Mittwoch, 17. Juli 2019
Editor's ChoiceIn Österreich gekauft? Richtig gut gekauft!

„Erste Gemeinschaftskampagne des österreichischen Handels“

Hintergrund |Stefanie Bruckbauer | 02.07.2019 | | 1  
Der Handelsverband und zahlreiche heimische Händler starten eine groß angelegte Außenwerbe-Kampagne. Ab 8. Juli werden 6 Wochen lang 15.000 bunte Plakate mit den Logos österreichischer Händler das Straßenbild Österreichs prägen – „um ein gemeinsames Zeichen für Steuerfairness, Regionalität und Wertschöpfung in Österreich zu setzen. In allen Bundesländern und in jeder Region. Bundesweit“, so der Verband. Der Handelsverband und zahlreiche heimische Händler starten eine groß angelegte Außenwerbe-Kampagne. Ab 8. Juli werden 6 Wochen lang 15.000 bunte Plakate mit den Logos österreichischer Händler das Straßenbild Österreichs prägen – „um ein gemeinsames Zeichen für Steuerfairness, Regionalität und Wertschöpfung in Österreich zu setzen. In allen Bundesländern und in jeder Region. Bundesweit“, so der Verband. Man kann es nicht oft genug wiederholen: „Der österreichische Handel ist das Rückgrat der heimischen Wirtschaft.“ Das ist einer der Gründe für den Handelsverband, gemeinsam mit bekannten, heimischen Händlern eine richtig groß angelegte Werbekampagne zu lancieren. Am 8. Juli geht es los – sechs Wochen lang. Das Who is Who des österreichischen Handels ist mit an Bord.

Die groß angelegte, vom Handelsverband initiierte Werbekampagne startet am 8. Juli 2019. Ab dann werden sechs Wochen lang 15.000 Plakate mit den Logos österreichischer Händler das Straßenbild Österreichs prägen. Dies „um ein gemeinsames Zeichen für Steuerfairness, Regionalität und Wertschöpfung in Österreich zu setzen. In allen Bundesländern und in jeder Region. Bundesweit“, so der Handelsverband, der übrigens nicht der Erste ist, der so etwas in der Art lanciert. Bereits 2017 startete das Bundesgremium für den Elektro- und Einrichtungshandel eine Imagekampagne für den heimischen EFH. Die ebenfalls breit angelegte Werbeinitiative lief unter dem Motto bzw. Hashtag #kauftwirdzhaus und sollte die Stärken des beratenden Fachhandels wieder vermehrt ins Bewusstsein der Endkunden rücken.

Das Who is Who ist dabei

Bei der aktuellen Kampagne des Handelsverbandes sind die Lebensmittel-Größen Rewe, Hofer, Lidl und Unimarkt dabei, aber auch Händler aller anderen Branchen wie Obi, Hartlauer, Conrad, MediaMarkt, Hervis, Tchibo/Eduscho, Tupperware, Dorotheum, Deichmann, C&A sowie Kastner & Öhler – „Händler, die zusammen für 16 Mrd. Euro der heimischen Einzelhandelsumsätze stehen, setzen gemeinsam ein starkes initiales Signal für den österreichischen Handel, für Regionalität, für Arbeitsplätze und für die heimische Wirtschaft. Ein Signal der Einheitlichkeit trotz all der Vielfalt, mit einem Ziel: Beim Konsumenten das Bewusstsein zu schaffen für die Bedeutung des Handels als heimischer Wirtschaftsfaktor und die Auswirkungen des eigenen Kaufverhaltens. Auch kleine und mittelständische österreichische Händler sind einbezogen“, erklären die Initiatoren.

Warum?

Eingeladen zur Teilnahme an der Kampagne sind explizit auch kleine und mittelständische Händler.

Auf die Frage, warum es diese Kampagne gerade jetzt braucht, antwortet der Handelsverband:

  1. Weil der Handel das Rückgrat der österreichischen Volkswirtschaft ist.

Praktisch nichts läuft ohne den Handel, er ist eine tragende Säule der Volkswirtschaft. Er stellt die Nahversorgung von Millionen Menschen sicher und leistet einen entscheidenden Beitrag zur Lebensqualität. Er ist umsatzstärkster Sektor des Landes, zweitwichtigster Arbeitgeber und drittgrößter Lehrlingsausbilder, außerdem Auftraggeber und Innovator.

Als Jobmotor stellt der Handel insgesamt – vom KMU bis zum Großkonzern – jeden 5. Arbeitsplatz in Österreich. Er bildet 15.000 Lehrlinge aus, offeriert flexible, familienfreundliche Arbeitszeiten, Sicherheit und Zukunftschancen.

Der Handel zahlt über 15 Mrd. Euro an Steuern und Abgaben an den Staat und leistet einen entscheidenden Beitrag zur nationalen Binnenkonjunktur.

Der Handel ist Auftraggeber für Bau, Infrastruktur, Landwirtschaft, Dienstleister, Produktions- und Verarbeitungsbetriebe. Betrachtet man alle ökonomischen Effekte, sichert allein der Lebensmitteleinzelhandel über 14 Mrd. Euro des BIP. Er investiert in Innovation, fördert Startups, treibt die Digitalisierung voran.

Der Handel steht für Qualität und Sicherheit: Österreich ist Weltmeister im Bereich der Bio-Landwirtschaft. Alle Produkte unterliegen strengen Produktsicherheitsgesetzen auf nationaler oder EU-Ebene. Er setzt sich proaktiv für Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein.

