Montag, 18. Oktober 2021
Station in Wien

WAVE: E-Mobil-Rallye stoppte bei Phoenix Contact

Hintergrund | Karl Pichler | 28.09.2018 | Bilder | |  
Ankunft der „E-Mobilen” – hier ein VW Oldtimer zum Zwischenstopp bei Phoenix Contact.
Ankunft der „E-Mobilen” – hier ein VW Oldtimer zum Zwischenstopp bei Phoenix Contact.

WAVE steht für „World Advanced Vehicle Expedition” und ist die größte E-Mobil-Rallye der Welt. Drei Tage vor Abschluss erfolgte ein Zwischenstopp in Wien bei Phoenix Contact. Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH beschäftigt sich ja mit der Entwicklung und Produktion von Komponenten für Ladeinfrastruktur (Ladekabel, Ladecontroller, softwarebasierte Applikationslösungen) und ist ein überzeugter Sponsor der Aktivität.

Tour Direktor Louis Palmer hat 2007/2008 mit seinem Solartaxi die Welt als erster Mensch in einem solarbetriebenen Auto umrundet. Seine Mission: „Der Welt zeigen, dass man mit Solarenergie um die Erde fahren kann, dass die Technologie alltagstauglich ist und es Spaß macht!“ Nach seiner Rückkehr verlieh ihm die UNEP (United Nations Environment Programme) die Auszeichnung „Champion of the Earth“ in der Kategorie Inspiration and Action, und die UNO gab ihm den Auftrag, sich weiterhin für die Umwelt und die Sensibilisierung der Bevölkerung einzusetzen.

So entstand die WAVE, die jährliche E-Mobil-Rallye, die Pioniere und Enthusiasten anzieht mit dem Ziel, der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Seit 2011 machen die Organisatoren rund um Louis Palmer damit auf umweltschonende Mobilität aufmerksam. Seitdem haben hunderte internationale Teams mit ihren Fahrzeugen daran teilgenommen.

Die WAVE-Trophy Austria führte heuer über spektakuläre Alpenpässe, zu innovativen Unternehmen und in über 40 Städte und Gemeinden, welche die Elektromobilität gezielt vorantreiben. Teams aus neun Nationen in unterschiedlichsten Fahrzeugen, angefangen von den neuesten Serienfahrzeugen bis zu Umbauten wie z.B. einem elektrischem VW-Käfer-Cabriolet, Leichtfahrzeuge wie der SAM oder auch Elektromotorräder und Elektroroller, starteten am 21. September in Wangen im Allgäu und beenden heuer ihre Mission nach 1.600 km am 29. September in Werfenweng.

Anlässlich des Zwischenstopps bei Phoenix Contact wurde zum Pressegespräch mit den Organisatoren und führenden Experten aus dem Bereich Elektro-Mobilität eingeladen. Im Rahmen der Diskussionen war Christian Chimani (Head of Center Low Emission Transport, Austrian Institute of Technology) zuversichtlich, dass sich das Thema Elektromobilität in Österreich bereits etabliert hat und in wenigen Jahren ein wesentlicher Anteil von E- und Hybrid-Fahrzeugen auf unseren Straßen unterwegs sein wird. Die Geschwindigkeit dieses Technologiewechsels wird davon abhängen, wie es gelingt die Energiedichte der Batterien zu steigern, die Kosten zu senken und wie der Energiespeicher mit Technologien wie dem Leichtbau und energiesparenden Antriebssystemen (Leistungselektronik) kombiniert wird. Außerdem wird es notwendig sein, dass in der Fahrzeugtechnologie zukünftig viel stärker diversifiziert wird, d.h. eigene Fahrzeuge für den Stadt- oder Pendlerverkehr und für Langstrecken angeboten werden.

Steuererleichterungen gefordert, Ausbildung vorhanden

Für Heimo Aichmaier, Geschäftsführer von Austrian Mobile Power, ist E-Mobilität für Österreich ein ganz zentrales Thema: Einerseits um den heimischen Innovations- und Produktionsstandort einer global angesehen Automobilzulieferindustrie zu erhalten, andererseits um den EU-weiten Zielsetzungen hinsichtlich einer nachhaltigen Energie- und Mobilitätswende gerecht zu werden. Gewiss sei, dass ohne den breiten Ausbau von E-Mobilität die angepeilten Emissionseinsparungen in Europa nicht erreichen werden. Aichmaier weiter: „Politische Zielsetzungen alleine werden zu wenig sein, um nachhaltige Mobilität auf die Straße zu bringen. Man muss sich dringend über die steuerliche Gleichstellung aller Elektrofahrzeuge, eine Ökologisierung der Pendlerpauschale bis hin zum Fall der Luxustangente bei Steuerbefreiungen von E-Dienstfahrzeugen Gedanken machen. Schließlich muss der Staat in so einschneidenden Bereichen wie jener der nachhaltigen Mobilität in die richtige Richtung steuern.“

