Mittwoch, 26. Juni 2019
Handelsverband: Wie Omnichannel-ready sind Österreichs Händler?

Omnichannel Readiness Index ORI 2.0

Die Branche |Stefanie Bruckbauer | 31.05.2019 | |  
Im April 2018 wurde der erste Omnichannel Readiness Index des Handelsverbandes publiziert. In Kooperation mit Google und MindTake wurden 45 Einzelhändler Österreichs aller Branchen nach ihrer Omnichannel-Reife verglichen und gebenchmarkt. Nun erschien der ORI 2.0. (Bild: Handelsverband) Im April 2018 wurde der erste Omnichannel Readiness Index des Handelsverbandes publiziert. In Kooperation mit Google und MindTake wurden 45 Einzelhändler Österreichs aller Branchen nach ihrer Omnichannel-Reife verglichen und gebenchmarkt. Nun erschien der ORI 2.0. (Bild: Handelsverband) Der österreichische Handelsverband erstellte und präsentierte nun schon zum zweiten Mal den sogenannten Omnichannel Readiness Index „ORI“. Dieser digitale Benchmark zeigt, wie sich der österreichische Handel in Sachen Omnichannel Retailing – das ja immense Potentiale zur Kundengewinnung und -bindung eröffnet - entwickelt hat.

85% der Konsumenten recherchieren vor einem geplanten Kauf im Internet. 62% der stationären Käufe werden digital beeinflusst. Und mehr als 90% der österreichischen Internetnutzer kaufen online ein. Zahlen, die belegen, welche immensen Potentiale zur Kundengewinnung und -bindung Omnichannel Retailing eröffnet. Wie gut die heimischen Einzelhändler auf diese Realität eingestellt sind, untersuchte nun schon zum zweiten Mal in Folge die Handelsverband Studie „Omnichannel Readiness Index 2019“.

„Eine Omnichannel Strategie ist für jeden österreichischen Händler heute unabdingbar, da sich Konsumenten bei einer Vielzahl von Kaufentscheidungen online informieren, und dann in einer Filiale kaufen – oder auch umgekehrt. Sie leben im wahrsten Sinne des Wortes in einer Omnichannel Realität. In diesen wichtigen Kaufentscheidungs-Momenten als Händler präsent zu sein, hat einen wesentlichen Anteil am Erfolg eines Händlers. Die Omnichannel Readiness Studie (ORI) 2019 bietet den österreichischen Händlern eine Verortung, wie gut ihre online und offline Kanäle bereits verzahnt sind und zeigt konkrete Potenziale und Handlungsempfehlungen auf”, so Christine Antlanger-Winter, Country Director von Google Österreich.

Im April 2018 wurde der erste Omnichannel Readiness Index des Handelsverbandes publiziert. In Kooperation mit Google und dem Marktforschungsinstitut MindTake wurden 45 Einzelhändler Österreichs aller Branchen nach ihrer Omnichannel-Reife verglichen und gebenchmarkt. Anhand von knapp 100 Einzelkriterien wurde geprüft, wie gut die Kanäle der Big Player im österreichischen Retail verzahnt sind.

Als sehr außergewöhnlich am Studiendesign wird beschrieben: „Die 360° Perspektive durch Kombination verschiedener Erhebungstechniken. Neben Desk Research und Händlerbefragung wurden über 1.000 Konsumenten dazu befragt, wie wichtig Ihnen die jeweiligen Faktoren sind. Die Einschätzungen sind in den Index eingeflossen – belohnt wurde also nicht nur das Vorhandensein von Omnichannel-Features, sondern auch die Bereitstellung der für den Konsumenten wertvollen Services“, so die Studienautoren.

„Eine fantastische Evolution“

„Nun steht der ORI 2.0 zur Verfügung und wir beobachten eine fantastische Evolution: Alle 45 analysierten Händler sind besser geworden! Trotzdem hat der Markt noch riesige Potenziale: 80% der Konsumenten wünschen sich die Filterbarkeit der Suchergebnisse im Online-Shop nach Verfügbarkeit in der Filiale, doch nicht einmal jeder zehnte Händler bietet dies an. Nachholbedarf auch bei der Lieferung: Fast alle Konsumenten (84%) möchten ganz genau wissen, wann ihre Bestellung ankommt, doch nur jeder sechste Händler kann das auf den Tag genau sagen”, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes.

Der Konsument 2019 versus 2018

Mit der zunehmenden Digitalisierung stellen sich auch höhere Erwartungen beim Konsumenten ein, wie der ORI 2.0 zeigt: Erheblich gestiegen sind diese beispielsweise im Bereich Mobile: Eine mobil-optimierte Website ist ein Muss, außerdem Click-to-Call, um den Händler mit einem Klick auf die Telefonnummer direkt anrufen zu können.

Es zeigt sich auch ein gesteigertes Bewusstsein der Konsumenten für Omnichannel-Angebote: 64% wünschen sich die Möglichkeit, Produkte in der Filiale zu kaufen und nach Hause liefern zu lassen. 2018 wurde dies nur von 56% erwartet. Die Wichtigkeit von Click & Collect hat zugenommen und inzwischen wünschen sich mehr als die Hälfte der Shopper auch in der Filiale die Möglichkeit, Produkte online zu bestellen. Knapp Dreiviertel finden, dass on- und offline das gleiche Sortiment angeboten werden sollte.

Alle 45 betrachteten Händler haben wie gesagt insgesamt zugelegt, der ORI-Index ist dabei im Durchschnitt von 62% auf 68% gestiegen. Der durchschnittliche ORI-Index in der Kategorie „Computer & Elektro(nik)“ liegt bei 70%. Kategorie-Sieger ist Media Markt mit einem Wert von 73%.

In der Kategorie „Wohnen & Einrichten“ liegt der Branchenschnitt bei 65%. Kategorie-Sieger ist Mömax 74%.

 

Detaillierte Ergebnisse aus den beiden eben genannten Kategorien und weitere interessante Erkenntnisse aus dem ORI 2.0, lesen Sie in der E&W-Juli-Ausgabe.

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