, wie der Markt funktioniert“, so ein Händler gegenüber E&W. „Denn die Überzahl an Händlern, die für die Marken präsentieren, beraten, oder Service und Reparaturen machen, können die meisten Marken so oder so führen. Aber sie werden allein aus kaufmännischen Gründen bestimmte Preispunkte nicht unterschreiten. Reine Internet-Haie, die Highend-Marken verramschen wollen, kommen allerdings in Schwierigkeiten, weil sie die Auflagen mancher Markenhersteller nicht befolgen können oder wollen.“

Gerade der beratende Fachhandel sei darauf angewiesen, dass seine Dienstleistung auch entsprechend honoriert werde, betonte das Branchen Mitglied. Als besonderen Affront wird es deswegen empfunden, dass nun der Handel hier die BWB mit Beweisen gegen FH-Programme versorgen soll.

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