Montag, 17. Februar 2020
Multimedia-Kommentar E&W 4/2018

Alles neu macht der April

Multimedia | Wolfgang Schalko | 08.04.2018 | |  

Zugegeben, „alles” ist definitiv ein wenig zu dick aufgetragen, aber der April bringt doch eine Reihe einschneidender Veränderungen für den heimischen Elektrohandel bzw. läutet diese zumindest ein. Dass dies nicht immer nur kommod ist, liegt auf der Hand. Dass sich dadurch aber auch Chancen ergeben, ebenso.

Da hätten wir zunächst die „Chinesen“, die jetzt mit mehr oder weniger schweren Geschützen – aber definitiv mit einem professionellen und erfahrenen Distributionspartner – im heimischen Elektrohandel auffahren. Gemeint ist damit Hisense, im globalen Business Riese, hierzulande (noch) Zwerg. Ändern will das die CB Austria unter der Führung von Christian Blumberger und Michael Grafoner – die nun (trotz des schwächelnden TV-Marktes, aber mit bevorstehender Fußball-WM) definitiv bessere Startbedingungen vorfinden als beim missglückten vorigen Anlauf (zur Erinnerung: Vor einigen Jahren fand im Zuge der übernommenen Loewe-Distribution auch das „Anhängsel“ Hisense den Weg ins Sortiment der damaligen HB Austria). Man darf jedenfalls gespannt sein, wie der neue Player am umkämpften Markt ankommt.

Mit „Loewe“ ist ein weiteres Stichwort bereits gefallen: Der langjährige Österreich-Geschäftsführer Hannes Lechner ist zurück auf der Branchenbühne und mit ihm der ehemals größte Loewe-Aktionär: Sharp. Allerdings befindet sich die japanische Traditionsmarke mittlerweile im Besitz des Unternehmens Foxconn, das gemeinhin als weltgrößter (Apple-)Auftragsfertiger bekannt ist. Beide „Neulinge“ haben einiges vor: Hisense will mittelfristig in die Top 3 am Markt vorstoßen, Sharp peilt kurzfristig das Überspringen der 5% Marktanteils-Marke an. Als hilfreich könnte sich da wie dort erweisen, dass der Marktführer weiterhin schwächelt und auch keine Anzeichen macht, die durcheinandergewirbelte Vertriebsstruktur wieder in geordnete Bahnen zu lenken (wovon natürlich alle anderen Akteure am Markt ebenfalls profitieren).

Apropos Profit: Dieser ist definitv nicht der Grund, warum Gernot Fischer mit DAB+ an den Start gegangen ist und das Digitalradio nun in den Regelbetrieb geführt hat (zunächst in Wien und Umgebung). Allerdings öffnet sich dem Handel (insbesondere jenem Teil, der es bis dato noch nicht „übernasert“ hat), ein neues Geschäfstfeld – das zwar nicht mit hochpreisigen Geräten aufwarten kann, aber in den nächsten Jahren mit einer großen zu erwartenden Menge. Zudem liefert DAB+ an sich ein Thema (bzw. damit verbunden sogar zahlreiche Themen, von InCar-Ausstattung über Mediennnutzung bis hin zum Katastrophenwarnsystem) über das es sich wieder wunderbar reden/philosophieren lässt.

Reden muss man leider auch über Novis: Der ehemalige Sonos-Distributor schließt mit Ende April seine Pforten, wodurch dem österreichischen Fachhandel ein gewogener Lieferant abhanden kommt und sich die ohnehin kleine Zahl der Audio-Vertriebe weiter reduziert. In Summe also einiges, das der heimische Handel im April zu verarbeiten hat – aber auch einiges, mit dem er in Zukunft arbeiten kann.

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