Donnerstag, 14. November 2019
„Mehr Wettbewerbsgleichheit“

Bundessparte: Online-Handel braucht Steuerfairness

Dominik Schebach | 07.06.2019 | | 1  
In Sachen Umsatz- und Kaufkraftabfluss zu ausländischen Onlinehändlern besteht Handlungsbedarf, meint Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel. In Sachen Umsatz- und Kaufkraftabfluss zu ausländischen Onlinehändlern besteht Handlungsbedarf, meint Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel. Angesichts des anhaltenden Online-Booms fordert die Bundessparte Handel vehement mehr Steuerfairness ein. Denn wie die Onlinehandelsstudie 2019 zeige, ist der heimische Online-Handel gegenüber der internationalen Konkurrenz massiv benachteiligt, was einen massiven Abfluss von Umsätzen verursache. Als Gegenmittel schlägt die Bundessparte Handel deswegen ein ganzes Bündel an Maßnahmen vor.

„Die Bundessparte Handel, die sich bereits seit vielen Jahren mit dem Thema Onlinehandel befasst, hat diese Erhebung auch heuer wieder in Auftrag gegeben“, so Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel. Die Studie beinhaltet neben aktuellen Zahlen zum elektronischen Handel/E-Commerce auch einen Blick auf die Entwicklung dieses Bereiches in den vergangenen 15 Jahren. „Da zeigen sowohl Internet-Nutzung als auch der Einkauf im WWW eine rasante Entwicklung“, so Handelsforscher und Studienautor Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria. Mittlerweile nutzen 88% der Österreicherinnen und Österreicher zwischen 16 bis 74 Jahren das Internet. 60% der Österreicher kaufen Einzelhandelswaren im WWW ein, 49% auch im EU-Ausland. In absoluten Zahlen ist dies ein Anstieg von 660.000 Onlineshoppern aus Österreich im Jahr 2003 auf derzeit rund 4 Millionen im Jahr 2019.

Aber nicht nur die Zahl der Online-Shopper ist in der vergangenen Dekade deutlich gestiegen, auch die Ausgaben beim Online-Shopping nehmen kontinuierlich zu. Summierten sich die Ausgaben der Österreicher beim Einkauf von Einzelhandelswaren via Internet im Jahr 2008 noch auf rund 2,4 Milliarden Euro, belaufen sich die Online-Ausgaben im Jahr 2018 auf rund 7,3 Milliarden.

Allerdings gibt es einen massiven Wermutstropfen, so Peter Buchmüller, der Sprecher des österreichischen Handels: „Rund 4 Mrd. Euro bzw. rund 55% der Online-Ausgaben fließen dabei zu ausländischen Internet-Anbietern. Dieses Problem betrifft dabei alle EU-Staaten: Mehr als 54 Millionen Europäer kaufen Waren – insbesondere kleine elektronische Geräte, Handyzubehör, Schuhe und Kleidung – online in China ein, und 26,6 Millionen in den USA. „Insbesondere der Online-Einkauf in China nimmt dramatisch zu“, stellt  Buchmüller dazu fest. Faktum ist: Der grenzüberschreitende elektronische Handel innerhalb der EU ist nicht so schnell gewachsen wie in Ländern außerhalb der Europäischen Union.

Faire Rahmenbedingungen

Die Zahlen zeigen: Der europäische Markt für digitale Dienste liegt deutlich hinter den USA und China zurück, insbesondere was die Präsenz auf dem Weltmarkt anbelangt. Buchmüller macht dies auch an den ungünstigen Rahmenbedingungen für europäische Online-Händler fest. „Der europäische Handel braucht Steuerfairness“, erklärten deswegen Buchmüller und Thalbauer. Sie schlagen dazu folgende – zum Teil schon bekannte – Maßnahmen vor, um den Umsatzabfluss ins Ausland einzudämmen:

  •  die umgehende Streichung der 22-Euro-Freigrenze für Kleinsendungen und die Abschaffung der 150-Euro-Zollfreigrenze, ebenso die Einführung einer Plattformhaftung sowie die Umsetzung des Modells der digitalen Betriebsstätte.
  • Paketpostpreise bei Lieferungen außerhalb der EU, etwa aus China dürfen nicht mehr künstlich niedrig gehalten werden (Derzeit kostet der Versand eines Paketes von China nach Österreich 10,03 Euro. Das selbe Paket, von Österreich nach China geschickt, schlägt mit 31,48 Euro zu Buche).
  • Kampf gegen Qualitäts- und Sicherheitsrisiken (Weil ausländische Händler sich oft nicht an die EU Qualitäts- und Sicherheitsstandards halten, sind bestehende Marktüberwachungssysteme aus Sicht des österreichischen Handels nicht ausreichend.)
  • Sammel- und Verwertungsbeitrag: Ausländische Händler beteiligen sich zu wenig.

Neben Gesprächen mit der heimischen Politik setzt die Bundessparte Handel in diesem Zusammenhang auch auf Aktivitäten auf europäischer Ebene, um für den heimischen Handel faire Rahmenbedingungen sicherzustellen.

Kommentare (1)

  1. Online-Handel braucht Steuerfairness ?????????????
    Wie lange müssen wir uns diese Quaglerei denn noch anhören.
    Seid Jahren Blablabla, passieren tut nichts, überhaupt gar nichts.

    2

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