Samstag, 28. März 2020
2 Gbit/s

T-Mobile und Huawei demonstrieren 4,5G in Österreich

Telekom | Dominik Schebach | 24.10.2016 | |  
T-Mobile und Huawei bringen die Mobilfunkzukunft nach Österreich: Mit 4.5G-Technologie knapp 2 Gigabit pro Sekunde erreicht (v.l.n.r.: Erich Manzer, Vice President Key Account Management Huawei Austria, Rüdiger Köster, CTO T-Mobile Austria und Driton Emini, Abteilungsleiter Radio Networks T-Mobile Austria) T-Mobile und Huawei bringen die Mobilfunkzukunft nach Österreich: Mit 4.5G-Technologie knapp 2 Gigabit pro Sekunde erreicht (v.l.n.r.: Erich Manzer, Vice President Key Account Management Huawei Austria, Rüdiger Köster, CTO T-Mobile Austria und Driton Emini, Abteilungsleiter Radio Networks T-Mobile Austria)

Die vierte Mobilfunkgeneration wurde zwar erst eingeführt. Doch für Netzbetreiber und Infrastrukturanbieter steht die Entwicklung nicht still. Dort legt man bereits die Grundlage für die nächsten Mobilfunkgenerationen. So auch bei T-Mobile und Huawei, die erstmals die Zwischenstufe 4,5G mit einer Übertragungsrate von 2Gbit/s live in Österreich demonstrierten.

4.5G stellt einen Zwischenschritt zu 5G (Nachfolger von 4G/LTE) dar und soll im Jahre 2018 auf den Markt kommen. 5G soll zwei Jahre später folgen. An einem einheitlichen 5G-Standard arbeiten weltweit verschiedene Technologie-Konsortien. Die 5. Mobilfunkgeneration wird Internet der Dinge, Virtual Reality oder autonomes Fahren wie auch datenintensive Breitbandanwendungen vorantreiben. Sobald für 5G ein einheitlicher Standard geschaffen ist, wird der Ausbau weltweit gestartet.

„Für die Mobilfunker selbst stellt 5G einen Paradigmenwechsel dar. In den letzten 20 Jahren waren wir damit beschäftigt, vor allem Sprache zu verschicken. Jetzt stoßen wir in eine völlige Datenwelt vor, in welcher neue Anwendungen entwickelt werden. Nur mit 5G werden diese Mengen an Daten weiterhin zuverlässig transportiert werden können“, so Rüdiger Köster, CTO T-Mobile. Im Jahr 2015 wurden im T-Mobile-Netz 70.071 Terabyte transportiert. Innerhalb von fünf Jahren bedeutet dies eine Steigerung von rund 1.500 Prozent (2010: 4.718 Terabyte).

Neue Kombination

Die zusätzlichen Kapazitäten in der Mobilfunkzelle von 4,5G beim Test wurden durch die Kombination von unterschiedlichen Technologien erreicht: „Higher MIMO Order“ (Mehrantennentechnik), „Carrier Aggregation“ (Bündelung von Frequenzen) sowie „256 Quadratur Amplitude Modulation“ für eine göherwertiges Modulationsverfahren im Download und somit eine effizientere Nutzung der Funkverbindung. Bei der eingesetzten Mehrantennentechnik (MIMO = Multiple Input Multiple Output) werden 4×4 Antennen sowohl bei der Sendestation als auch beim Empfangsgerät eingesetzt. MIMO erlaubt die parallele Übertragung von Daten über mehrere Kanäle mithilfe von mehreren Antennen auf Sender- und Empfängerseite. „4×4 MIMO“ verdoppelt nahezu die Datenübertragungsrate im Vergleich zu der heute eingesetzten „2×2 MIMO“-Technik. Sie erfordert aber den Einsatz zusätzlicher Funktechnik und zusätzlicher Antennensysteme.

Bei „Carrier Aggregation“ werden mehrere Frequenzen (im Test je 20MHz aus dem 800MHz-, 900MHz-, 1800MHz-, 2,1GHz-Band und 2,6GHz-Band) gebündelt. Durch die parallele Verwendung der Übertragungswege werden Bandbreiten von bis zu 150 Mbit/s je Träger erzielt. Der Vorteil dieser Technologie liegt darin, dass durch den Zusammenschluss der Frequenzen in der Regel die bestehende Infrastruktur verwendet werden kann und langwierige und kostenintensive Aufrüstungen entfallen. Aktuell können zwei Träger gebündelt werden, die Zukunft wird bis zu fünf ermöglichen.

Durch den Einsatz des höherwertigen Modulationsverfahrens 256 QAM (derzeit 64 QAM) kann der Mobilfunkkanal noch effizienter genutzt werden und somit die Datenübertragung nochmal um 30% gesteigert werden.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.