Dienstag, 15. Oktober 2019
Hot!Monolog eines Herausgebers

Quick & dirty

Hintergrund |Die Redaktion | 20.02.2012 | | 10  

Was die Branche aufregt, beschäftigt uns natürlich auch in der E&W-Redaktion. Bei der letzten Redaktionssitzung ließ unser Herausgeber Andreas Rockenbauer einen Monolog vom Stapel, in dem er Onlinehandel, den Angriff auf den selektiven Vertrieb, Wettbewerbsbehörden, Geizhals und aufgeblasenes Regelwerk thematisierte. Wir haben ihn gebeten, das Ganze vor der Kamera zu wiederholen. Was dabei rauskam, sehen Sie, wenn Sie einfach auf das Foto oder den Videobutton klicken!

Unter dem Motto „Quick & dirty“ haben wir uns spontan unsere kleine Sony-Kamera geschnappt und ohne große Vorbereitungen die Ansichten von Andreas Rockenbauer auf Film gebannt. Blockbuster-Qualität kann man deshalb nicht erwarten, aber eine intelligente Meinung zu den aktuellen (Streit-) Themen unserer Branche.

Die 12minütige Ansprache haben wir auf 4 Minuten gekürzt – um dem Zuseher die wichtigsten Passagen näherzubringen. Jenen Statements, die wir schneiden mussten, braucht aber keiner nachweinen – diese werden im nächsten Editorial der E&W 3 in schriftlicher Form nachgereicht.

Diskussionen dazu – sowie das Making of – gibt’s natürlich auch auf Facebook!

Beide Videos stehen zudem auch auf Youtube!

Monolog eines Herausgebers

Making of

Viel Spaß beim Ansehen und auf viele Kommentare

 

wünscht (sich) die E&W-Redaktion

Kommentare (10)

  1. Warum wills keiner begreifen? Oder: BRAVO für den Monolog!!

    Lieber Herr M. Michael, das kann ich so nicht unterschreiben, denn wie um Himmels Willen soll denn ein „quasi Ein-Mann(Frau) Betrieb“ innerhalb seiner Möglichen Arbeitszeit (ich gebe zu Bedenken der Tag hat nur 24 Stunden!!) (s)einen Webauftritt pflegen, seine Buchhaltung machen, Einkauf und/oder Reklamationen abwickeln, daneben noch Kunden bedienen, Geschäft sauber halten, etc…???
    Und ja, ich habe auch eine Familie, die ab und zu auch gerne hätte, dass ich zu Hause bin.
    Also: Wir beschränken uns eben auf das, was unsere Kernkompetenz ist, nämlich IM GESCHÄFT unsere Kunden zu beraten! Von wegen, wir machen uns keine Mühe! Und natürlich feilschen wir auch in unserem Geschäft! Das ist doch eine uralte Weisheit, dass der Mensch handeln will! Da schlagst 2% auf und gibst halt einen Skonto und alle sind glücklich!

    Wir haben schon die Erfahrung gemacht, dass es umsatztechnisch nichts bringt einen eigenen und somit eben kleinen Webshop zu betreiben. Wir betreiben eine kleine Homepage, wo wir ab und an, wenn es eben die Zeit erlaubt, Neuigkeiten präsentieren.
    Um so etwas vernünftig auf die Beine zu stellen, wäre in jedem Fall eine zusätzliche Vollzeit-Arbeitskraft von Nöten, die wir uns aber nicht leisten können… Unser Standort ist eben in einem Provinznest und nicht auf der Mariahilfer Straße in Wien.
    Also auch das bitte zu berücksichtigen, wenn es darum geht, den stationären und kleinen Handel zu erhalten und aufzuwerten.

    Natürlich hat der Konsument es in der Hand, zu entscheiden, wo er was zu welchem Preis kauft.
    Wenn aber aufgrund der Slogans „DER MARKT REGULIERT SICH SELBST“, „GEIZ IST GEIL“, etc… keiner mehr in Erinnerung hat, dass da auch eine soziale Komponente dahintersteht wird es in sehr naher Zukunft sehr traurig ausschauen! Wir arbeiten ja nicht, weil wir so GEIL drauf sind uns abzuschuften, oder? Wir arbeiten um Geld zu verdienen um unser Haus/Wohnung und unsere Familien zu erhalten und zu ernähren!

    Und die Ansage, von wegen man müsste sich eine Woche Urlaub nehmen um alle Geschäfte abzuklappern, ist auch eher sehr weit hergeholt. Für ein TV-Gerät oder eine Waschmaschine bräuchte man eigentlich nur zum Händler seines Vertrauens gehen, der hat nämlich IMMER was passendes zum passenden Preis! Die wenigsten scheint das aber zu interessieren, da in den Köpfen ja verankert ist, dass im M & S und im Internet ALLES SOOOO VIEL BILLIGER ist. Und weil eben der GEIZ unheimlich GEIL ist, holt man sich mit dieser Art einzukaufen eben einen runter (T’schuldigung für den Sarkasmus).

