Freitag, 12. August 2022
Elektrogeräte in deutschen Haushalten

Ausstattung damals & heute

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 31.10.2013 | |  Archiv
Rund 90% der deutschen Haushalte sind mit Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher und Telefon ausgestattet, wie das statistische Bundesamt unlängst erhoben hat. Foto: Luise Pfefferkorn/ PIXELIO/ www.pixelio.de)

Rund 90% der deutschen Haushalte sind mit Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher und Telefon ausgestattet, wie das statistische Bundesamt unlängst erhoben hat. Foto: Luise Pfefferkorn/ PIXELIO/ www.pixelio.de)

Haushalte in Deutschland sind nahezu flächendeckend mit den wichtigsten elektrischen Geräten ausgestattet. Rund 90% verfügen gleichzeitig über Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher und Telefon. „Technische Neuheiten“ wie mobile PCs oder Flachbildfernseher sind hingegen nicht ganz so verbreitet, wie das Statistische Bundesamt nun erhoben hat.

Seit 50 Jahren misst die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe, kurz EVS, alle fünf Jahre den Lebensstandard der Haushalte in Deutschland. Wirft man einen Blick auf die Jahre 1962/63, sieht man, wie sich die Ausstattung der Haushalte mit Gebrauchsgütern seitdem verändert hat. Anfang der 1960er Jahre besaßen gerade einmal 14% der Haushalte ein Telefon und 34% eine Waschmaschine. Einen Fernseher konnte sich damals ebenfalls nur ein gutes Drittel der Haushalte leisten – allerdings noch ohne Farbe, Fernbedienung oder Flachbildschirm. Über einen eigenen Kühlschrank verfügte dagegen schon vor 50 Jahren gut die Hälfte der Haushalte. Noch weiter verbreitet waren damals lediglich Staubsauger und (an der Spitze) Radios. Zu Beginn der 1960er Jahre war der Besitz gleich mehrerer teurer Geräte eher selten. Nur 13% der Haushalte verfügten damals zB über die Kombination aus Fernseher, Kühlschrank und Waschmaschine. Zum Vergleich: Heute gehören diese drei Geräte, einschließlich Telefon, in 90% der Haushalte zur Standardausstattung.

Haushalte heute: „Technische Innovationen“

In 93% der rund 40 Millionen Haushalte in Deutschland wird heute per Handy telefoniert. Einen Computer gibt es in 85% der Haushalte und in 73% aller Haushalte wird mimt einer Digitalkamera fotografiert. Besonders rasch etablierte sich zuletzt der Flachbildfernseher. Seit 2008 hat sich der Anteil der Haushalte mit einem Flachbildfernseher von 16% auf heute 67% mehr als vervierfacht, „womit er sich sogar etwas schneller durchsetzte als der Farbfernseher Mitte der 1970er Jahre“, so die Statistiker, und weiter: „Einen ähnlichen Durchbruch legten lediglich das Handy und die Entwicklung der CD-Geräte hin.“

Ausstattung bei Familien

Unterwegs telefonieren, virtuell Informationen austauschen oder online miteinander chatten und das alles rund um die Uhr und weltweit – die neuen Technologien finden nicht nur am Arbeitsplatz, sondern längst auch zuhause Verbreitung. „Und besonders aufgeschlossen gegenüber den neuesten Trends in Sachen Technik sind Familien“, so das statistische Bundesamt. ZB. die Ausstattung mit Internet, mobilen PCs und Handys. Anfang 2013 wurden diese drei Technik-Trends schon von 81% der Haushalte mit Kindern genutzt. Ein Rückblick zeigt: Vor zehn Jahren hatte dieser Anteil erst bei 10% gelegen. Auch bei Haushalten ohne Kinder sind Internet, mobile PCs und Handys immer beliebter geworden, allerdings nicht in diesem Ausmaß: Im Zehnjahresvergleich stieg hier der Anteil der Haushalte, die mit allen drei Technologien ausgestattet waren, von 8% auf 57%. Alles in allem sind Haushalte mit Kindern nicht nur im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien, sondern in der Regel auch mit Haushaltsgeräten, Unterhaltungselektronik und Fahrzeugen besser ausgestattet als Haushalte ohne Kinder. Interessant ist auch: „Es gibt auch unter den Familien Unterschiede: Im Vergleich zu den Paaren mit Kindern sind Alleinerziehende fast ausnahmslos schlechter ausgerüstet, und das zum Teil deutlich.“

Die ältere Zielgruppe

Junge Menschen können gut mit der Technik, aber wie die Erhebung zeigt, wird auch im Alter zumindest ein technisches Gerät, nämlich das Mobiltelefon, immer beliebter. Handys sind zwar in Haushalten von älteren Menschen nach wie vor unterrepräsentiert, aber die ältere Generation hat in den letzten zehn Jahren beim mobilen Telefonieren kräftig aufgeholt: Anfang 2013 besaßen bereits 82% der Haushalte mit Haupteinkommensbeziehern ab 65 Jahren ein Handy. Dieser Anteil ist seit 2003 um 39 Prozentpunkte gestiegen. Sogar bei den Hochbetagten ist das Handy keine Seltenheit mehr. In der Altersstufe ab 80 Jahren nutzen inzwischen 66% der Haushalte ein mobiles Telefon. Hier betrug das Plus seit 2003 sogar 45 Prozentpunkte.

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