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Donnerstag, 20. Juni 2024
Hot!Um 6 Millionen Euro am Knock-out vorbei

T-Mobile will eine neue Frequenz-Auktion

Telekom | Dominik Schebach | 25.11.2013 | |  Archiv
T-Mobile CEO Andreas Bierwirth will eine faire Neuauflage der Multiband-Aktion. T-Mobile CEO Andreas Bierwirth will eine faire Neuauflage der Multiband-Aktion.

Wie bereits vergangene Woche angekündigt, wird T-Mobile das Ergebnis der Multiband-Autkion beim Verwaltungs- und Verfassungsgerichtshof anfechten. Nach Ansicht des Betreibers entsprach das Verfahren der Auktion nicht dem Telekom-Gesetz, wodurch nicht nur die Kosten für die Frequenzen total aus dem Ruder gelaufen sind, sondern auch für einzelne Betreiber die Gefahr eines „Knock-outs“ bestanden hätte. T-Mobile selbst ging demnach nur haarscharf an einem Ausscheiden aus der Auktion vorbei.

Es ist das Wunder von Wien, dass in dem Markt mit den geringsten Renditen im Vergleich zu anderen europäischen Staaten der höchste Preis für die Frequenzen gezahlt wurde“, erklärte Bierwirth. Nach Ansicht des T-Mobile CEO hätte das Verhalten der Regulierungs-Behörde zusätzlich zum komplizierten Versteigerungsverfahren dazu wesentlich beigetragen: Zum einem standen alle wesentlichen Frequenzbänder auf einmal zu Auktion, zum anderen konnte ein Betreiber maximal 50% des Spektrums erwerben – was allerdings bedeutete, dass zwei Betreiber alle Frequenzen aufkaufen konnten und damit theoretisch den dritten Betreiber aus dem Markt drängen konnten.

Diese Kombination – in Verbindung mit unklaren Aussagen der Regulierungs-Behörde führte schließlich dazu, dass die Frequenzen für mehr als 2 Mrd Euro versteigert wurden. „Indem der wichtigste Teil des Mobilfunk-Spektrums auf einmal versteigert wurde, und ein Anbieter bis zu mussten die Betreiber im Endeffekt den Unternehmenswert und nicht den eigentlichen Wert des Spektrums bieten“, so Bierwirth. „Wir selbst hatten eine Prise Glück und sind einmal nur 6 Mio Euro am Knock-out vorbei.“ Was angesichts des endgültigen Kaufpreisees von T-Mobile von mehr als 654 Mio Euro äußerst knapp ist. Der von der RTR verhängte Maulkorb wirkte in diesem Zusammenhang als „Brandbeschleuniger“. Als weiteren Punkt führt Bierwirth an, dass T-Mobile im Falle der ehemaligen Telering-Frequenzen kalt enteignet wurde.

 Neues Verfahren

T-Mobile will deswegen, dass die Auktion wiederholt wird: „Wir sind zwar mit dem erlangten Spektrum ganz zufrieden. Aber wegen der Mängel an dem Verfahren fordern wir eine Neuaustragung der Auktion unter fairen Bedingungen und wir sind sehr zuversichtlich, dass wir erfolgreich sein werden. Im Endeffekt hätte die Telekom-Control-Kommission diese Probleme im Vorfeld durch vernünftige Konsultationen ausräumen können.“

LTE-Ausbau

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich T-Mobile auf ein kurzes Gerichtsverfahren einstellt. Bierwirth erwartet sich eine Entscheidung der Gerichtshöfe in zwei Jahren. Vorerst hat der Betreiber eine aufschiebende Wirkung für den Kaufpreis beantragt – allerdings ohne große Hoffnung auf Erfolg.

In der Zwischenzeit wird T-Mobile den LTE-Ausbau wie geplant vorantreiben. Allerdings führt der hohe Kaufpreis zu Verzögerungen im Roll-out, da damit der Industrie als Ganzes die notwendigen Mitteln entzogen wurden.

Die angekündigte Breitbandförderung in der Höhe von der Hälfte des Auktionserlöses könnte dieses Umstand zumindest lindern. Allerdings nur dann, wenn die Mitteln in den Mobilfunk fließen, und nicht wie bisher überwiegend in den Festnetzbereich. „Bei der Breitband-Versorgung in Österreich kann es nur dann schnell zu spürbaren Verbesserungen für die Kunden kommen, wenn Mobilfunk gefördert wird“, so Bierwirth.

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