    Lieber onlinekäufer!
    In diesem Fall hängen wirklich Existenzen davon ab. Wo oder was arbeiten Sie? Hier im Land, oder im Ausland? Glauben Sie, dass nicht auch Sie davon betroffen sein könnten, wenn es mal bei uns im Handel keine Arbeitsplätze mehr gibt? Werden Sie ihre Milch und die Wurschtsemmerln dann 2 Tage im Voraus beim Online-Lebensmittelhändler bestellen? Ich mein ja nur…

    Lieber anewDawn!
    Der stationäre (Fach-)Handel HAT den Mehrwert. Trotzdem kaufen die meisten immer noch im Internet, weils dort eben BILLIGER ist.
    Diesen Mehrwert, nämlich BILLIGER zu sein, können wir eben nicht anbieten!!
    Die pfeifen drauf, ob wir beraten, oder denen das nach Hause liefern, oder wir noch ein Putzmittelchen dazuschenken, oder, oder, oder…
    Nein, viele machen das noch viel intelligenter: Die kaufen im Internet und wollen dann von uns Fachhändlern wissen, wie sie das Gerät anschließen sollen. Wenn wir dann sagen, dass diese Dienstleistung aber was kostet, kannst dir dann noch was anhören…
    Soll heißen: JA, ich bin erschrocken!

    Es wird halt alles immer unpersönlicher. Jeder ist sich selbst am Nächsten. Rücksicht wird keine mehr genommen, alle gehen buchstäblich über Leichen. Das ist keine rosige Zukunft der wir hier entgegensehen…

    Ach ja, das mit den Dinosauriern passt ja voll in diese Zeit!

  2. Zu anewDawn

    —in den letzten Jahrhunderten sind Branchen und Industrien entstanden und wieder versunken—
    Ja schon, in den letzten Jahrhunderten, und was hat sich die letzten 30 Jahre getan? Um vieles vieles mehr als die letzten Jahrhunderte. Das ganze läuft sehr sehr viel schneller, und unsere Wirtschaftsspezis die die Veränderungen in den Himmel loben werden kaum nachkommen Erklärungen zu finden warum es doch nicht so toll war.
    —die veraltete Handelsstrukturen am Leben erhalten—
    Die dadurch fehlenden Arbeitsplätze gibt’s ohnehin bei Amazon in China usw., also kein Problem?
    Und wie jetzt schon im wirklichen Leben zu merken ist, werden durch die neuen Systeme, die Qualität,das Service ,die Langlebigkeit (Umweltschutz),die allgemeine Kundenzufriedenheit nicht besser.
    Hauptsache vom Bauch heraus billig.
    Ja ja Zeiten ändern sich, da können wir so richtig froh sein.

  3. Zeiten ändern sich…

    Auch auf die Gefahr hin, dass ich ein paar Menschen mit dieser Aussage erschrecke: Die einzige Konstante ist die Veränderung. Ob es den stationären Handel in Zukunft noch geben wird entscheidet letztendlich der Konsument und der Handel selbst. Wenn der st. Handel einen nachweisbaren Mehrwert den Konsumenten bieten kann, dann wird der Konsument auch dort kaufen.

    Anstatt fiktive Mehrwerte herbei zu reden sollte der stationäre Handel die Zeit nutzen um reale Mehrwerte zu schaffen = sprich sich anzupassen, zu ändern, oder einfach unterzugehen. Wird das die zitierten dramatischen Auswirkungen auf die Volkswirtschaft haben? Nein – in den letzten Jahrhunderten sind Branchen und Industrien entstanden und wieder versunken – dies ist eine Konsequenz von Entwicklung. Klar kann man darüber jammern und versuchen sich gegen die Veränderungen zu stemmen – aber irgendwie haben sich damit auch schon die Dinosaurier schwer getan.

    Die Spitze der Lächerlichkeit ist es aber sich darüber zu mokieren, dass eine Behörde auf den Plan gerufen wurde, welche letztlich die Rechte der Konsumenten schützt. Als Konsument sage ich herzlichen Dank dafür. Für keine der beteiligten Parteien entsteht daraus ein Schaden. Weder dem Unternehmen, noch den Konsumenten. Wozu also die Aufregung?? Oder soll der Monolog eine implizite Aufforderung sein Vertriebssysteme zu etablieren und zu billigen die veraltete Handelsstrukturen am Leben erhalten die eigentlich keiner meiner braucht und damit nur die Kosten für alle Beteiligten in die Höhe treiben?? Und damit meine ich nicht den stat. Handel per se – sondern jene die nur jammern und nicht auf dem Wandel reagieren.

