Dienstag, 26. Mai 2020
„Die Zeit der Experimente ist vorbei!“

estro zu 20 Jahre elektro.at

Hintergrund | Wolfgang Schalko | 14.09.2018 | Bilder | |  

Noch vor 20 Jahren galt es, den eigenen Vertrieb über neue Kanäle zu ergänzen und diese aktiv zu gestalten. Durch die fortschreitende Digitalisierung, neue Tools und unglaublich präzise Auswertungsmöglichkeiten kann man heute sagen, dass sich die Gestaltung des Online-Vertriebs zahlengetrieben mittlerweile in sehr engen Korridoren bewegt. Das heißt Distributoren, Hersteller oder Service-Dienstleister müssen sich zum größten Teil an immer neue Anforderungen anpassen. „Die Zeit der Experimente ist vorbei!“, so Christian Strobl, COO bei estro multimedia solutions. „Es geht heute zu allererst um Professionalisierung, Effizienz und eine gute Verbindung zwischen klassischem Vertrieb im Außendienst und dem Online-Vertrieb.“

Auf welche Erfahrungen estro seit dem Start des ersten Webshops für den Fachhandel in Österreich im Jahre 2001 zurückgreift, verrät Christian Strobl im Interview.

Was hat Sie 2001 zum Start des ersten Webshops für Fachhändler in Österreich bewogen? Hatten Sie eine genaue Vorstellung davon, was Sie erreichen wollen?

Strobl: Zunächst war es unser Ziel, überhaupt im Internet präsent zu sein – keine Selbstverständlichkeit in der damaligen Zeit. Durch die Ausrichtung unseres Angebots auf digitale Produkte, vor allem im Bereich TV-Empfang und Netzwerktechnologie, wollten wir auch unseren Vertrieb auf die digitale Zukunft vorbereiten. All unsere Produkte und Services sollten auch digital, d.h. per Mausklick erreichbar sein und konsequenter Weise auch kaufbar. Das war die Geburtsstunde unseres Online-Shops! Allerdings war der Vertrieb über den Online-Shop für die nächsten rund 10 Jahre „nur“ eine Ergänzung bisheriger Vertriebskanäle, mit stetig wachsendem Erfolg und immer größerer Bedeutung.

Wie sahen die ersten Reaktionen der Fachhändler aus und wie haben sich diese im Verlauf der Zeit verändert?

Strobl: Viele waren überrascht, der Shop war ja auch einzigartig und neu. Doch die meisten modernen Fachhändler haben das Angebot sehr schnell und sehr positiv angenommen – schließlich lagen und liegen die Vorteile einer 24/7 Bestellmöglichkeit klar auf der Hand. Im Ergebnis konnten wir 2013 einen weiteren Meilenstein erreichen: Wir haben den analogen Bestellblock abgeschafft und wickeln auch mit dem Außendienst seither sämtliche Bestellungen immer über den Onlineshop ab.

Potenzial oder Gefahr? Wie sieht estro den gegenwärtigen und zukünftigen Verkauf im Internet?

Strobl: Beides ist richtig und hängt von der eigenen Beweglichkeit ab. Keiner kann sich leisten, mit der Entscheidung für oder gegen den Onlinevertrieb zu experimentieren. Denn selbstverständlich ist der Online-Vertrieb ein unverzichtbarer Teil unserer Arbeit, inklusive moderner Aufbereitung, schneller Prozesse, Datenschutz und optimaler Auffindbarkeit. Außerdem darf man hier nicht den Anschluss verlieren und muss sich jeden Tag erneut fragen, wo Innovationen gebraucht werden und wo nicht. Ohne kontinuierliche Professionalisierung geht es nicht mehr! Gleichzeitig gibt es viele Produkte und Lösungen, die weiterhin Erklärungen und persönlichen Kontakt erfordern – und das kann kein Google oder Amazon übernehmen. Hier liegt die große Chance für uns!

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Estro-COO Christian Strobl blickt im Gespräch mit E&W Online auf den eigenen, mittlerweile ebenfalls bald 20 Jahre bestehenden Webshop zurück.
Estro-COO Christian Strobl blickt im Gespräch mit E&W Online auf den eigenen, mittlerweile ebenfalls bald 20 Jahre bestehenden Webshop zurück.

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