Dienstag, 15. Oktober 2019
Telekom-Kommentar E&W 6/2019 von Dominik Schebach

Neue Dynamik

Telekom |Dominik Schebach | 09.06.2019| Bilder | |  
Seit Anfang Mai haben wir eine neue Marke auf dem Telekommunikationsmarkt – Magenta. Finde ich cool. Die Frage, ob die Verschmelzung und Umbenennung von T-Mobile und UPC in ein neues Unternehmen notwendig war, oder nicht, stellt sich meiner Meinung nach nicht. Denn mit dieser Marke wird den Endkunden eindeutig signalisiert, da bewegt sich etwas. Die neue Marke ist sozusagen der sichtbare Ausdruck für die Dynamik im Markt.

Auch wenn der Markenwechsel schon lange vorher angekündigt war, der Werbedruck und das Auftreten des neuen Unternehmens lässt keinen Zweifel daran, Magenta will mehr. Dass in Österreich ein beinharter Telekom-Wettbewerb herrscht, ist ja bekannt. Aber in den vergangenen Jahren hat sich so etwas wie einen Gewöhnungseffekt auf Seiten des Publikums eingestellt. Die Endkunden hatten die günstigen Preise und technisch hochwertige Infrastruktur als gegeben hingenommen. Mehr als jede Kampagne über neue Technologien – und glauben Sie mir, ich kann mich wirklich für Telekom-Technologien begeistern – oder neue Tarife signalisiert deswegen die neue Marke frische Bewegung auf dem Markt. Und frische Bewegung im Infrastruktur- oder Produktwettbewerb anstatt einfach gestrickter Preiskämpfe tut meiner Meinung nach der Branche immer gut.

Die mit der Marke Magenta verbundenen Ansagen lassen jedenfalls einige interessante Monate erwarten. Besonders Marktführer A1 wird reagieren müssen, will er seine Position verteidigen. Und auch Drei wird sicher nicht vom Spielfeldrand zusehen, sondern aktiv ins Geschehen eingreifen. Dass dabei die Netzbetreiber immer stärker den Kundenhaushalt in seiner Gesamtheit ins Zentrum ihrer Überlegungen rücken, macht die Sache zusätzlich spannend. Für den Handel bringt das neue Chancen, denn in dieser Situation wird der Kontakt zum Kunden immer wichtiger. Irgendjemand muss ja die sorgfältig geschnürten Produktbündeln den Endkunden erklären und in weiterer Folge an den Mann bzw die Frau bringen. Damit werden aber auch Themen wie Smart Home oder TV für den Telekom-FH vermehrt an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig wird die Trennung zwischen klassischen EFH und Telekom-FH wieder etwas zugedeckt. Wenn der ganze Haushalt vernetzt wird, dann muss der Telekom-FH auch über UE und Weißware Bescheid wissen. Gleichzeitig sollte der EFH auch bei Vernetzung eine Ahnung haben.

Interessant wird in diesem Zusammenhang schließlich, welche Rolle in Zukunft die MVNOs spielen werden. Mit ihren aggressiven Vertriebsmodellen und einfach gestrickten Produkten, die keine Beratung benötigen und am Fachhandel vorbeigehen, haben sich die virtuellen Mobilfunk-Netzbetreiber ihr Stück vom Kuchen gesichert. Man kann davon ausgehen, dass es immer einen Diskont-Markt geben wird. Andererseits wird aber gerade durch das Haushaltsmodell der großen Netzbetreiber ihre Spielwiese eingeschränkt – immer vorausgesetzt, die Kunden nehmen die neue Telekom-Welt an und nutzen die vielen neuen Kombinationsangebote der Netzbetreiber.

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