  4. Der Preis ist wichtiger als das passende Gerät

    Mir kommt es oft vor das die Leute glücklich sind wenn sie einen Schuh mit der Größe 45 zum halben Preis kaufen, anstatt einen passenden 42er der mehr kostet.

    Die Folge ist Frust und in weiterer Folge Kaufverweigerung.
    Wir müssen die Kunden von unseren Produkten begeistern, nur dann haben wir eine Berechtigung für ein Ladengeschäft.

    Der Konsument (verein) vergißt das billig, billiger am billigsten in Wahrheit am teuersten ist.
    So wie im Video gesagt: Wenn die Angestellten im Handel keine Jobs mehr haben weil die Käufer in Deutschland kaufen haben sie für die billigsten Angebote auch kein Geld mehr.

    Die Frage ist immer wem hilft es (billig, billiger am billigsten)?
    Wenn

  5. weil man sich null angepasst hat

    es ist als würde ich mich im winter aufregen, dass es viel kälter als im sommer ist. ja, dann zieh dich wärmer an. wenn man sich als industrie nicht rechtzeitig anpasst, dann soll man sich nicht wundern (oder gar hetzen) über diejenigen die es getan haben.

  6. was ist daran gesudert?

    onlinekäufer, du zählst eine Wahrheit nach der anderen auf und qualifizierst das dann als Gesudere ab. Klar muss man sich anpassen. Aber ist Aussterben eine gute Art der Anpassung?

  7. und das gesudere geht weiter…

    aaahhh, fernsehen tötet radio!
    aaahhh, kassette tötet vinyl!
    aaahhh, cd tötet kassette!
    aaahhh, mp3 tötet musik!
    aaahhh, tauschbörse tötet kino!
    aaahhh, fastfood tötet familiendinner!
    aaahhh, wikipedia tötet britannica encyclopedia!
    usw…..
    kennen wir alles schon. anstatt sich anzupassen wird gesudert und schuldige werden gesucht.

  8. Kunden

    Wir als kleine Händler können froh sein, das nicht alle Kunden Technikfreaks sind.
    Sollten einmal alle welche sein, werden sie uns auch nicht mehr brauchen. Es gibt halt noch sehr sehr viele Kunden die dankbar sind wenn wir ihnen auch wegen Kleinigkeiten weiterhelfen, was eigentlich kein Onlinehandel imstande ist, mit noch so vielen online-Produktbeschreibungen.
    In der einen oder anderen Form wird es den stationären Fachhandel noch eine Weile geben.

    lG.

  9. Eine Überlegung dazu aus Konsumentensicht

    Lieber Herr Rockenbauer!

    Sie sprechen mir aus der Seele. Jeden Satz kann ich ohne Vorbehalt unterschreiben. Nur:

    Der statonäre Handel verletzt seine (wirtschaftliche) Informationspflicht auf’s sträflichste. Er beharrt noch auf dem alten Basar-Paradigma, bei dem der Kunde durch möglichst lautes und ennervierendes Schreien (klassische Werbung) in das Geschäft gelockt werden soll, wo ihm dann etwas auf’s Aug‘ gedrückt wird und anschließend über den Preis gefeischt wird (ist mein letztes Stück, das kann ich Ihnen um … geben.)

    Der statonäre Handel macht sich nicht die Mühe dem Konusumenten auch online die Produktbeschreibung, die der online Handel sehr wohl stellen muß, zur Verfügung zu stellen (komm in’s Geschäft fragen und schauen). Auch der tagesaktuelle Preis wird nicht online ausgewiesen (komm in’s Geschäft feilschen). Der statonäre Handel lässt den Konsumenten online durch Rezensionen und Bewertungen nicht an den Erfahrungen anderer Kunden teilhaben (komm in’s Geschäft und wir erzählen dir wie gut das Produkt ist und wie zufrieden andere Käufer damit waren).

    Ich wünsche mir auch die Greißler zurück, aber in diesem Fall stirbt der stationäre Handel zu Recht. Solange er sich nicht die Mühe macht der Konsumentin, die sich nicht eine Woche Urlaub nehmen kann, um alle Geschäfte abzuklappern, die Möglichkeit zu geben sich online über sein komplettes Angebot, die tagesaktuellen Preise, Bedingungen und Erfahrungsberichte anderer zu informieren und zu vergleichen -um dann die Ware im Geschäft abzuholen, denn wer wirft schon gerne der Post oder DHL das Geld in den Rachen und muß dann Reklamationsware oder Garantieansprüche fernabwickeln- und sich gegebenenfalls bei Bedarf dort noch zusätzlich beraten zu lassen, stirbt er zu Recht, der stationäre Handel.

    Meine 2 Cent dazu.

    Schöne Grüße,
    M.Michael.

  10. Lieber den Spatz in der Hand!

    …das denken sich wohl viele die denken, ohne Geizhals nicht mehr ueberleben zu koennen. Die Box der Pandora heisst Pessata.

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