Freitag, 24. September 2021
„Mit stabilen Rahmenbedingungen geht's vorwärts“

100% Ökostrom bis 2020

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 24.06.2013 | |  
(Foto: luise/ PIXELIO/ www.pixelio.de) (Foto: luise/ PIXELIO/ www.pixelio.de)

Mit stabilen Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau könne die Stromversorgung in Österreich im Jahr 2020 zu 100% durch erneuerbare Energie sichergestellt werden. „Österreich muss Vorbildnation für ganz Europa werden", erklärt Josef Plank, Präsident von Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) und ergänzt: „Mit dem Ökostromgesetz 2012 sind schon erste Weichen in diese Richtung gestellt worden. Jetzt muss noch das gesamte Umfeld auf die energiepolitische Zielsetzung für erneuerbare Energien ausgerichtet werden. Die Politik muss die Stolpersteine beseitigen."

2010 wurde von den Erneuerbaren Energie Verbänden ein Plan vorgelegt, wie Österreich bis 2020 zu 100% mit erneuerbarem Strom versorgt werden könnte. Nun wurde eine erste Zwischenbilanz gezogen: Wind 1378 MW, PV 363 MWp, 760 MW Biomasse (inkl. Biogas) und Kleinwasserkraft 1321 MW. Dazu Hans Kronberger vom Bundesverband Photovoltaic Austria: „Bereits nächstes Jahr decken die Photovoltaik-Anlagen 1% des heimischen Strombedarfs und 2015 wird das erste Gigawattpeak installiert sein.“

„Der Anteil von Ökostrom am Gesamtstromverbrauch sinkt, obwohl das Ökostromgesetz jetzt gut funktioniert“, so Plank, und weiter: „Nun muss der Ausbau verstärkt weitergeführt werden.“  Seit Juli 2012 ist das neue Ökostromgesetz in Kraft. „Die volle Wirkung des Gesetzes wird sich erst in den nächsten Jahren entfalten, da die im vergangenen Jahr genehmigten Projekte nun sukzessive umgesetzt werden“, erklärt Stefan Moidl, GF der IG Windkraft, und ergänzt: „Jetzt gilt es, das Ökostromgesetz – wie angekündigt – auch bis 2020 wirken zu lassen.Bis dahin werden 8% des österreichischen Strombedarfs aus Photovoltaik-Anlagen, 9% aus Biomasse, 12% aus Kleinwasserkraft und 11% aus Windrädern gedeckt.

Gebot der Stunde: Effizienter Umgang mit Energie

100% Ökostrom bis 2020 verlange auch ein ambitioniertes Energiesparkonzept. Seit dem Jahr 2000 sei der Stromverbrauch in Österreich um knapp 20% gestiegen. „De facto müsste der Stromverbrauch aber weniger werden, um die Umstellung zu 100% erneuerbarer Energien zu schaffen“, betont Plank und ergänzt: „Es ist zu hoffen, dass Energiesparen und Energieeffizienz nach den Wahlen auf politischer Ebene endlich ambitioniert angegangen wird!“. Erwin Mayer, stellvertretender GF der Kleinwasserkraft Österreich: „Es braucht auch eine Abkehr vom Mythos der billigen Energie. Derzeit ist die Energie günstig, weil die steinzeitliche Fossil- und Atombranche viele Kosten nicht tragen muss. Bezahlt werden diese von der Bevölkerung über die Staatshaushalte. Der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Energieverbrauchsreduktion und die Energieeffizienz sind mit niedrigen Energiepreisen nicht erreichbar.

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