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Samstag, 6. Juni 2026
„Ein annehmbares Ergebnis“

WKÖ: Einzelhandels-Jahresbilanz 2016

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 31.01.2017 | |  Archiv
Die Einzelhandels-Jahresbilanz 2016 der WKÖ zeigt ein nominelles Umsatzplus im Einzelhandel, und zwar online und stationär gemeinsam – von plus 1%. Darüber hinaus wurden 2016 1.600 zusätzliche Jobs im heimischen Einzelhandel vergeben. „Damit beschäftigt der Einzelhandel mehr Menschen denn je“, so die Bundessparte Handel der WKÖ. (Grafik: WKÖ) Die Einzelhandels-Jahresbilanz 2016 der WKÖ zeigt ein nominelles Umsatzplus im Einzelhandel, und zwar online und stationär gemeinsam – von plus 1%. Darüber hinaus wurden 2016 1.600 zusätzliche Jobs im heimischen Einzelhandel vergeben. „Damit beschäftigt der Einzelhandel mehr Menschen denn je“, so die Bundessparte Handel der WKÖ. (Grafik: WKÖ)

Heute, am 31. Jänner, präsentierte die WKÖ die Einzelhandels-Jahresbilanz 2016. Das Ergebnis auf den Punkt: „Eine stabile Entwicklung zeichnete den österreichischen Einzelhandel auch im abgelaufenen Jahr 2016 aus. Das nominelle Umsatzplus betrug im stationären Einzelhandel plus 0,9% und im Internet-Einzelhandel plus 4%. Das nominelle Umsatzplus liegt somit gesamt bei plus 1%. Das ist ein annehmbares Ergebnis", so Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel der WKÖ, Iris Thalbauer, GF der Bundessparte Handel der WKÖ und Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria.

Die Einzelhandels-Jahresbilanz 2016 zeigt also ein nominelles Umsatzplus von 0,9% im stationären Einzelhandel. Das Umsatzwachstum im österreichischen Internet-Einzelhandel betrug 2016 plus 4%. „Der österreichische Internet-Einzelhandel hat sich auch 2016 deutlich dynamischer als der stationäre Einzelhandel entwickelt“, führt Iris Thalbauer aus. Die Wachstumsdynamik der vergangenen Jahre hätte 2016 jedoch auch hier abgeflacht: „Nach einem nominellen Umsatzplus von 7% im Jahr 2015 kann 2016 ein Online-Wachstum von 4% erzielt werden. In Summe ist im Gesamtjahr 2016 der Brutto-Jahresumsatz im österreichischen Internet-Einzelhandel um rund 100 Millionen Euro auf etwa 3,4 Milliarden Euro gestiegen und erreicht damit knapp 5% des Einzelhandelsvolumens in Österreich.“ 

1% Umsatzplus 2016 stationär und online 2016  

Bundesspartengeschäftsführerin Thalbauer erläutert weiter: „Die Dynamik im Internet-Einzelhandel verstärkt auch 2016 das konjunkturelle Wachstum im gesamten Einzelhandel, also stationär und online: Rechnet man zur nominellen Umsatzsteigerung von 0,9% im stationären Einzelhandel 2016 den Anstieg im Internet-Einzelhandel von 4% hinzu, liegt das nominelle Umsatzplus gesamt bei plus 1%. In absoluten Zahlen bedeutet das ein Umsatzwachstum im gesamten Einzelhandel von rund 700 Millionen Euro.“ 

Stabiles Weihnachtsgeschäft

Dazu beigetragen habe auch die stabile Entwicklung im Weihnachtsgeschäft, wie Thalbauer ausführt: „Wie in den Jahren 2014 und 2015 stiegen auch 2016 die Weihnachtsumsätze im heimischen Einzelhandel um +0,5%. Damit bestätigt sich unsere Zwischenbilanz zum Weihnachtsgeschäft bis zum vierten Advent-Einkaufssamstag 2016. Zurückzuführen ist das leichte Umsatzwachstum wie in den vergangenen Jahren auf steigende Online-Verkäufe.“ In Summe sind die Weihnachtsumsätze im heimischen Einzelhandel (stationär und online) auf rund 1,63 Milliarden Euro gewachsen, das entspricht einem Plus von rund 5 Millionen Euro gegenüber 2015. „Mit rund 1,53 Milliarden Euro trägt jedoch nach wie vor der stationäre Einzelhandel den Großteil zum Weihnachtsgeschäft – nämlich rund 94% – bei“, so Thalbauer, und: „Der heimische Internet-Einzelhandel knackt mit einem Umsatzplus von 5% erstmals die 100 Millionen Euro-Marke und trägt rund 6% zum gesamten heimischen Weihnachtsgeschäft bei.“ 

