Donnerstag, 18. August 2022
Trendwende?

T-Mobile: Anzeichen der Stabilisierung

Telekom | Dominik Schebach | 26.02.2015 | |  Archiv
T-Mobile CEO Andreas Bierwirth sieht Anzeichen einer Stabilisierung im Telekom-Markt. T-Mobile CEO Andreas Bierwirth sieht Anzeichen einer Stabilisierung im Telekom-Markt.

Im Jahr 2006 verzeichnete die österreichische Telekom-Industrie ihr bestes Ergebnis. Seither geht es mit dem Umsatz stetig bergab. Doch im Finanzergebnis 2014 erblickt T-Mobile deutliche Anzeichen einer Stabilisierung: Der Umsatzrückgang verlangsamte sich auf 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nachdem er 2013 gegenüber 2012 noch bei 5,7 Prozent lag. Hingegen gelang dank effizienter Kostenkontrolle ein deutliches Wachstum beim Ergebnis.

Konkret erwirtschaftete T-Mobile im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von 815 Mio Euro. Das bereinigte EBITDA konnte um 9,9% auf 211 Mio Euro zulegen. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) betrug 59 Millionen Euro – nach dem tiefroten Ergebnis von 2013: Damals betrug das Minus wegen der Abschreibung wegen der hohen Frequenzgebühren 270,6 Mio. Euro. Wichtig sei auch, dass es T-Mobile gelungen sei, seinen Marktanteil zu stabilisieren.

„Zwar ist es erfreulich, dass sich der Umsatzrückgang verlangsamt hat. Aber es ist zu früh von einem Turnaround des heimischen Mobilfunkmarktes zu sprechen“, erklärte heute T-Mobile CEO Andreas Bierwirth. „Die deutliche Verbesserung unseres Ergebnisses ist in erster Linie auf unsere erfolgreichen Anstrengungen zur Kostenkontrolle zurückzuführen.“ Das Ergebnisniveau sei in Hinblick auf hohe Investitionserfordernisse des Mobilfunks weiterhin wesentlich zu niedrig. In den nächsten Jahren werden außerdem die Abschreibungen aufgrund der hohen Frequenzgebühren sowie der massiven LTE-Investitionskosten das Ergebnis weiter belasten.

Bierwirth sieht die Telekom-Industrie und damit auch T-Mobile in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess. Die Leistung verändere sich. Standen in den vergangenen Jahren noch Sprachminuten und SMS im Mittelpunkt, so gehe es heute nur noch um Datentarife. Denn der ARPU ging wegen weiterer Regulierung der Roaming-Tarife sowie des Preisverfalls bei SMS durch IP-Dienste weiter zurück. Das konnte nur zT durch höherwertige Datentarife ausgeglichen werden. „Wir sind keine Mobilfunket mehr, sondern Breitbandanbietergerade auch zu Hause“, erklärte der T-Mobile CEO deswegen. So konkurriere der Betreiber außerhalb von Wien und Graz mit dem Festnetz.  Gleichzeitig stieg die im Netz von T-Mobile übermittelte Datenmenge um 80 Prozent, im Jahr 2013 betrug dieser Anstieg sogar 100 Prozent. Dabei sinkt der durchschnittliche Preis pro Gigabyte weiterhin ab. Die Zahl der SIM-Karten blieb mit 4 Millionen Stück im Wesentlichen stabil, ein leichter Rückgang (1,7 Prozent) erklärt sich aus der Bereinigung nicht mehr aktiver Karten.

Klare Positionierung

Als großen Erfolg betrachtet Bierwirth die im vergangenen Jahr erfolgte Neupositionierung mit dem „Wie-ich-Will-Prinzip“. Damit einher ging die Trennung von Tarif und Handset. Sprich der Tarif wird nicht mehr über das gestützte Endgerät verkauft. Trotzdem greifen die Kunden zu den höherwertigen Tarifen mit besseren Datenpaketen wie Bierwirth betonte. „Wir verkaufen jetzt hochwertige Tarife aufgrund unserer Leistung und nicht aufgrund des Handsets.“

Mit dem Wie-ich-Will-Prinzip hat T-Mobile auch seinen Fokus auf den Bestandskundenmarkt gelegt. Dies sei auch eine Folge der Marktentwicklung. Denn erstmals sei 2014 die Anzahl der SIM-Karten in Österreich gesunken.

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