Mittwoch, 29. Juni 2022
Reclay UFH gegen ARA

Sommergefecht im Entsorgungsmarkt

Hintergrund | Dominik Schebach | 31.07.2012 | |  
Zur Öffnung des Entsorgungsmarktes bringt sich Reclay UFH in Stellung. Platzhirsch ARA hält dagegen. Zur Öffnung des Entsorgungsmarktes bringt sich Reclay UFH in Stellung. Platzhirsch ARA hält dagegen.

Reclay UFH positioniert sich für die Marktöffnung im Bereich der Entsorgung von Haushaltsverpackungen – und will sogar den Konkurrenten ARA übernehmen. Dort tut man dieses Ansinnen als Geschichte aus dem Sommerloch ab.

„Die heimische Wirtschaft hat mit gutem Grund 1993 die ARA AG und den ARA Verein als Trägerorganisation geschaffen, um die Verpflichtungen aus der Verpackungsverordnung eigenverantwortlich erfüllen zu können. Diese erfolgreiche Form der Umsetzung der Produzentenverantwortung wird sich die Wirtschaft niemals aus der Hand nehmen lassen“, erklärte ARA-Aufsichtsratsvorsitzender Alfred Berger. „Entpflichtungssysteme, die nicht im Einflussbereich der verpflichteten Wirtschaft stehen, verfolgen völlig andere Interessen, nämlich möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Das ist zwar grundsätzlich legitim, aber nicht zu unseren Lasten. Die ARA ist eine Non-profit-Organisation und zielt im Auftrag ihrer Eigentümer hingegen darauf ab, Sammlung und Verwertung zu geringstmöglichen Kosten für Wirtschaft und Konsumenten zu realisieren!“

Den Vorwurf, dass die ARA auf 73,9 Mio Euro sitze, lässt Berger nicht gelten. So habe das Entsorgungsunternehmen seine Tarife seit Anfang 2011 um bis zu 44%. „Diese Art der Rückführung von ungeplanten Überschüssen macht die ARA nun seit bald 20 Jahren so und nicht erst, seit es Mitbewerber gibt“, stellt Berger klar.

Berger findet es auch skurril, dass Reclay UFH einerseits den Wettbewerb forcieren und gleichzeitig selbst mit der Übernahme der zum Monopolisten aufsteigen wolle: „Durch eine Übernahme gäbe es ja einen Anbieter weniger und somit weniger Wettbewerb. Die ARA steht im Eigentum von mehr als 200 Unternehmen in Österreich und ist der wichtigste Partner der Wirtschaft bei der Umsetzung der Verpackungsverordnung. Das ist ein weiterer Grund, warum für uns eine Übernahme vollkommen ausgeschlossen ist.“

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