Die Branchensieger 2016

Handelsforscher Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria erläutert im Detail: „Der Einzelhandel mit Schuhen und Lederwaren hat im Jahr 2016 – nach hohen Rückgängen im Jahr 2015 – mit +2% das höchste nominelle Umsatzplus erzielt. An zweiter Stelle folgt mit dem Lebensmitteleinzelhandel die mit Abstand umsatzstärkste Branche. Der Lebensmitteleinzelhandel konnte mit +1,9% einmal mehr überdurchschnittlich hohe Zuwächse erwirtschaften und trägt damit wesentlich zur positiven Entwicklung des Einzelhandels insgesamt bei.“ 

Erfreulich sei das Jahr 2016 zudem für den Einzelhandel mit kosmetischen Erzeugnissen (+1,6%), den Einzelhandel mit Sportartikeln (+1,2%) und den Einzelhandel mit Büchern und Schreibwaren (+1%) verlaufen. Am schwächsten habe sich der Bekleidungseinzelhandel, die in Bezug auf den Umsatz zweitwichtigste Einzelhandelsbranche, entwickelt. Weitere umsatzstarke Einzelhandelsbranchen wie der Einzelhandel mit Möbeln (+0,5%) und der Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf (+0,1%) haben 2016 das Umsatzniveau des Vorjahres knapp übertreffen können – so auch der Einzelhandel mit Elektrogeräten und Computern mit +0,2%

„Preissteigerungen im Handel absolut im Rahmen“

„Erfreulich ist, dass sich die Preissteigerungen im Handel absolut im Rahmen gehalten haben“, so Handelsobmann Buchmüller: „Die Verkaufspreise im Einzelhandel sind 2016 im Durchschnitt nur um 0,3% gestiegen. Dies bedeutet eine weitere Abschwächung gegenüber den Vorjahren und stellt die niedrigste Erhöhung der vergangenen Jahre dar. Die Inflationsrate fällt mit 0,9% weiterhin höher aus.“ 

Buchmüller weiter: „Die Zahlen zeigen auch, dass der Absatz von Waren im heimischen Einzelhandel gestiegen ist.“ Real – unter Berücksichtigung der Preisentwicklung im Einzelhandel – führt die nominelle Umsatzentwicklung von +1% zu einer Steigerung des Absatzvolums (stationär und online) von +0,7%.

„Beschäftigungszahlen im Einzelhandel mehr als erfreulich“ 

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im gesamten Einzelhandel ist 2016 mit +0,5% ähnlich hoch angestiegen wie 2015 (da waren es +0,4%). In absoluten Zahlen bedeutet der Anstieg 2016 ein Plus von plus 1.600 Mitarbeitern im Einzelhandel. „Damit bietet der Einzelhandel im Jahresschnitt 329.100 unselbstständig Beschäftigen einen Arbeitsplatz“, zeigt sich Handelsobmann Peter Buchmüller „mehr als erfreut“. Übrigens: Knapp die Hälfte davon arbeitet Teilzeit.  

Ausblick

WKÖ und KMU Forschung Austria befragten die heimischen Einzelhändler zu ihren Erwartungen. Das Ergebnis: Mit 78% erwartet der Großteil der Einzelhändler in Österreich für die nächsten Monate eine stabile Geschäftsentwicklung. 9% rechnen mit einer Verbesserung der Geschäftslage, während 13% eine Verschlechterung befürchten.

Handel goes www III

Es ist noch immer so, dass rund die Hälfte der Internetausgaben der Österreicher (knapp 3,4 Mrd. Euro) ins Ausland fließen. Um diesem Kaufkraftabfluss entgegen zu wirken, startete die WKÖ schon vor einigen Jahren die Initiative „Handel goes www“. Das Ziel: Die österreichischen Händler internetfit machen. Dieses Jahr startet „Handel goes www“ Teil III. Von April bis in den Herbst hinein werden in ganz Österreich Webshows übertragen. „Die Digitalisierungsoffensive der WKÖ geht also weiter“, so Thalbauer gegenüber E&W. Der Zuspruch seitens der Händler ist groß, bestätigt die Bundesspartengeschäftsführerin. Klarerweise kommen die interessierten Händler vorwiegend aus jenen Branchen, die vom Internethandel stark betroffen sind. Bei der letzten Initiative meldeten sich übrigens rund 900 Händler aus dem Bundesland Wien und rund 300 aus Vorarlberg. „Das ist sehr erfreulich“, sagt Thalbauer.

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