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Freitag, 19. April 2024
Multiband-Auktion

RTR und FMK spielen „Schwarzer Peter“

Telekom | Dominik Schebach | 28.10.2013 | |  Archiv
Nach Ansicht von RTR-GF Georg Serentschy hätten die Betreiber zwei Möglcihkeiten gehabt, um die Lizenzkosten zu begrenzen. – Was allerdings vom FMK bestritten wird. Nach Ansicht von RTR-GF Georg Serentschy hätten die Betreiber zwei Möglcihkeiten gehabt, um die Lizenzkosten zu begrenzen. – Was allerdings vom FMK bestritten wird.

Das Ergebnis der Multiband-Auktion erhitzt weiterhin die Gemüter. Die Netzbetreiber machen das Auktionsdesign und die Behörde für den hohen Preis verantwortlich. Die RTR schiebt die Verantwortung heute, Montag, allerdings auf das aggressive Bieterverhalten der Mobilfunker, was wiederum eine scharfe Reaktion des FMK zur Folge hatte.

„Der für uns überraschend hohe Preis von knapp über 2 Mrd. Euro ist aus Sicht der Regulierungsbehörde auf die nachhaltig offensiven Strategien der Bieter zurückzuführen. Mit einer defensiveren Strategie hätte sich diese Entwicklung nicht eingestellt“, Geschäftsführer der RTR-GmbH für den Fachbereich Telekommunikation und Post.

Demnach sei schon die Clock-Phase der Auktion sehr wettbewerbsintensiv gewesen, weswegen die Telekom Control Commission (TKK) in der 39. Runde die Transparenz zur Preisdämpfung erhöht hätte. „Zum großen Erstaunen“ des Regulators hätten die Betreiber diese Möglichkeit jedoch nicht genutzt. Stattdessen ist die Auktion noch bis Runde 72 weitergelaufen. Die Clock-Phase endete erst, als das Gsamtgebot schon die 2 Mrd Euro überschritten hatte. In der sich anschließenden verdeckten Bietphase konnten die Betreiber nochmals Zusatzangebote abgeben. Hier hätten die Bieter teilweise ihre Preisbeschränkungen zu 100% und so den Preis für die Mitbieter hinaufgetrieben.

„Wir gehen davon aus, dass alle Bieter ausgefeilte Strategien verfolgten und hochprofessionell beraten waren. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass sie zwei konkrete und ihnen bekannte Möglichkeiten hatten, ihr Bietverhalten dem Auktionsverlauf anzupassen bzw. weniger offensiv zu gestalten und damit mit insgesamt etwa der Hälfte des Gesamterlöses das Auslangen zu finden. Diese Möglichkeiten während der Clockphase und in der verdeckten Bietphase hätten laut RTR die Bieter außer Acht gelassen.“ Ansonsten hätten die Mobilfunker nach Ansicht von Serentschy mit der Hälfte des Gesamterlöses das Auslangen gefunden.

FMK: Existenz der Unternehmen

Das Forum Mobilkommunikation wirft dem Regulator allerdings vor, zu spät reagiert zu haben: „Es wäre naiv zu glauben, die Dynamik, welche  bis zur Runde 39 entstanden ist, durch Transparenz in den Griff zu bekommen – dass keine Kollusion vorliegt, hätte die TKK schon ab Runde 10 erkennen müssen!“, heißt es in einer Aussendung des FMK. „Das bedeutet, dass die enorme Preissteigerung direkt auf die Intransparenz der Auktion zurückzuführen ist. Denn für die Mobilfunkprovider ging es bei den Frequenzauktionen nicht nur um die Frequenzen, sondern schlichtweg um den Fortbestand der Unternehmen.“

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