Donnerstag, 14. November 2019
eCommerce-Studie Österreich 2019

Internet-Einzelhandel steigt auf 7,5 Mrd Euro Umsatz

Hintergrund Die Branche |Dominik Schebach | 05.06.2019 | |  
Im Non-food-Bereich in Österreich haben sich bereits 18% der Umsätze ins Internet verlagert. Davon fließt mehr als die Hälfte zu internationalen Anbietern wie Amazon ab. Im Non-food-Bereich in Österreich haben sich bereits 18% der Umsätze ins Internet verlagert. Davon fließt mehr als die Hälfte zu internationalen Anbietern wie Amazon ab. (© amazon) Zum 10. Mal hat heute der Handelsverband seine eCommerce-Studie präsentiert. Diese zeigt einen ungebrochenen Trend zum Online-Einzelhandel, sinkende Käuferzahlen im klassischen Versandhandel und eine massive Zunahme im Mobile-Commerce. Das Gesamtvolumen des Online-Handels stieg dabei auf 7,5 Mrd Euro, wovon rund 1,2 Mrd. Euro auf Elektrogeräte entfielen.

„Die österreichischen Distanzhandelsausgaben werden vom eCommerce getragen und erreichen mit 8,1 Mrd. Euro einen absoluten Rekordwert. Von 7,5 Mrd. Euro Onlineumsatz fallen bereits 800 Mio. Euro auf den M-Commerce, was einem Zuwachs von +25 % entspricht. Smartphone-Shopping ist damit beliebt wie nie zuvor. Die rund 9.000 heimischen Webshops profitieren vom wachsenden Markt leider nur begrenzt, da mehr als jeder Zweite im Ausland bestellt und so den Kaufkraftabfluss verstärkt“, kommentiert Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes, die Ergebnisse der Studie.

Erstellt wurde die Studie in Zusammenarbeit mit der KMU Forschung Austria. Laut deren Angaben sind die To-Warengruppen im Distanzhandel Bekleidung (1,9 Mrd Euro), Elektrogeräte (1,2 Mrd Euro.) sowie Bücher (0,7 Mrd Euro). Die stärksten Zuwächse wurden in den Sektoren Möbel/Deko (+18%), Kosmetik (12%) sowie Schuhe/Lederwaren (+9%) verzeichnet. Bedenklich: Mittlerweile fließen 4,5 Mrd. oder 57% der Distanzhandelsausgaben zu ausländischen Anbietern, die Loyalität zu österreichischen Shops nimmt weiter ab. Massiv zurückgegangen sind auch die Ausgaben im klassischen Versandhandel, das Minus beträgt -100 Mio Euro.

Ländervergleich

„Rund 11% der gesamten Einzelhandelsausgaben der österreichischen Privathaushalte fließen bereits in den Distanzhandel. Damit liegt Österreich im Ländervergleich auf dem Niveau der Schweiz, aber weiterhin unter den 13% in Deutschland“, so Harald Gutschi, Vizepräsident des Handelsverbandes und Leiter der Plattform „Versandhandel und E-Commerce“.

Deutliche Unterschiede bestehen zwischen den beiden Einzelhandelssegmenten Food und Non-Food. „Während hierzulande im Lebensmittelhandel lediglich rund 1% der Konsumausgaben in den Distanzhandel fließen, werden im Non-Food-Handel bereits knapp 18% im in- und ausländischen Internet-Einzelhandel getätigt“, bestätigt Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria.

Voice Commerce

Der als Megatrend gehypte Voice Commerce mittels Smart Speaker steckt in Österreich noch in den Kinderschuhen. Das Wachstum verläuft allerdings laut Handelsverband exponentiell. „Im Vorjahr haben knapp 200.000 Österreicher internetbasierte persönliche Assistenten wie Amazon Echo oder Google Home genutzt. Mittlerweile stehen wir bei 450.000 – das ist eine echte Ansage“, so Will. 30.000 Konsumenten haben bereits via Alexa & Co. Produkte bestellt. Damit hat sich die Zahl der Voice-Shopper seit 2018 verdoppelt.

Die Studie

Die „eCommerce Studie Österreich – Konsumentenverhalten im Distanzhandel“ wird jährlich von der Plattform „eCommerce & Cross Border“ des Handelsverbands bei der KMU Forschung Austria in Auftrag gegeben. Im Mittelpunkt der Studie stehen Fragestellung zu Ausgaben im österreichischen eCommerce, Verteilung nach Bestellkanälen, Warengruppen, Bezahlformen, Retouren etc. Für die Studie wurden im Analysezeitraum 1.400 Österreicherinnen und Österreicher ab 15 Jahre befragt.

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