Freitag, 7. August 2020
Bilanz Q3

Verluste bei Metro und Media-Saturn

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 04.08.2016 | Bilder | |  
Der Metro Konzern präsentierte die Ergebnisse aus Q3 des Geschäftsjahres 2015/16. (Bild: Gabi Eder/ pixelio.de) Der Metro Konzern präsentierte die Ergebnisse aus Q3 des Geschäftsjahres 2015/16. (Bild: Gabi Eder/ pixelio.de)

Metro präsentierte die Zahlen aus dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 bzw. der letzten neun Monate. Das Unternehmen spricht in diesem Zusammenhang von „weiteren erzielten Fortschritten bei der Transformation des Konzerns“ und „erneut gesteigertem Umsatz im Online- und Belieferungsgeschäft“. Die Bilanz zeigt jedoch einen Verlust der Metro-Gruppe von 24 Millionen Euro ...

Firmenchef Olaf Koch stellte bei der Präsentation der Quartalsergebnisse die positiven Aspekte in den Vordergrund: „Die Metro Group hat im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 weitere Fortschritte bei der Transformation des Konzerns erzielt und erneut den Umsatz im Online- und Belieferungsgeschäft gesteigert. So wuchs der Onlineumsatz bei Media Markt und Saturn um +34,7%, und der Belieferungsumsatz bei Metro Cash & Carry um mehr als 15% auf einen neuen Rekordwert von 13,3% Umsatzanteil.“

Sieht man sich die Zahlen der Quartals-Bilanz im Detail an, sieht man: Der Umbau des Handelskonzerns Metro und der schwache Rubel brocken dem Unternehmen einen Verlust ein. Minus 24 Millionen Euro stehen unterm Strich. Der Umsatz der Metro-Gruppe schrumpfte um 2,7% auf 13,6 Milliarden Euro.

Koch zeigte sich laut bei der Präsentation anwesenden Medienvertretern dennoch optimistisch. Das vierte Quartal werde besser, die Jahresziele würden erreicht, versprach er. Der Löwenanteil der Restrukturierungen – sie kosteten im Quartal rund 190 Millionen Euro – sei abgearbeitet. „Wir sind mit der Neuausrichtung des Unternehmens für mehr Wachstum, Kundenorientierung und unternehmerisches Handeln auf dem richtigen Weg.“ Dies zeige etwa der Rekordwert beim Umsatz im Geschäft mit der Belieferung von Großkunden wie Gastronomen sowie das Wachstum im Online-Geschäft. Media-Saturn habe die Verkäufe über das Internet etwa um 7,8% gesteigert.

Verluste trotz EURO 2016

Apropos Media Saturn. Auch die Elektronikhandelskette machte Verluste – trotz Fußball-Europameisterschaft, die das Geschäft ja grundsätzlich anfeuerte. Vor der EURO 2016 soll der Absatz von Fernsehern angezogen haben. Allerdings sind in dieser Produktsparte wie wir alle wissen die Gewinnspannen geringer … Außerdem wurde in neue Programme zur Kundenbindung investiert (E&W berichtete über den Media Markt Club“. Diese haben in erster Linie Geld gekostet. Laut Koch soll sich das Investment in Zukunft jedoch auszahlen.

Ausblick

Was das Gesamtjahr betrifft, sieht Koch die Metro auf Kurs. Handelskonzerne würden den Löwenanteil ihrer Gewinne ja traditionell im Weihnachtsquartal einfahren. Und was die Zukunft betrifft gibt sich auch das Unternehmen in seiner Aussendung optimistisch: „Für das Geschäftsjahr 2015/16 erwartet die Metro group nach wie vor – trotz des weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds – ein leichtes Wachstum des Gesamtumsatzes. Beim flächenbereinigten Umsatzwachstum geht die Metro Group nach einem Zuwachs von 1,5% im Vorjahr von einem leichten Anstieg aus. Sowohl zum Gesamtumsatz- als auch zum flächenbereinigten Umsatzwachstum sollen insbesondere die Vertriebslinien Metro Cash & Carry und Media-Saturn beitragen.“

Der Konzern geht davon aus, dass auch die Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2015/16 von einem weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld geprägt sein wird: „Dennoch ist die Metro Group unverändert zuversichtlich, aufgrund der bereits erfolgreich vorangeschrittenen Transformation der Geschäftsmodelle, die auch in Zukunft fortgesetzt werden wird, das Ergebnis weiter zu steigern. In diesem Zusammenhang legt die Metro Group außer auf operative Verbesserungen auch im Geschäftsjahr 2015/16 wieder einen starken Fokus auf effiziente Strukturen und eine strikte Kostenkontrolle.“

Im Plan

Was die Aufspaltung der Metro in zwei Unternehmen angeht (E&W berichtete), sieht Koch das Unternehmen im Zeitplan. Bis Mitte 2017 will Koch ja das Großhandels- und Lebensmittelgeschäft in eine neue Gesellschaft abspalten. Der Konzern soll dann in zwei börsennotierte Unternehmen geteilt werden. Geplant ist ein Lebensmittelspezialist mit den Töchtern Cash & Carry und Real unter der Leitung von Koch und ein Unternehmen für Unterhaltungselektronik, das von Media-Saturn-Chef Pieter Haas geführt werden soll. Die Aufspaltung solle mehr Schlagkraft bringen, meinte Koch gegenüber Medienvertretern. Auch müsse sich Koch dann nicht mehr mit dem Minderheitseigner von Media-Saturn, Erich Kellerhals, mit dem er sich seit Jahren einen erbitterten Machtkampf liefert. herumschlagen, wie der Trend Koch zitiert. Im Herbst soll es dann weitere Informationen zur Aufspaltung der Metro geben.

Bilder
Der Umbau des Handelskonzerns und der schwache Rubel bescherten dem Metro Konzern Verluste. Firmenchef Olaf Koch musste bei der Präsentation der Quartalsergebnisse einen Verlust von 24 Millionen Euro angeben. Der Umsatz der Metro-Gruppe schrumpfte um 2,7% auf 13,6 Milliarden Euro. Konzernchef Olaf Koch verspricht dennoch, dass die Jahresziele erreicht werden.
Der Umbau des Handelskonzerns und der schwache Rubel bescherten dem Metro Konzern Verluste. Firmenchef Olaf Koch musste bei der Präsentation der Quartalsergebnisse einen Verlust von 24 Millionen Euro angeben. Der Umsatz der Metro-Gruppe schrumpfte um 2,7% auf 13,6 Milliarden Euro. Konzernchef Olaf Koch verspricht dennoch, dass die Jahresziele erreicht werden.
Auch die Elektronikhandelskette Media-Saturn machte Verluste.
Auch die Elektronikhandelskette Media-Saturn machte Verluste.

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