Samstag, 6. Juni 2020
Amerikanische Paranoia?

US-Regierung wirft Huawei und ZTE Spionageabsicht vor

Telekom | Die Redaktion | 09.10.2012 | |  
US-Ausschuss veröffentlicht Manifest gegen chinesische Telekom-Hersteller Huawei und ZTE. US-Ausschuss veröffentlicht Manifest gegen chinesische Telekom-Hersteller Huawei und ZTE.

Der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses (Permanent Selected Committee On Intelligence) warnt in einem gestern veröffentlichten 60-seitigen Bericht vor den chinesischen Telekom-Herstellern Huawei und ZTE als Gefahr für die nationale Sicherheit. "China hat die Mittel, die Gelegenheit und das Motiv, Telekomunternehmen für bösartige Zwecke zu nutzen", so der Tenor des Berichtes. Huawei und ZTE bezeichnen die Vorhaltungen als haltlos und verweisen auf das weltweite Vertrauen, das ihnen entgegengebracht wird.

Sowohl Huawei als auch ZTE wird in dem Bericht des Ausschusses vorgeworfen, nur wenig kooperationswillig bei den Untersuchungen gewesen zu sein. Huawei hätte zB auf eine mögliche Verbindung zur Chinesischen Regierung oder der kommunistischen Partei nicht näher eingehen wollen. Das allein macht zwar noch keine Achse des Bösen, doch der Geheimdienst-Ausschuss listet rund weitere 20 Indizien auf. 

In dem Bericht heißt es: „Die Anstrengungen des chinesischen Nachrichtendienstes, die sich gegen die US-Regierung richten, nehmen an Ausmaß, Intensität und Raffinesse zu. Chinesische Akteure sind auch die weltweit aktivsten und ausdauerndsten Täter im Bereich der Wirtschaftsspionage. Amerikanische Privatunternehmen und Cybersecurity-Spezialisten berichten über einen laufenden Ansturm von Einbrüchen in Computernetzwerke, die ihren Ursprung in China haben und wahrscheinlich das Werk der chinesischen Regierung sind…. Die Bedrohung der US-nationalen Sicherheitsinteressen durch Schwachstellen in der Telekommunikations-Lieferkette hat immer mehr Priorität.“

In dem Bericht werden auf 60 Seiten die „Verfehlungen“ der chinesischen Hersteller aufgelistet, in nicht eben politisch korrekter Manier. Eine der Forderungen des großteils republikanischen Ausschusses: Das Außenministerium soll Übernahmen und Fusionen der beiden Unternehmen in den USA untersagen.

Die Beziehungen zwischen den USA und China dürften sich damit nicht unbedingt verbessern, vor allem nachdem der Vorsitzende des US-Ausschusses, Mike Rogers, in einem Interview mit den cbsnews folgendes auf die Frage antwortete, ob man den Chinesen trauen könnte: „Wenn ich heute eine amerikanische Firma wäre, und das sage ich als Vorsitzender des Geheimdienst-Ausschusses, dann würde ich einen anderen Anbieter als Huawei finden, wenn mich der Datenschutz meiner Kunden und die nationale Sicherheit interessiert.“

Huawei wehrt sich heute auf seiner Homepage: „Die Vereinigten Staaten sind ein Rechtsstaat, wo Anschuldigungen auf solide erhobenen Fakten beruhen sollten.“ Dass Huawei Spionage für die chinesische Regierung betreibe, dafür fehle jeglicher Beweis, hier würde ohne Fakten spekuliert.

Reuters zufolge haben die Beschuldigungen erste Auswirkungen, zumindest für ZTE: Cisco hat demnach seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Telekom-Giganten aufgrund dessen Geschäftsbeziehungen mit iranischen Unternehmen beendet. Ein solcher Export ist aufgrund US-Sankitonen verboten. 

Den gesamten Bericht des US-Ausschusses finden Sie hier!

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