Montag, 3. August 2020
3 wirbt für Orange-Übernahme

„Wir sind entschlossen, zu bleiben“

Telekom | Dominik Schebach | 24.09.2012 | |  
3Österreich-CEO Jan Trionow, Canning Fok, Group Managing Director Hutchison Whampoa, und Christian Slabaing werben in Wien für die Orange-Übernahmen. 3Österreich-CEO Jan Trionow, Canning Fok, Group Managing Director Hutchison Whampoa, und Christian Slabaing werben in Wien für die Orange-Übernahmen.

Weil es mit der Übernahme von Orange nicht so recht vorangeht, hat heute der Managing Director des Hutchison Whampoa, Canning Fok, selbst in Wien die Position des Betreibers dargelegt. Das zentrale Argument bleibt unverändert: Die Befürchtung der EU-Kommission, dass ein Zusammenschluss zu weniger Wettbewerb führt, ist unbegründet, da 3 selbst den Wettbewerb weiter stimulieren will. Schließlich sei ein starker dritter Betreiber besser geeignet den „Big Playern“ die Stirn zu bieten, als zwei schwache.

Auf die bisher vorgebrachten Einwände der EU hat 3 bereits mit einigen Zugeständnissen reagiert. Der wichtigste Punkt dabei ist die Öffnung des eigenen Netzes für zwei virtuelle Netzwerkbetreiber. Weitere Auflagen wie die Abtretung von weiteren Frequenzen will die Führungsspitze von 3 dagegen nicht akzeptieren, da sonst der Merger nicht mehr rentabel sei. Stattdessen will Fok mit einem ganz speziellen Angebot die Wettbewerbsbehörden überzeugen. „Wenn diese Übernahme nicht erfolgreich ist, dann wird ganz Österreich verlieren, denn dann wird der Wettbewerb erst recht stagnieren. Wird dagegen die Übernahme genehmigt, dann verpflichten wir uns zum Ausbau von LTE auf dem gleichen Level, wie unser 3G-Netzwerk“, so Fok heute vor Journalisten in Wien. „Im Gegensatz zu anderen Playern sind wir entschlossen, in Österreich zu bleiben. Das haben wir bereits bewiesen.“ Auch habe 3 den notwendigen finanziellen Rückhalt für den weiteren Netzausbau, wie Fok betonte.

 „Die EU muss sich entscheiden, ob sie mehr Wettbewerb in Österreich will, oder ob sie den Markt einfrieren will“, erklärte auch 3Österreich-CEO Jan Trionow. In so einem kleinen Markt wie Österreich werde der Wettbewerb auch durch drei Netzbetreiber und zwei starke MVNOs aufrechterhalten. Außerdem befinde sich 3 in Gesprächen mit weiteren Die Situation sei damit auch nicht mit größeren Märkten wie Deutschland, Spanien oder England, wo ebenfalls größere Merger anstehen. Damit kommen Fok und Trionow zum Kern der Sache. Denn die EU will mit dem Merger anscheinend keinen Präzedenzfall schaffen.

Für 3 hat der Merger ein große strategische Bedeutung, weil der Netzbetreiber damit seinen Marktanteil mit einem Schlag auf 22% vergrößern kann. Dass der Wettbewerb nicht nachlässt, dafür sorgt schon die Ansage von Fok und Trionow: Bis 2015 wollen sie den Marketshare von 3 auf 30% steigern. Der Ausbau des LTE-Netzes soll innerhalb von zwei Jahren nach Closing erfolgen, womit der Infrastruktur-Wettbewerb auch in der nächsten Mobilfunkgeneration fortgeführt wird. Davon profitieren nach Ansicht von wiederum alle Kunden in Österreich.

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