Mittwoch, 11. Dezember 2019
Hot!Nun ist es offiziell

3 meldet Übernahme von Orange an

Telekom | Dominik Schebach | 08.05.2012 | Bilder | |  
Jetzt wird es ernst: In den kommenden 35 Arbeitstagen muss die EU-Kommission entscheiden, ob die Übernahme von Orange durch 3 ohne weitere Auflagen genehmigt wird. Jetzt wird es ernst: In den kommenden 35 Arbeitstagen muss die EU-Kommission entscheiden, ob die Übernahme von Orange durch 3 ohne weitere Auflagen genehmigt wird.

Man hat sich Zeit gelassen und vorgearbeitet, um das eigentliche Verfahren umso schneller abwickeln zu können. Nun wird es aber ernst: 3 hat seine Absicht zur Übernahme von Orange offiziell bei der EU-Kommission in Brüssel angemeldet. Die EU-KOmmission ht jetzt 35 Arbeitstage Zeit um zu einer ersten Entscheidung zu kommen.

Mit der Anmeldung endet gleichzeitig die vorhergehenden Prenotifikationsphase, im Rahmen derer Hintergründe und Details der Übernahme im Vorfeld erörtert wurden, um die eigentliche Wettbewerbsprüfung im Anschluss möglichst rasch durchführen zu können. „Mit der Anmeldung in Brüssel haben wir einen wichtigen Schritt im Übernahmeverfahren gesetzt und läuten nun die Prüfung des Deals auch offiziell ein““, so 3CEO Jan Trionow. „Ab dem Stichtag der Einreichung beginnt auf europäischer Ebene der Countdown für das Prüfverfahren zu laufen.“

Bei 3 hofft man damit die gesamte Übernahme innerhalb der Phase 1, für die seitens der EU-Kommission 35 Arbeitstage vorgesehen sind, abzuwickeln. Eine vertiefte Prüfung (Phase 2) soll damit vermieden werden. Die Prüfung der Übernahme von Yesss! wird bei der Bundeswettbewerbsbehörde erfolgen. Da sich die Verfahren der Wettbewerbsprüfung auf europäischer und österreichischer Ebene in ihrer Dauer unterscheiden, wird die österreichische Anmeldung von A1 erst einige Wochen später eingebracht. Durch die zeitversetzten Eingaben in Brüssel und Wien soll gewährleistet werden, dass beide Verfahren ungefähr zeitgleich abgeschlossen werden können.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir die Behörden von den Vorteilen des Vorhabens für die Kunden überzeugen können und hoffen auf eine positive Entscheidung bis Mitte des Jahres“, so Trionow und ergänzt weiter: „Auch sind wir davon überzeugt, dass die zuletzt angekündigte Verschiebung der LTE-Frequenzversteigerung in Österreich aufgrund eines rasch durchgeführten Verfahrens nur von minimaler Dauer sein wird.“

T-Mobile fordert Neuordnung bei den Frequenzen

Dem stehen allerdings die Wünsche von T-Mobile an die Wettbewerbsbehörden entgegen: Der Betreiber hätte zwar keine Vorbehalte gegen eine Konsolidierung des Marktes, die angemeldete Übernahme würde allerdings nach Ansicht von T-Mobile zu einer Wettbewerbsverzerrung führen. „Wir erwarten, dass die Behörden in Brüssel und Wien vor allem den Verkauf von Frequenzen und der Billigmarke Yesss! an die A1 Telekom Austria genau prüfen. In der jetzigen Form würde die Fusion Hutchison 3G sowie A1 inakzeptable Wettbewerbsvorteile beim Aufbau des LTE-Breitbandnetzes einräumen und T-Mobile stark benachteiligen. Außerdem würde die Dominanz des Marktführers durch die Übernahme der Yesss-Kunden beinahe auf 50 Prozent steigen, was nicht im Interesse des Wettbewerbs am heimischen Markt ist“, so T-Mobile-CEO Robert Chvatal, der deswegen Auflagen für A1 und 3 verlangt.

Der wichtigste Kritikpunkt sei die Aufteilung der Frequenzen und Basisstationen von Orange zwischen 3 und A1, die beide Betreiber bevorzuge. So erhalte 3 nach Ansicht von T-Mobile durch die zusätzlichen Orange-Frequenzen (900 MHz und 1800 MHz) und Basisstationen einen Wettbewerbsvorsprung von bis zu zwei Jahren. Gleichzeitig werde auch A1 durch die Übernahme eines Frequenzpakets (900 MHz und 2,1 GHz) gestärkt. Daher verlangt T-Mobile auch eine umfassende Neuordnung bei den Frequenzen.

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"Wir sind zuversichtlich, dass wir die Behörden von den Vorteilen des Vorhabens für die Kunden überzeugen können und hoffen auf eine positive Entscheidung bis Mitte des Jahres", erklärte 3CEO Jan Trionow

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