Der Handel spendet Lebensqualität, ist Freizeitgestalter, belebt Stadt- und Ortskerne, Flaniermeilen, städtische wie ländliche Regionen, er belebt ganz Österreich.

  1. Weil unser Kaufverhalten massive Auswirkungen auf die Gesellschaft hat

Mehr als 600.000 Menschen beschäftigt der Handel, er bietet vielfältige Anstellungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, sichert auch in Krisenphasen Jobs und Zukunftschancen. Allerdings fließen bereits 4,5 Mrd. Euro der Konsumausgaben der Österreicher ins Ausland ab, an digitale Giganten wie Amazon, Alibaba oder Wish. Das entspricht rund 25.000 Arbeitsplätzen, die dem heimischen Arbeitsmarkt jährlich entzogen werden, Tendenz steigend.

Das Problem: Diese Digitalkonzerne zahlen im Schnitt nur 9% an Gewinnsteuern, während jedes österreichische Unternehmen mit ca. 23% besteuert wird. Diese Einnahmen fehlen dem heimischen Sozialsystem und damit unserer Bevölkerung.

  1. Weil die Kampagne auch ein Appell an die Politik ist, faire Rahmenbedingungen herzustellen.

Das geänderte Kaufverhalten ist auch Resultat der unfairen regulativen Bedingungen, die zu Lasten der beschäftigungsintensiven heimischen Händler wirken und die von digitalen Unternehmen aus Drittländern strukturell ausgenutzt werden. Vielfach werden Verbraucherschutz-, Produktsicherheits- und Umweltschutzbestimmungen nicht eingehalten, Zoll- und Mehrwertsteuern umgangen oder Produktfälschungen verkauft. „Im Rahmen unserer FairCommerce-Initiative haben wir bereits internationale Aufmerksamkeit erreichen können. Jetzt ist die Politik gefordert, wirkungsvolle Maßnahme zu setzen“, sagt Handelsverband GF Rainer Will.

„Die gemeinsame Werbekampagne ist bis dato das stärkste gemeinsame Signal aus dem Handel – an die österreichischen Konsumenten ebenso wie an die Politik, ein einzigartiger Schulterschluss im Kollektiv, um eine Veränderung auf allen Ebenen herbeizuführen.“

Das Siegel „Österreichischer Händler“

Das geschaffene Siegel „Österreichischer Händler“ dient der Kampagne als Trägerrakete und Multiplikator, es steht für Arbeitsplätze, Steuern und Wirtschaftskraft. „Wir wissen, dass 84% der Konsumenten bei gleichem Preis, Service und Leistung lieber bei einem Händler aus der Region einkaufen. Allerdings sind Webshops aus Drittstaaten oft gut übersetzt, es werden österreichische Service-Nummern angegeben. Insbesondere bei Waren aus Asien bemerkt der Online-Käufer den Ursprung seiner Ware erst dann, wenn der Zoll anklopft oder die Ware um den halben Globus zu retournieren ist. Das Siegel schafft hier Transparenz“, so Will.

Für alle Händler Österreichs – vom KMU bis zum Konzern

Die Gemeinschaftskampagne ist im ersten Schritt als reine Außenwerbe-Kampagne konzipiert. „Für einen wirkungsvollen Start der Initiative setzen wir auf maximale Sichtbarkeit. Bundesweit, in jedem Bundesland, in jeder Region, in Stadt und Land“, so Rainer Will. Jeder teilnehmende Händler hat die Möglichkeit, die Sujets für weitere eigene Print- oder digitale Kampagnen individuell zu verwenden.

Eingeladen zur Teilnahme an der Kampagne sind explizit auch kleine und mittelständische Händler (KMU), die sich im Rahmen der kostenfreien Initiative www.kmu-retail.at anschließen und die Sujets über diesen Weg für eigene Marketing­initiativen – vom POS-Material bis hin zum Homepage-Banner – schon ab 80 Euro erwerben können.

Kampagnen-Details

Als zentrales Element der Kampagne wird auch die Kampagnen-Website www.gut-kaufen.at genannt, die die wichtigsten Kennzahlen und Fakten zur Bedeutung des Handels als Rückgrat unserer Wirtschaft darlegt. „Gut kaufen bedeutet ein qualitativ hochwertiges Produkt zum fairen Preis dort einzukaufen, wo auch gleichzeitig Steuern und Abgaben an den österreichischen Sozialstaat gehen und damit unsere Arbeitsplätze nachhaltig gesichert werden“, erklärt Will das übergeordnete Ziel der Kampagne.

Weitere Ausbauschritte sind vorgesehen, ebenso wie eine zyklische Wiederholung. Will meint abschließend: „Jetzt gemeinsam Handel[n]! Alle für einen. Einer für alle. Für den österreichischen Handel!“

Kommentare (1)

  1. Ich begrüße diese Unterstützung des Handels in Österreich, gleichzeitig werden die Konzerne mit Deutscher oder ausländischer Niederlassung und Stammhaus bevorzugt angepriesen
    Ein Klen oder Mittelbetrieb ist praktisch im Vergleich Chancenlos
    Wie halt üblich geworden, geben diese Betriebe vor, großzügige Rabatte zu geben, wie sich dann herausstellt , von Verkaufspreisen, die es nie gegeben hat !!
    Die Ehrlichkeit ist dabei sehr gering, alles in allem eine Augenauswischerei um den Konsumenten damit
    damit in vorteilhaft gekauft zu wiegen
    Dies bedarf auch einer Änderung, ich werde trotz allem weiterhin versuchen, die Fahnen für Österreich hoch zu halten

    5

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.