Freitag, 12. August 2022
Digitales Antennenfernsehen ab Herbst 2016 endgültig auf DVB-T2 umgerüstet

KommAustria erteilt neue Betriebszulassung für älteste DVB-T-Frequenzen

Multimedia | Wolfgang Schalko | 23.12.2015 | | 2  Archiv

Bis spätestens Februar 2019, nach derzeitigen Planungen aber schon im dritten Quartal 2017, wird die Übertragung der ORF-Fernsehprogramme auch auf den ältesten, nationalen Frequenzen des digitalen Antennenfernsehens vollständig von DVB-T auf die modernere und deutlich leistungsfähigere Technik DVB-T2 umgestellt und für 98% der Bevölkerung zu empfangen sein. Für alle weiteren nationalen privaten Programme ist die Umstellung bis spätestens August 2019 abzuschließen. Das ist der wesentliche Eckpunkt eines jetzt rechtskräftigen Bescheides der Medienbehörde KommAustria, die damit die Betriebszulassung für die Multiplex-Plattform A/B an die ORS vergibt. Die Zulassung gilt für den Zeitraum 2. August 2016 bis 2. August 2026.

Damit wird nach zehn Jahren die Zulassung für jene zwei bundesweiten Frequenzbedeckungen neu erteilt, auf denen im Jahr 2006 das digitale Antennenfernsehen in Österreich eingeführt wurde. Seither wurden darüber die öffentlich-rechtlichen und die nationalen Privatfernsehprogramme mit einfacher Bildauflösung (SD) verbreitet. Nach der Umstellung auf DVB-T2 werden sämtliche ORF-Programme, sowie ATV und ServusTV in HD-Auflösung angeboten. Neu hinzu kommt ATV2, das aber wie weiterhin PULS 4 in SD-Qualität übertragen wird. Außerdem neu, aber kostenpflichtig im Rahmen eines rund 30 weitere Programme umfassenden Abonnements, starten auf den Frequenzen die Programme RTL HD, VOX HD und SRF zwei HD, sowie SRF 1 in SD-Auflösung.

KommAustria genehmigt Grundverschlüsselung unter Bedingungen

Gemeinsam ist allen Programmen in Zukunft eine Grundverschlüsselung, die laut ORS auf Anforderungen der Programmveranstalter zurückgeht. Demnach würden viele Rechteinhaber derartige Maßnahmen aus Lizenzschutzgründen verlangen, wenn die Sendungen in HD-Qualität ausgestrahlt werden. Zwar bleibt der Empfang der ORF-Programme, sowie der Empfang von ATV, ATV II, PULS 4 (in SD) und ServusTV weiterhin kostenfrei, die Empfangsgeräte der Nutzer werden jedoch erst nach einer Registrierung freigeschaltet. Alle weiteren Programme sind gegen eine monatliche Gebühr zu empfangen (mehr dazu auf der Webseite von simpliTV). „Die KommAustria wird jedoch im Zweijahres-Rhythmus die Nutzerakzeptanz der Grundverschlüsselung überprüfen und deren Fortsetzung grundsätzlich nur dann genehmigen, wenn die ORS mehr als 150.000 registrierte Nutzer nachweist und damit nicht gegenüber der derzeitigen terrestrischen Nutzung zurückfällt“, so Susanne Lackner, zuständiges Mitglied der KommAustria.

Eine Ausnahme in Sachen Grundverschlüsselung gilt für ORF eins und ORF 2. Sie werden zunächst noch jedenfalls für drei weitere Jahre unverschlüsselt in SD-Qualität zu empfangen sein.

Mit der Unterstützung des Umstieges von DVB-T auf DVB-T2 folgt die Medienbehörde ihrem Auftrag, den digitalen Rundfunk auf allen Verbreitungswegen weiterzuentwickeln. Die Übertragungstechnik DVB-T2 erlaubt im begrenzten Frequenzspektrum mehr Programm- und damit Meinungsvielfalt bei gleichzeitig deutlich besserer Bildqualität, die insbesondere auf den zunehmend beliebteren Fernsehgeräten mit großen Bildschirmdiagonalen zum Tragen kommt.

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Kommentare (2)

  1. DVB-T2 Verlustgeschäft

    Für den Elektrofachhändler sind die simpliTV Geschäfte ein riesengroßes Verlustgeschäft. Nur mit enormen Verwaltungskram schafft man es, dass man dabei nicht voll draufzahlt. Ein Hohn, dass die Fachmedien das auch noch so bei den Fachhändlern anpreisen. Deshalb wenn es nur irgendwie geht soll der Kunde einen Sat-Receiver kaufen, alles andere ist betriebswirtschaftlicher Schwachsinn.

  2. Salzburg

    …in Salzburg wird der Schmarrn nicht ziehen, da seit 2008 deutsches DVB-T bei uns empfangbar ist 🙂

    Und ja ich bin medial schon in Deutschland…

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