Freitag, 12. August 2022
Dynamik flacht ab

Bundessparte Handel: Turbulentes erstes Halbjahr 2018

Hintergrund | Dominik Schebach | 31.07.2018 | |  Archiv
Sparten-Obmann Peter Buchmüller, Sparten-Geschäftsführerin Iris Thalbauer und Ernst Gittenberger (KMU Forschung Austria) haben die Zwischenbilanz des Handels für das erste Halbjahr 2018 präsentiert. Sparten-Obmann Peter Buchmüller, Sparten-Geschäftsführerin Iris Thalbauer und Ernst Gittenberger (KMU Forschung Austria) haben die Zwischenbilanz des Handels für das erste Halbjahr 2018 präsentiert.

In ihrer Zwischenbilanz für 2018 kommt die Bundessparte Handel zu einem gemischten Ergebnis. Die Konjunkturdynamik ist deutlich abgeflacht. Betrachtet man die Entwicklung nach den einzelnen Branchen, so ist der EFH hier besonders betroffen. 

Nach einem Plus von 2% im 1HJ 2017 hat die Branche in den ersten sechs Monaten 2018 nominell um 1,3% zugelegt. Deutlich weniger als im Vorjahr. Unter Berücksichtigung der Preisentwicklung im Einzelhandel, die mit 1,9% der allgemeinen Inflationsrate entspricht, führt das zu einem realen Minus von 0,6%. Wachstumsführer im Handel sind – nach Daten der KMU Forschung Austria – der EH mit Bau- und Heimwerkerbedarf (+4,5%), der Sportartikelhandel (+2,7%) sowie der Lebensmitteleinzelhandel (+2,5%). Deutlich im Minus sind in den ersten sechs Monaten der Spielwarenhandel (-2,2%), der Elektrofachhandel (-2,0%) sowie der Handel mit Schuhen und Lederwaren (-1,3%). In absoluten Zahlen haben die Umsätze im stationären Einzelhandel in der ersten Jahreshälfte 2018 rund 34,6 Mrd Euro betragen.

„Wir blicken auf eine turbulente erste Jahreshälfte zurück. Unterm Strich zeigt sich: Die Konjunkturdynamik flacht wieder etwas ab“, so Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), bei der Vorstellung der Zwischenbilanz. Nach einem guten Start im Jänner, weist der stationäre Einzelhandel im Februar ein Umsatzminus auf. Das kalendarisch frühe Ostergeschäft hat dem Einzelhandel in Österreich im März hohe Umsatzzuwächse beschert und im Gegenzug nur ein knappes Plus im April. Der Mai entwickelt sich – nicht zuletzt wetterbedingt – schwächer als im Vorjahr. Das Umsatzminus im Mai kann jedoch vom Plus im Juni wieder wettgemacht werden.

Verstärkt hat sich das Beschäftigungswachstum. Nach Beschäftigungszuwächsen von unter 1% pro Jahr in den Jahren 2015 bis 2017 hat der Einzelhandel in Folge des Konjunkturaufschwungs ein Beschäftigungsplus in Höhe von 1,2% bzw rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 verzeichnet. Damit gibt es im österreichischen Einzelhandel im ersten Halbjahr 2018 im Durchschnitt rund 333.500 unselbstständig Beschäftigte.

Ausblick: „stabil bis vorsichtig optimistisch“

Das Stimmungsbarometer bei den von der KMU Forschung Austria zur Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten befragten Einzelhändlerinnen und Einzelhändler in ganz Österreich steht auf „stabil bis vorsichtig optimistisch“: Während laut KMU Forschung Austria 18% eine Verbesserung der Geschäftsentwicklung erwarten und 79% mit einem stabilen Geschäftsverlauf rechnen, gehen demgegenüber nur 3% von Umsatzrückgängen aus.

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