Freitag, 12. August 2022
„Geschäftsklima hat sich das dritte Jahr in Folge verbessert“

Creditreform: Firmeninsolvenzen stagnieren

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 31.07.2018 | |  Archiv
Dank der guten Konjunktur sind die Firmeninsolvenzen in Österreich im Durchschnitt um 1% zurückgegangen, wie die Creditreform Firmeninsolvenzstatistik für das 1. Halbjahr 2018 zeigt. Im Handel sind die Insolvenzen sogar um 1,2% zurückgegangen. (Grafik: Creditreform) Dank der guten Konjunktur sind die Firmeninsolvenzen in Österreich im Durchschnitt um 1% zurückgegangen, wie die Creditreform Firmeninsolvenzstatistik für das 1. Halbjahr 2018 zeigt. Im Handel sind die Insolvenzen sogar um 1,2% zurückgegangen. (Grafik: Creditreform)

Dank guter Konjunktur stagnieren die Firmeninsolvenzen in Österreich bzw. sind sogar leicht um 1% zurückgegangen, wie die endgültigen Zahlen der Creditreform Firmeninsolvenzstatistik für das 1. Halbjahr 2018 zeigen.

Nach dem historischen Tiefststand von 2017 und einem leichten Wachstum im 1. Quartal 2018 stagnieren die Insolvenzen nun bei gesamt 2.685 Fällen, wie die Zahlen der Creditreform Firmeninsolvenzstatistik für das 1. Halbjahr 2018 zeigen: „Die eröffneten Verfahren sind dabei um -2,4% auf 1.578 gesunken, die mangels Vermögen abgewiesenen Insolvenzen um +1% auf 1.107 gestiegen. Bei allen Insolvenzverfahren waren in Summe rund 9.000 Arbeitsplätze und 31.000 Gläubiger betroffen. Die Insolvenzverbindlichkeiten werden auf ca. 1 Mrd. Euro geschätzt.“

Gab es im 1. Quartal noch einige Großinsolvenzen (NIKI, Wienwert) so wurden im 2. Quartal wieder mehr Klein- und Kleinstunternehmen insolvent. Creditreform-GF Gerhard M. Weinhofer meint dazu: „In volatilen Zeiten ändert sich auch das Insolvenzgeschehen sehr schnell. Ein paar wenige Insolvenzanträge können so manche Prognose zunichtemachen. Trotz guter Konjunktur ist daher generell jedem Unternehmen zu raten, ein wachsames Auge auf seine Kunden und die eigene Liquidität zu werfen. Der Ausfall eines Großkunden kann schnell negative Folgen haben.“

Branchenvergleich

„Seit mehreren Quartalen zeigt sich die Robustheit der heimischen Industrie“, sagt Creditreform. „Der Rückgang an Insolvenzen beträgt hier 17,8%.“ Erfreulich sei auch die Entwicklung in der traditionell am stärksten betroffenen Branche „Bauwesen“ mit 9,2% weniger Insolvenzen. „Gleichwohl ist der Bau mit 19 Insolvenzen je 1.000 Branchenunternehmen am insolvenzanfälligsten. Im österreichischen Durchschnitt gehen sieben von 1.000 Unternehmen den Gang zum Insolvenzgericht. Im Transportwesen sowie im Kredit- und Versicherungswesen sind die Insolvenzen um +8,2% bzw. +6,1% gestiegen.“ Im Handel gibt es etwas mehr als sechs Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen. Die Firmeninsolvenzen im Handel sind im 1. HJ 2018 (im Vergleich zum 1. HJ 2017) insgesamt um -1,2% zurückgegangen.

Bundesländervergleich

Die größten Rückgänge meldeten laut Creditreform Salzburg (-17,5%), Tirol (-13,9%) und Oberösterreich (-7,4%). Dagegen hätten die Bundesländer Vorarlberg (+13,2%), Steiermark (+8,1%) und Burgenland (+3,7%) einen Zuwachs an Insolvenzen verzeichnet. Die höchste relative Insolvenzbetroffenheit herrschte in Wien mit elf Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen. Österreichweit wurden im Durchschnitt etwas mehr als sieben Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen gezähl, wie die Statistik zeigt.

Conclusio

Creditreform fasst zusammen: „Schon im Herbst 2017 haben die von uns jährlich befragten Unternehmen optimistisch in das Jahr 2018 gesehen. Dieser Trend hat sich bei der Frühjahrsumfrage im heurigen Jahr bestätigt, wo so viele Unternehmen wie seit 2011 nicht mehr von vollen Auftragsbüchern berichtet haben. Das Geschäftsklima hat sich das dritte Jahr in Folge verbessert. Dieser Optimismus verdankt sich starker Exporte, weiterhin niedrige Finanzierungskosten und einer guten Kauflaune der heimischen Konsumenten. All das lässt das Insolvenzgeschehen auf niedrigem Niveau stagnieren.“

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