Donnerstag, 14. November 2019
Zwischen Zurückhaltung und Walter Kreisel's Ansatz des „intelligenten Verschwendens”

Der Energieaspekt im Smart Home

Die Branche |Wolfgang Schalko | 25.06.2019 | |  
2014 war Walter Kreisel noch mittendrin in dem, was er heute „Sekundärautomation” bei Smart Home nennt (und zierte als Vorreiter in diesem Bereich das Cover der damaligen E&W Oktoberausgabe). Heute konzentriert sich der Freistädter auf „Primärautomation” und damit sämtliche Aspekte rund um Energiebereitstellung bzw -nutzung im Haushalt. 2014 war Walter Kreisel noch mittendrin in dem, was er heute „Sekundärautomation” bei Smart Home nennt (und zierte als Vorreiter in diesem Bereich das Cover der damaligen E&W Oktoberausgabe). Heute konzentriert sich der Freistädter auf „Primärautomation” und damit sämtliche Aspekte rund um Energiebereitstellung bzw -nutzung im Haushalt. Betont zurückhaltend gibt man sich auf der „Energie-Seite” bei Smart Home – Lieferanten wie Suntastic.Solar oder Energy3000 solar sehen sich noch nicht wirklich im Thema angekommen. Ganz anders Smart Home-Pionier Walter Kreisel: Der hat die ganzen „Spielereien” hinter sich gelassen und konzentriert sich auf das Wesentliche – Smart Energy & Smart Mobility.

Suntastic.Solar-GF Markus König etwa meint zum Thema Smart Home: „Bezüglich Smart Home ist es für uns schwer, etwas auszusagen. Wir haben Produkte im Bereich Energiemanagement wie zB. den Smartfox oder auch von den Speicherherstellern, aber das hängt nicht unbedingt mit Smart Home zusammen.”

Ähnlich die Sichtweise von Christian Bairhuber, GF Energy3000 solar: „Es geht im Wesentlichen darum, die Überschussenergie des selbst erzeugten Stroms nicht billig ins Netz einzuspeisen und dann später teuer wieder zukaufen zu müssen. Dafür gibt es in erster Linie die Möglichkeit der Speicherung, entweder in Batterien oder als Warmwasser, daneben den Bereich Elektromobilität, wo die E-Fahrzeuge mit Überschussstrom geladen werden können, und zu guter Letzt lassen sich energieintensive Verbraucher wie Waschmaschine, Geschirrspüler, etc nacheinander schalten, um nicht zusätzlich Strom beziehen zu müssen. Das war‘s dann im Prinzip – denn weiterführende Ideen wie zB das Laden der Speicher abhängig von der Wetterprognose gibt es zwar, aber soweit ist die Branche in der Praxis noch nicht.”

Energiefrage als Um und Auf

Eine falsche Bescheidenheit, wenn man den Ausführungen von Smart Home-Vorreiter Walter Kreisel folgt: „Der Markt bewegt sich in zwei völlig unterschiedliche Richtungen: Einerseits gibt es die Primärautomation, bei der es um das Thema Smart Energy/Smart Mobility geht, dh weg von der bewussten und aktiven, hin zur nicht wahrnehmbaren Steuerung. Somit auch weg von App-basierten Lösungen bzw Gadgets, hin zu einem gesamtheitlichen Energiesystem – Stichwort ‚intelligentes Verschwenden‘. Auf der anderen Seite steht die Sekundärautomation, mit Funk, Apps, Gadgets, etc. Diese benötigt aktive Beschäftigung und der Kunde sieht oft den Sinn nicht, weil es den Charakter einer Spielerei hat. Und wenn man eine Aufgabe bewältigt, kommen gleich zwei neue dazu, dh mit Z-Wave, ZigBee, Apple Home Kit etc kann der Kunde ein Problem nicht nachhaltig lösen.”

Zu dieser Erkenntnis sei er in den Jahren 2011 bis 2015 gelangt, als er sich intensiv mit der Sekundärautomation im Consumer-Bereich befasst hat (und in diesem Rahmen auch ein E&W-Cover zierte – Ausgabe 10/2014). Deshalb spiele er heute vorzugsweise in Bereich Primärautomation mit (wofür er neben seinem etablierten Unternehmen hometec.at seit einiger Zeit auch mit neoom.com aktiv ist). „Natürlich ist es eine Herausforderung, beide Welten zusammen zu führen, und das kann in Kombination eine coole Sache sein – es ist aber ein Luxusprodukt. Ich glaube, der Kunde will sich nicht aktiv mit dem Thema Smart Home beschäftigen, zB in Form von Sprachsteuerung. Ich sehe auch den Markt für Sekundärautomation eigentlich nicht, denn der fällt vielfach in die Consumer Electronics oder die IT. Vielmehr muss man das Problem beim Schopf packen, dh die Ursachen lösen und nicht die Symptome – eben durch eine Gesamtlösung inkl. KI, die im Hintergrund stattfindet. Durch saubere, transparente Energiebereitstellung ist auch die Automation am ‚Front-End‘ vielfach gar nicht mehr notwendig. Mit dieser Ausrichtung fühle ich mich extrem wohl und der Zuspruch ist extrem hoch, denn genau das ist es, was die Kunden eigentlich immer wollten. Individualisten und Nerds werden sich weiter die Frage stellen, welcher Standard sich durchsetzt, aber in der Masse ist das völlig irrelevant.”

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