Freitag, 20. September 2019
Mehr Transparenz und Versorgungssicherheit

FEEI: Smart Metering als Meilenstein für die Strominfrastruktur

Hintergrund E-Technik |Wolfgang Schalko | 14.02.2014 | |  
Eine kostenlose Broschüre enthält die wichtigsten Informationen rund um Smart Metering, die Funktionalitäten des intelligenten Stromzählers und zu Smart Grids. Eine kostenlose Broschüre enthält die wichtigsten Informationen rund um Smart Metering, die Funktionalitäten des intelligenten Stromzählers und zu Smart Grids.

„Durch die Einführung von Smart Meter in Österreich profitieren private Haushalte von mehr Transparenz beim Stromverbrauch. Für den Betrieb des Stromnetzes liefern Smart Meter als Sensoren bisher nicht verfügbare Messwerte und gewährleisten so weiterhin eine stabile Stromversorgung. Als Beitrag zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema wollen wir die Fakten rund um Smart Metering diskutieren und klar die Bedeutung dieser Technologie für die zukünftige Stromversorgung aufzeigen“, hält Manfred Müllner, Geschäftsführer-Stv. des FEEI – Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie – fest.

„Die Digitalisierung der Stromzähler in den Haushalten bringt viele Vorteile für die Konsumenten, wie etwa die zeitnahe Darstellung des eigenen Energieverbrauchs, neue flexible Stromtarife und somit mehr Wettbewerb im Strommarkt. In der Strominfrastruktur sind beispielsweise Effizienzsteigerungen im Netzbetrieb und die nachhaltige Integration von erneuerbaren Energien wesentliche Nutzen. Nach dem Einsatz von Smart Metern in der Industrie kommen nun auch private Haushalte in den Genuss von modernster Technologie im Energiemanagement“, argumentiert Manfred Müllner weiter. Anlass dieses – und für die nachfolgenden – Statements gab ein Pressegespräch zum Thema „Was steckt wirklich hinter dem Smart Meter?“

Informationssicherheit und Datenschutz
Die Einführung neuer Technologien bringt immer neue Herausforderungen und Fragestellungen mit sich, die öffentlich diskutiert werden. „Die aktuelle Debatte zur Einführung der Smart Meter in Österreich wird jedoch sehr emotional und mit vereinfachten Argumenten geführt„, merkt Dominik Engel, Leiter des Josef Ressel Zentrums für Anwenderorientierte Smart Grid Privacy, Sicherheit und Steuerung an der Fachhochschule Salzburg an. „Ich plädiere dafür, die Fakten rund um Smart Metering genau zu analysieren und anhand dieser Ergebnisse eine konstruktive Diskussion zu starten“, so Engel weiter, der außerdem zeigte, dass die Informationssicherheit bereits in vielen Wirtschaftsbereichen funktioniert und krypotografische Verfahren in Bezug auf Vertraulichkeit, Authentizität und Integrität die nötige Sicherheit im Stromnetz schaffen können. Die Befürchtungen, dass aus den 15-Minuten-Intervallen Rückschlüsse auf das aktuelle gesehene Fernsehprogramm gezogen werden könnten, widerlegt der Experte: „Unsere aktuellen Untersuchungen zeigen, dass die Auflösung der 15-Minuten-Daten definitiv nicht ausreicht, um in realen Situationen auf das konsumierte Fernsehprogramm zu schließen. Auch die verlässliche Bestimmung einzelner elektrischer Geräte ist in dieser Auflösung nicht möglich.“

In Linz bereits seit 2005
Die Einführung der Smart Meter in Österreich soll per Gesetz in einem phasenweisen Rollout von 2015 bis 2019 flächendeckend stattfinden. Die LINZ STROM Netz GmbH startete bereits 2005 mit den ersten Feldversuchen mit intelligenten Messgeräten. Mittlerweile sind mehr als 100.000 Kunden mit den neuen Messgeräten ausgestattet. „Die Erfahrungen der letzten neun Jahre zeigen, dass Smart Meter Teil eines effizienten Stromnetzes sind und viele Vorteile für die Kunden und den Netzbetreiber bringen“, sagt Johannes Zimmerberger, GF LINZ STROM Netz GmbH. „Volle Transparenz bei der Stromrechnung und die klare Abgrenzung des Stromverbrauchs bei Wohnungswechsel sind die wesentlichen Vorteile auf der Seite der Kunden. Zeitnahe Informationen über den Netzzustand und effizientere Kundenprozesse sind die positiven Aspekte für den Netzbetreiber. Gelten wir in Österreich als Vorreiter, zeigt sich im europäsichen Vergleich, wo bereits mehr als 60 Millionen Smart Meter installiert sind, dass digitale Stromzähler als anerkannte Technologie ein wichtiger Baustein für ein modernes Energiesystem sind.“

Smart Metering als Basistechnologie
Die Einführung der Smart Meter ist mehr als der Austausch der lang gedienten Ferraris-Zähler: Smart Meter sind ein wesentliches Element für Smart Grids und die zugehörigen Anwendungen, wie Niederspannungssensorik, Lastmanagement, das so genannte Demand-Side Management, Optimierung von Elektromobilität und die Integration dezentraler Energiequellen. Dies sichert langfristig eine stabile Stromversorgung, erhöht die Effizienz im Netzbetrieb und vermeidet Ausbaukosten.
Aus Sicht des FEEI bietet der aktuelle Rollout-Plan von 2015 – 2019 eine gute Voraussetzung, um die Erkenntnisse aus aktuellen Modellregionen in ein sicheres Smart-Meter-System mit hohen Datenschutzanforderungen zeitgerecht umzusetzen. Zahlreiche Unternehmen der Elektro- und Elektronikindustrie verfügen bereits über wertvolles Know-how in der Entwicklung der Smart Meter-Technologie und leisten mit der Forschung und Entwicklung an den intelligenten Infrastrukturtechnologien einen wesentlichen Beitrag für die Weiterentwicklung des Technologiestandorts und die Erneuerung der Strominfrastruktur.

FEEI Broschüre zu Smart Meter
Die aktuelle Broschüre „Strom intelligent gesteuert: Smart Meter als Basistechnologie für eine effiziente und stabile Stromversorgung“ erklärt bereits in der zweiten Auflage die Zusammenhänge zwischen Smart Grids und Smart Meter, die Funktionalitäten des intelligenten Stromzählers und fasst alle relevanten Themen rund um Smart Meter zusammen: FEEI Broschüre zu Smart Meter zum Download

 

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