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Mittwoch, 24. Juli 2024
Deloitte Radar 2017 zum Wirtschaftsstandort Österreich

„Abwärtstrend gestoppt“

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 07.04.2017 | |  Archiv
: In der Gesamtanalyse der globalen Indizes nehmen die Schweiz, Schweden sowie die USA die Top-Platzierungen ein und erreichen stets die Top 10. Österreich befindet sich in vier der fünf untersuchten Indizes unter den Top 20 und belegt im Durchschnitt insgesamt Platz 19. (Grafik: Deloitte) : In der Gesamtanalyse der globalen Indizes nehmen die Schweiz, Schweden sowie die USA die Top-Platzierungen ein und erreichen stets die Top 10. Österreich befindet sich in vier der fünf untersuchten Indizes unter den Top 20 und belegt im Durchschnitt insgesamt Platz 19. (Grafik: Deloitte)

Bereits zum vierten Mal wurde heuer von Deloitte Radar die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Österreich bewertet und das Ergebnis zeigt: „Der Abwärtstrend der letzten Jahre ist vorerst gestoppt. Deloitte sieht gerade jetzt die Chance für eine nachhaltige Verbesserung und fordert die schnelle Umsetzung der vorliegenden Konzepte.

„Der Indexwert über die sieben bewerteten Standortfaktoren steigt im Jahresvergleich von 2,86 auf 3,00 von maximal 5 Punkten“, so das Ergebnis der Deloitte Metastudie. Nun gebe es die Chance für eine nachhaltige Verbesserung und brauche Österreich eine klare Vision, um wieder an der Spitze mitspielen zu können, meinen die Experten.

In den letzten Jahren war das ehemalige Top-Wirtschaftsland Österreich ins Mittelfeld der Industrienationen abgerutscht. Heuer zeigt die Deloitte Analyse ein positiveres Bild: „Im internationalen Wettbewerb konnte die langjährige Abwärtsbewegung aufgehalten werden.“

„Der Standort verzeichnet erstmals seit Jahren eine erfreuliche Entwicklung. Es kann nun entweder ein wenig besser oder sogar viel besser werden, wenn wir das vorhandene Potenzial heben“, betont Bernhard Gröhs, Managing Partner von Deloitte Österreich. „Jetzt heißt es dranbleiben und dieses Momentum nutzen. Österreich braucht eine klare Vision: Top 3 in Europa und Top 10 weltweit bis 2025 – das ist machbar und dort gehören wir hin.“

Drei von fünf positiv

Drei der fünf untersuchten Indizes entwickeln sich positiv, der Networked Readiness Index bleibt unverändert und nur beim Innovation Index verschlechtert sich die Alpenrepublik laut Deloitte leicht. Gerade bei Innovation und Digitalisierung werde sich die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit aber entscheiden. In der Gesamtanalyse der globalen Indizes nehmen die Schweiz, Schweden sowie die USA die Top-Platzierungen ein und erreichen stets die Top 10. Österreich befindet sich in vier der fünf untersuchten Indizes unter den Top 20 und belegt im Durchschnitt insgesamt Platz 19.

Positive Tendenz

Im Gesamtranking hat sich Österreich im Jahresvergleich leicht verbessert. Beim politischen und makroökonomischen Umfeld gibt es mit drei von fünf Punkten eine Steigerung um einen Punkt. „Die Konjunktur zieht an, die Investitionen der Unternehmen nehmen wieder zu und zahlreiche Konzepte zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit liegen auf dem Tisch“, so Deloitte.

Herausfordernd stellen sich wie die Metastudie zeigt Außenwirtschaft und Arbeitsmarkt dar. Bei der Betrachtung der anderen Einzelfaktoren zeige sich eine Seitwärtsbewegung. „Das regulatorische Umfeld bewerten die Experten mit zwei Punkten gleich ernüchternd wie im letzten Jahr. Zu viele Auflagen und Hürden behindern die Unternehmen. Auch beim Bereich Kosten (2015 und 2016: 1 Punkt) gibt es trotz erster guter Ansätze noch viel Handlungsbedarf. Das Ziel der kommenden Jahre muss eine kontinuierliche Senkung der Steuer-und Abgabenquote sowie eine vernünftige Regulierung sein. Es braucht keinen starken, sondern einen smarten Staat – Vereinfachung ist das Zauberwort“, so Gröhs.

Digitalisierung und Innovation

Bei Innovation und Digitalisierung hat Österreich im EU-Vergleich noch Verbesserungspotenzial – hier muss zukünftig laut Deloitte ein klarer Fokus gelegt werden. Der Standortfaktor Digitalisierung, Innovation, Forschung und Technologie wird wie im Vorjahr zwar mit vier von fünf Punkten bewertet – „aber es gibt Luft nach oben.“ Die am schnellsten wachsenden Innovatoren sind laut Innovation Index Lettland, Malta, Litauen und die Niederlande, führend sind noch immer die skandinavischen Länder. „Österreich muss zu einem echten Innovation Leader in Europa werden“, erklärt Barbara Edelmann, Partnerin bei Deloitte Österreich. „Die digitale Fitness muss bei Investitionen in die Zukunft ganz oben stehen. Außerdem braucht es mehr Transparenz im Förderwesen, mehr Risikokapital für Unternehmen und mehr Förderung der digitalen Kompetenzen in der Bevölkerung.“

Optimistisches Resümee

„Trotz vieler Handlungsfelder mit notwendigen Verbesserungen“, wie Deloitte sagt, zieht Bernhard Gröhs in der Gesamtheit ein optimistisches Resümee: „Österreich hat im letzten Jahr gezeigt, dass der Abwärtstrend aufgehalten werden kann. Vieles entwickelt sich positiv und die internationalen Wirtschaftsdaten geben uns Rückenwind. Wir müssen uns jetzt an den Besten messen und konkrete Maßnahmen setzen – dann können wir im globalen Standortwettbewerb wieder einen Spitzenplatz erlangen.“

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