Freitag, 7. August 2020
Umwelt und Menschen betroffen

Elektroaltgeräte: Massiver Schaden durch illegale Exporte

Hintergrund | Dominik Schebach | 26.11.2018 | |  
Angsichts der Österreich-Premiere des Dokumentarfilms „Welcome to Sodom Angsichts der Österreich-Premiere des Dokumentarfilms „Welcome to Sodom" tritt die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle recht eindringlich gegen den illegalen Export von Altgeräten auf. (Bild: EAK)

Illegale Exporte von Elektroaltgeräte stellen eine massive Umweltbelastung dar. Angesichts der Österreich-Premiere des Dokumentarfilms „Welcome to Sodom“, der ein erschütterndes Bild der "größten Elektromüllhalde Europas" in Ghanas Hauptstadt Accra zeichnet und gerade europaweit für Aufsehen sorgt, appelliert die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) deswegen an alle Konsumentinnen und Konsumenten, Elektroaltgeräte wie bei den österreichweit mehr als 2100 dafür vorgesehenen Sammelstellen abzugeben und keinesfalls an illegale Sammler.

„Diese Sammler verfügen über keine Sammelgenehmigung und haben nicht die technischen Möglichkeiten, wertvolle Rohstoffe aus den Altgeräten ordnungsgemäß wiederzugewinnen“, betont Elisabeth Giehser, Geschäftsführerin der EAK. “Nichtverwertbare Teile und Schadstoffe werden außerdem meist deponiert und schädigen damit nachhaltig unsere Umwelt.“

Denn die illegal entsorgte Elektroaltgeräte landen oft nicht bei dafür vorgesehenen Verwertungsbetrieben, sondern teilweise auf afrikanischen Mülldeponien. Der aktuelle Dokumentarfilm „Welcome to Sodom“ von Florian Weigensamer und Christian Krönes spricht in Zusammenhang mit einer Elektromüllhalde in Ghanas Hauptstadt Accra gar vom „giftigsten Ort der Welt“. Dort landen jährlich etwa 250.000 Tonnen Elektroschrott. Etwa 6.000 Menschen leben auf und von dieser Müllhalde und versuchen, mit einfachsten Mitteln und ohne Schutzbekleidung Rohstoffe aus den Elektroaltgeräten zu gewinnen. Dabei werden hochgiftige Substanzen in Luft, Boden und Grundwasser freigesetzt – mit gravierenden Folgen für die Umwelt und die Gesundheit der betroffenen Personen.

Fachgerechte Entsorgung

Durch fach- und umweltgerechte Entsorgung im eigenen Land können hingegen Sekundärrohstoffe gewonnen und Emissionen eingespart werden, betont man seitens der EAK. „Jeder Kühlschrank, jede Waschmaschine, jedes Handy enthält wertvolle Rohstoffe wie z.B. Eisen, Kupfer oder Gold“, erläutert Giehser. „Durch umweltfreundliche Verwertung können diese Sekundärrohstoffe gewonnen werden, die sonst nur in geringem Ausmaß und unter gravierender Einflussnahme auf die Natur zur Verfügung stünden. Damit werden auch viele Emissionen eingespart, die das Problem der Klimaerwärmung sprichwörtlich anheizen“.

Alte Elektrogeräte können österreichweit bei über 2.000 Sammelstellen gratis zur Entsorgung abgegeben werden. An vielen Sammelstellen gibt es auch eigene „ReUse“-Bereiche, wo gebrauchte, aber noch funktionstüchtige Elektrogeräte gesammelt und auf Wiederverwendbarkeit geprüft werden. Die kommunalen Sammelstellen Österreichs sind auf der Website www.elektro-ade.at auffindbar.

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