„Unsere Verantwortung und Aufgabe als innovative Hochschule ist es, zielgerichtet dafür ExpertInnen auszubilden“, so FH-Prof. Andreas Petz (Head of Green Mobility, FH Campus Wien als „Nachbar“ von Phoenix Contact). Mit dem Masterstudium Green Mobility wird ein Studium angeboten, das im Osten Österreichs einzigartig ist. Es deckt das gesamte Spektrum der Elektromobilität ab: eine technische Kernausrichtung, ergänzt um wirtschaftliche, ökologische, soziale und rechtliche Inhalte. „Die Qualität der Masterarbeiten – viele in Zusammenarbeit mit Branchengrößen – spricht eine deutliche Sprache. Unsere Studierenden sind schon während ihres Studiums von Industrie und Gewerbe sehr gefragt“, promotete Petz.

Wohl mit ein Grund, warum Österreich „besser dasteht als Deutschland“ (!), so Oliver Stöckl als General Manager der Phoenix Contact E-Mobility GmbH. Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH war u.a. maßgeblich an der Definition des CCS Standards wie auch des „HPC High Power Charging“ Systems beteiligt.

Ein Beitrag von Phoenix Contact

Die Grundvoraussetzungen zur weiteren Verbreitung der Elektromobilität enthalten, neben der Erhöhung der Reichweiten von batteriebetriebenen Fahrzeugen, die Schaffung einer einheitlich definierten und verbreiteten Ladeinfrastruktur sowie die drastische Reduzierung der Ladezeiten. Die Besitzer der 23.640 Elektrofahrzeuge in Österreich finden lediglich 2.477 Ladestationen vor, also heißt es am Arbeitsplatz oder zu Hause über Nacht die Batterien aufladen (für eine Tagesmobilitätsleistung, derzeit zu je 40%).

Um die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen weiter zu erhöhen, können nun Ladezyklen realisiert werden, die jenen eines konventionellen Betankungsvorganges entsprechen. Hierzu wird es erforderlich sein, Leistungen von 350 kW und mehr zu übertragen, die mit den bisherigen Systemen nicht realisierbar sind. Der CCS Standard (Combined Charging System) findet mittlerweile branchenweite Beachtung und es kann erwartet werden, dass er sich in seinen beiden Ausprägungen (Typ 1 USA und Typ 2 Europa) weltweit durchsetzen wird. Der auf dem CCS basierende HPC „High Power Charging“-Standard soll nun diese Herausforderung durch aktiv gekühlte Ladekabel und Stecker lösen. Erhöhte E-Fahrzeugreichweiten wie auch der Ausbau der Schnelllade-Infrastruktur werden die Alltagstauglichkeit steigern und somit auch die Akzeptanz der Elektromobilität.

 

Bilder
Gaben Einblick in die Elektromobility-Aktivitäten (v.l.n.r.): Thomas, Lutzky (Geschäftsführer Phoenix Contact in Österreich), Heimo Aichmaier (Geschäftsführer Austrian Mobile Power), Andreas Petz (Head of Green Mobility, FH Campus Wien), Louis Palmer (Veranstalter der WAVE Trophy) und Christian Chimani (Head of Center Low Emission Transport, Austrian Institute of Technology).
Gaben Einblick in die Elektromobility-Aktivitäten (v.l.n.r.): Thomas, Lutzky (Geschäftsführer Phoenix Contact in Österreich), Heimo Aichmaier (Geschäftsführer Austrian Mobile Power), Andreas Petz (Head of Green Mobility, FH Campus Wien), Louis Palmer (Veranstalter der WAVE Trophy) und Christian Chimani (Head of Center Low Emission Transport, Austrian Institute of Technology).
Tankstress vor der Weiterfahrt: „Haben wir volle Batterien?” (Fotos: Karl Pichler)
Tankstress vor der Weiterfahrt: „Haben wir volle Batterien?” (Fotos: Karl Pichler)
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