Samstag, 20. Juli 2019
Mehr Radio für Österreich ab Ende Mai

Der Countdown läuft: Digitalradio DAB+ startet national

Multimedia |Wolfgang Schalko | 23.01.2019 | |  

Gut ein Jahr nach dem Start des regionalen DAB+ Netzbetriebes für die Ostregion Österreichs im April 2018 startet das DAB+ Netz mit mehr österreichweiten Radioangeboten nun am 28. Mai 2019 und somit eine neue Ära des Hörfunks in Österreich. Der ORS wurde am 2. August 2018 die Zulassung für den Betrieb der bundesweiten Multiplex-Plattform für digitalen terrestrischen Hörfunk im Standard DAB+ (MUX I) für die Dauer von 10 Jahren erteilt (E&W Online berichtete). Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen zunächst die Landeshauptstädte und wichtige Verkehrswege versorgt werden, bei einer geplanten Gesamtabdeckung von rund 83 Prozent der österreichischen Bevölkerung.

Derzeit können die Hörerinnen und Hörer auf UKW ein limitiertes, österreichweites Programmangebot empfangen – das ändert sich nun zum Start um weitere 9 bundesweit empfangbare Radiostationen auf DAB+: Neben Klassik Radio, Radio Energy und Radio 88.6, die bereits jetzt lokal analog-terrestrisch zu hören sind, werden zunächst Rock Antenne, Radio Maxima, Technikum ONE, Arabella Plus, Radio Maria und ERF Plus auf DAB+ national On-Air gehen und so neue Radioprogramme für Österreich anbieten. Weitere Radioangebote werden folgen.

Der österreichweite Netzausbau des bundesweiten DAB+ Multiplexes für digitalen Hörfunk erfolgt in drei Phasen. Die ORS gab den Rollout-Plan der drei Ausbauphasen bekannt:

  1. Am 28. Mai 2019 erfolgt die gemeinsame Aufschaltung der Standorte Wien-Kahlenberg, Wien-Liesing, Wien-DC Tower, Graz-Schöckl, Linz-Lichtenberg und Semmering-Sonnenwendstein. Im Zuge dieser ersten Ausbauphase werden mit Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Oberösterreich bereits nahezu 60% der österreichischen Bevölkerung digital-terrestrisches Radio DAB+ empfangen können.
  2. Die Phase 2 der Inbetriebnahme des bundesweiten MUX, erfolgt am 31. März 2020 und wird die Standorte Bregenz-Pfänder, Innsbruck-Patscherkofel, Salzburg-Gaisberg und St. Pölten-Jauerling umfassen. Mit dieser Ausbaustufe sind dann bis zu 75% der österreichischen Einwohner mit DAB+ Empfang versorgt.
  3. In der dritten Ausbaustufe wird Kärnten für den Empfang von Digitalradio DAB+ erschlossen, während der Empfang von digitalem-terrestrischen Radio DAB+ in der Steiermark und dem Burgenland weiter ausgebaut wird. Diese Inbetriebnahmephase ist für den 22. September 2020 angesetzt und wird die Standorte Bruck an der Mur-Mugl, Klagenfurt-Dobratsch, Rechnitz-Hirschenstein und Wolfsberg-Koralpe betreffen. Die dritte Ausbauphase wird die Versorgung der wesentlichen Ballungsräume mit digital-terrestrischem Radio auf über 83% der österreichischen Bevölkerung steigern.

Diese enorme Reichweite eröffnet für die an DAB+ teilnehmenden Privatradioveranstalter gänzlich neue Chancen am Hörfunkmarkt und für die Hörerinnen und Hörer ein deutlich größeres Programmangebot. „Die technische Zukunft des Radios in Österreich ist vielfältig und reicht vom analogen UKW-Radio, über Streaming-Angebote via Internet bis zum digitalen Radiostandard DAB+. Die Versorgung mit DAB+ stellt dabei ein Zusatzangebot zur etablierten und nahezu flächendeckenden UKW-Versorgung dar“, ist Michael Wagenhofer, Geschäftsführer der ORS-Gruppe, überzeugt.

Digitaler Aufholbedarf in Österreich – Europa setzt auf DAB+

Der Verein Digitalradio Österreich hat sich in den letzten Jahren intensiv bemüht, die Verbreitung des Übertragungsstandards Digital Audio Broadcasting (DAB+) in Österreich voranzutreiben. Großbritannien, Norwegen, die Schweiz, die Niederlande, Frankreich, Deutschland, Italien sowie Tschechien und Belgien: Immer mehr Staaten in Europa setzen auf DAB+, dem zukunftsfähigen digitalen Rückgrat der Rundfunkverbreitung. „Unser Ziel ist es, auch in Österreich – im Herzen von Europa – den Hörerinnen und Hörern mit mehr Radioangeboten auf DAB+ zu versorgen. Wir freuen uns, dass der regionale Multiplex mit seinem Programmangebot in der Ostregion einen sensationell guten Zuspruch findet und die Vorbereitungsarbeiten der ORS zum Aufbau des nationalen Netzbetriebes gestartet sind“, zeigt sich Wolfgang Struber, Vorsitzender des Vereins Digitalradio Österreich, erfreut über den bevorstehenden Start des nationalen Netzbetriebes von DAB+ in Österreich. Wichtig sei auch, dass die DAB+ Lücke zwischen Deutschland und Südtirol auf der Brennerautobahn geschlossen wird.

EU Parlament beschließt Digitalradio-Pflicht für Neuwagen

Ein internationaler Meilenstein für den ungetrübten Radiogenuss im Auto ist der Beschluss des EU Parlaments, wonach Autoradios in Neuwagen künftig neben UKW den digitalen-terrestrischen Radioempfang ermöglichen müssen, also z.B. mit DAB+. Diese Interoperabilität digitaler Radioempfangsgeräte ist ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung der Kommunikationsnetze und -dienste sowie insgesamt zur Stärkung des Binnenmarktes für die elektronische Kommunikation in der EU, wobei auf nationaler Ebene eine gesetzliche Verankerung noch bevorsteht.

Handel gerüstet mit großer Radiovielfalt

Im Handel ist man bestens für den Sendestart von DAB+ gerüstet: MediaMarkt und Saturn als Marktführer im heimischen Elektronikhandel will nicht nur mit einer Vielzahl an passenden Geräten zu besten Preisen, sondern auch umfassender Beratung und Kompetenz zum Thema DAB+ punkten – vom smarten, transportablen Mini-Radiogerät bis hin zu kompakten Soundanlagen sind unterschiedlichste Modelle aller Kategorien und führender Marken zu haben und in allen Märkten vor Ort vorführbereit ausgestellt.

Thomas Pöcheim, Geschäftsführer MediaMarktSaturn, zum bevorstehenden Start von DAB+ in Österreich: „Unser Ziel ist es, innovative und zukunftsweisende Technologien zu den Menschen zu bringen, um damit verschiedenste Bereiche des täglichen Lebens in der digitalen Welt zu optimieren. Dazu zählt auch DAB+ als innovativer Radiostandard. Deshalb haben wir von Beginn an aktiv an der Initiative mitgearbeitet. Wir sind bereit für alle Kundenanfragen und freuen uns, dass wir zum Sendestart Interessenten in ganz Österreich ein großes Sortiment passender Empfangsgeräte und umfangreiche Beratungskompetenz anbieten können.“

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.