Sonntag, 25. August 2019
Neue Regeln für Online-Zahlungen

EU-Zahlungsrichtlinie: Handelsverband fordert längere Übergangsfrist

Hintergrund |Dominik Schebach | 13.06.2019 | |  
Handelsverband-GF Rainer Will fordert einen Aufschub bei der Umsetzung der novellierten Payment Services Directive. Handelsverband-GF Rainer Will fordert einen Aufschub bei der Umsetzung der novellierten Payment Services Directive. Mit 14. September 2019 gelten die strengeren EU-Regeln bei Online-Zahlungen. Nun fordert der österreichische Handelsverband – genauso wie der deutsche Handelsverband – einen Aufschub bei der Umsetzung der novellierten Payment Services Directive der EU, vor allem um KMU zu entlasten.

„Angesichts der umfangreichen technischen Vorgaben der PSD2 haben viele betroffene Unternehmen Schwierigkeiten, diese rechtzeitig umzusetzen. Daher empfehlen wir im Schulterschluss mit anderen europäischen Verbänden einen Aufschub sowie eine schrittweise Durchsetzung, um insbesondere KMU und mittelständische Händler nicht zu gefährden“, erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Das Kürzel Payment Services Directive (PSD) bezeichnet die Zahlungsrichtlinie der EU, die 2007 erstmals in Kraft getreten ist. In ihrer novellierten Form (PSD2) gilt sie in Österreich seit dem 1. Juni 2018. Administrativ und technisch umzusetzen ist sie allerdings erst ab dem 14. September 2019. Doch bereits jetzt ist abzusehen, dass viele heimische Online-Handelsbetriebe nicht rechtzeitig mit der Umsetzung fertig werden.

Die PSD2 bringt drei Änderungen mit sich, und zwar in puncto Sicherheitsmerkmale (Zwei-Faktor-Authentifizierung, kurz: 2FA), den Kontozugriff durch Drittanbieter (Open Banking) und das Verbot von Aufschlägen bei bestimmten Zahlungsarten im eCommerce (Surcharge-Verbot). Der 2FA-Doppelcheck soll mit seinen zwei verpflichtenden Sicherheitsabfragen bei Online-Bezahlvorgängen für mehr Sicherheit im Zahlungsverkehr sorgen.

Allerdings wird damit der Vorgang auch länger und könnte zu mehr Zahlungsabbrüchen führen, wie man seitens des Handelsverbands befürchtet. Denn auch die Konsumenten müssen sich beim Bezahlen entsprechend umstellen. Der Handelsverband setzt deswegen auf biometrische Verfahren, um den Vorgang zu vereinfachen, wie Will erklärte: „Wir sehen insbesondere die biometrischen Identitätsprüfung als Chance, um Online-Bezahlvorgänge sowohl für die Konsumenten als auch für die Händler sicherer und bequemer zu machen. Allerdings braucht es dafür ausreichend Vorlaufzeit. Daher stehen wir im ständigen Austausch mit Verbandskolleginnen und Kollegen aus ganz Europa, um die EU-Kommission, den Rat und das Parlament gemeinsam von einer Verlängerung der Übergangsfrist für die PSD2 zu überzeugen.“

Um die österreichischen Händler zeitnah und gezielt über die novellierte EU-Zahlungsrichtlinie und die damit verbundenen Änderungen zu informieren, plant der Handelsverband einen eigenen kostenfreien PSD2-Ratgeber.

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