Mittwoch, 17. Juli 2019
Pikanter Spionagevorwurf mit Folgen

Bezos klagt Katzenbeisser

Hintergrund |Stefanie Bruckbauer | 01.04.2019 | |  

Wie Medien international berichten, reichte Amazon-Gründer Jeff Bezos beim „New York State Court” Klage gegen Hannes Katzenbeisser ein. Der Grund: Die von Katzenbeisser angekündigte „Fachberatung auf Flügeln”, bei der Fachberater mittels Drohnen schnellstmöglich zum Kunden kommen sollen. 

Hannes Katzenbeisser bestätigte die Medienberichte auf Nachfrage von elektro.at. Wie der Elektrohändler erzählt, sieht er sich mit Spionagevorwürfen konfrontiert. Nur noch mal zu Erinnerung: Im Oktober 2018 sorgte ein von Katzenbeisser veröffentlichtes Video aus New York für Verstimmung. Das auf allen sozialen Medien geteilte Video zeigt den Elektrohändler vor einem der weltweit ersten „Amazon 4 Star-Stores” in Manhattan. Die Berichterstattung sei zwar bewusst objektiv gestaltet gewesen, wie Katzenbeisser gegenüber elektro.at betont, sie scheint von Amazon allerdings als Bedrohung wahrgenommen worden bzw. als Versuch der Spionage. War das der Startschuss für ein persönliches Kräftemessen zwischen „David und Goliath”? Diese Überlegung lässt freien Raum für Spekulationen… 

Grund für Jeff Bezos‘ Verstimmung könnte natürlich auch ein anderer sein. Katzenbeisser eröffnete ja im April letzten Jahres seinen ersten Flagship-Store im Herzen New Yorks. „In Zeiten von Amazon & Co sehen wir diesen Schritt als Signal für viele Fachhändler aller Branchen”, so Geschäftsführer und Eigentümer Hannes Katzenbeisser damals. Aus Insider-Kreisen sickerte jedoch durch, dass die Tatsache, dass ein kleiner Fachhändler aus Österreich im Heimatmarkt des Internet-Giganten versucht Fuß fassen, zu Beunruhigung geführt hätte. Das renommierte Wall Street Journal jedenfalls zitierte die damalige Amazon-Führungsriege anlässlich der Eröffnung des Katzenbeisser Flag-Ship-Stores mit den Worten „Who the f*** is Katzenbeisser?”. Wurde mit der nun eingebrachten Klage zurückgeschossen? Man kann nur spekulieren … 

Rückendeckung für Katzenbeisser

Kurz nach Bekanntwerden der Klagseinbringung meldete sich kein geringerer als Arnold Schwarzenegger zu Wort: „Es is imbossibl, dass äi glana Elektrouhändla aus meina olden Heiomat von an amerikainischn Multimilliardea geklogd wird, nur weils deam momentan wegn saina Schaidung ned zaoumgehd”, wird die steirische Eiche aus unbestätigten Quellen zitiert. „Des warad jou dessölbe, wie wenn i mid oana Bambgann auf an Spoudzn schiassn däid”, so der ehemalige kalifornische Gouverneur. 

Fairplay gewünscht 

Katzenbeisser hat scheinbar viele Unterstützer, sehr engagierte Unterstützer wie eine erste unschöne Aktion gegen den Online-Giganten Amazon zeigen. Katzenbeisser versucht zu Beschwichtigen: „Wir sind natürlich dankbar für die vielen Unterstützer ob dieser illustren Klage, jedoch kann es nicht sein, dass Gewalt oder Zorn an den Tag gelegt werden. Die Gerichte werden entscheiden!”, so der Elektrohändler. Im Gespräch mit elektro.at erläuterte er den Hintergrund: „Ein unbekannter Mann, besonders korpulent, dunkle Haare, um die 50 Jahre alt, zirka 189cm groß, Brille mit Carbon-Rahmen, dunkelblaue Jacke, Ehering, beschädigte eines der Amazon-Plakate in der Nähe des neuen Verteil-Lagers des Online-Giganten in Wien Nord.“ Ein Auszug aus dem Polizeiprotokoll aus Wien-Floridsdorf zeigt: „Zeugen beschrieben den Fluchtwagen des Täters als ‚…weißen Lieferwagen mit einem aufgemalten blauen Katzenkopf, mehr war in der Dunkelheit nicht zu erkennen…‘.

Zurück zur Causa 

Aber nun zurück zur Causa: Basierend auf der erfolgreichen und über die Wiener Grenzen hinaus bekannten „Fachberatung auf Rädern” des Wiener Elektrohändlers, hatten Katzenbeisser und sein Team eine weitere innovative Service-Idee: „Was, wenn wir in Zukunft unsere Fachberater mit Drohnen zu unseren Kunden fliegen?”, so Hannes Katzenbeisser. „Platz für einen Start- und Landeplatz haben wir im Garten des Mautner Schlössls in der Prager Straße und so könnten wir noch schneller bei unseren Kunden sein, um neue Musikanlagen, Fernseher oder Heimkinos zu planen. Wir hätten dann die erste Fachberatung mit Flügeln der Welt”, so der Elektrohändler euphorisch. Das Problem: Wie Katzenbeisser gegenüber elektro.at erläutert, schien diese Idee nicht im vertrauten Kreis des Katz-Teams zu bleiben. Die Ermittlungen würden bereits auf Hochtouren laufen und ergaben folgenden Schluss: „Als einzig mögliche und wahrscheinlichste Sicherheitslücke dürfte sich eine besonders ‚neugierige‘ Kollegin im Verkaufsraum des Elektrohändlers als ‚Plappermaul‘ erwiesen haben und diese Idee direkt an Amazon-Chef Jeff Bezos weitergetragen haben, der die Idee mit den Drohnen als Verletzung seiner Patente deutet. Die erst im Herbst als Unterstützung für das Katz-Team installierte Alex A. wurde per sofort vom Dienst suspendiert. Es gilt allerdings die Unschuldsvermutung“, so der Text im Protokoll. Auf die Frage, wie Katzenbeisser nun weiter vorgehen will, sagt der g’schmeidige Wiener: „April, April!“ 

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