Mittwoch, 1. April 2020
Hot!Einführung von DAB+ vorerst vertagt

Digitales Radio auf dem Abstellgleis

Multimedia | Wolfgang Schalko | 16.08.2012 | |  
Florian Philapitsch, Vorsitzender-Stellvertreter der KommAustria, hält einen Start von DAB+ keineswegs für ausgeschlossen – allerdings nicht mehr 2012 (Foto:RTR). Florian Philapitsch, Vorsitzender-Stellvertreter der KommAustria, hält einen Start von DAB+ keineswegs für ausgeschlossen – allerdings nicht mehr 2012 (Foto:RTR).

Wie die Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH RTR in ihrer heutigen Aussendung mitteilt, erfolgt vorerst kein Start von Digitalradio in Österreich. Die erforderliche Mindestanzahl von zwölf bundesweiten Hörfunkprogrammen wurde knapp verfehlt.

Im Juni hatte die Medienbehörde KommAustria eine Bedarfserhebung zur Einführung von digitalem Hörfunk initiiert (E&W Online berichtete). Diese belegt zwar sowohl unter etablierten als auch potenziellen Radioveranstaltern einen wachsenden Zuspruch für eine digitale Verbreitungstechnik, jedoch lässt ein Teil der eingegangenen Interessensbekundungen zur Veranstaltung digitaler Programme unter wirtschaftlichen Aspekten keine Dauerhaftigkeit der Hörfunkveranstaltung erwarten oder ist aufgrund von Medienkonzentrationsbeschränkungen auszuschließen. Rund ein Drittel der eingegangenen Erklärungen hielt der Prüfung der wirtschaftlichen und rechtlichen Voraussetzungen nicht stand. So wird im Ergebnis die Mindestanzahl von zwölf bundesweiten Hörfunkprogrammen, die nach dem Digitalisierungskonzept der Behörde für einen von der KommAustria initiierten Start des digitalen Hörfunks erforderlich wäre, knapp verfehlt. Von dem Ausgang der Bedarfserhebung hatte es die KommAustria abhängig gemacht, ob es noch im Jahr 2012 zu einer Ausschreibung für den Aufbau und Betrieb eines Hörfunk-Multiplex für den digitalen Übertragungsstandard DAB+ kommen sollte. In einem DAB+ Multiplex können bei
sehr guter Qualität in etwa 15 Hörfunkprogramme digital übertragen werden.

„Die eingegangenen Interessensbekundungen belegen, dass sowohl etablierte Hörfunkveranstalter, als auch junge Start-up-Unternehmen über beachtenswerte Programmkonzepte verfügen, für die aber im analogen UKW-Frequenzspektrum schlicht kein Platz mehr vorhanden ist“, bilanziert Florian Philapitsch,
Vorsitzender-Stellvertreter der KommAustria. „Wäre es um die reine Anzahl der vorgestellten Programmideen gegangen, so hätte diese klar ausgereicht, um den Startschuss für den digitalen Hörfunk zu geben. Der Umstand, dass die Behörde nun vorerst nicht auf eigene Initiative eine Ausschreibung initiiert, bedeutet nicht, dass es nicht doch zu einer Ausschreibung auf Antrag aus dem Markt kommen kann“, stellt Philapitsch klar. „Die Probleme, die jetzt in einigen der Interessensbekundungen auftreten, sind nicht unüberwindbar.“

Im Rahmen ihres kommenden, zu erstellenden Digitalisierungskonzeptes 2013 wird die KommAustria ihren weiteren Fahrplan zur Digitalisierung des Hörfunks festlegen.

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