Mittwoch, 18. September 2019
Regiodata beleuchtet heimischen Möbelmarkt

„Rabattschlachten als Zeichen des Überbesatzes“

Hintergrund |Stefanie Bruckbauer | 08.07.2019 | |  
Die drei größten Marktteilnehmer am heimischen Möbelsektor teilen sich knapp zwei Drittel des Marktes, wie Regiodata erläutert: „XXXLutz hält über 30%, Kika/Leiner ca. 18% und IKEA etwa 16 % Marktanteil.“ (Grafik: Regiodata) Die drei größten Marktteilnehmer am heimischen Möbelsektor teilen sich knapp zwei Drittel des Marktes, wie Regiodata erläutert: „XXXLutz hält über 30%, Kika/Leiner ca. 18% und IKEA etwa 16 % Marktanteil.“ (Grafik: Regiodata) Regiodata hat den heimischen Möbelhandel unter die Lupe genommen und findet deutliche Worte was die Ergebnisse betrifft: „Der Gesamtmarkt wächst geringer als die Inflationsrate. Und der stationäre Handel verliert kontinuierlich Marktanteile an das Internet. Die Marktführer beteiligen sich kontinuierlich an Rabattaktionen. Als Konsument erhält man den Eindruck, dass es nur mehr ‚Jubiläums‘-, ‚Räumungs‘-, ‚Sortimentswechsel‘- oder sonstige –tage gibt. Der hohe Anteil an Möbelwerbung (…) ist ein klares Zeichen für einen Überbesatz im stationären Handel.“

Wie Regiodata erhoben hat, wächst der Gesamtmarkt im heimischen Möbelhandel mit +1,6% nur geringer als die Inflationsrate. „Und der stationäre Handel verliert kontinuierlich Marktanteile an das Internet. Die Marktführer, die XXXLutz-Gruppe und die Kika/Leiner-Gruppe – beide mit insgesamt über 1,5 Mio. m² Verkaufsfläche – beteiligen sich kontinuierlich an Rabattaktionen. Der hohe Anteil an Möbelwerbung in den klassischen Medien in Österreich ist ein klares Zeichen für einen Überbesatz im stationären Handel.“

Pro Jahr gibt jeder Österreicher durchschnittlich 758 Euro für Möbel, Einrichtungsgegenstände und Zubehör aus. „Die Ausgaben steigen insbesondere in den Sortimenten Dekorationsartikel, Beleuchtung und Saisonware. Aktuell am stärksten entwickelt sich die Produktgruppe „Outdoor-Living“, der Boom bei Betten („Boxspring“) scheint hingegen wieder etwas abzuflachen“, sagt Regiodata.

Der Onlineanteil im Möbelhandel liegt (gemessen an den Konsumausgaben der privaten Haushalte) bei 13% und wird laut Experten – aufgrund von bestehenden, starken Anbietern und aufstrebenden, neuen Online-Spezialisten – auch weiterhin steigen. Die aktivsten Internet-Player in Österreich sind laut Regiodata übrigens Amazon, IKEA und Universal Versand.

Im letzten Jahr ist der Gesamtumsatz im Möbelhandel (stationär und online) wie erwähnt nur um 1,6% nominell gestiegen und so wird es vermutlich auch weiter gehen. Die Prognosen für 2019 liegen bei +1,9%.

Rabattschlachten als Zeichen des Überbesatzes

Regiodata sagt: „Als Konsument erhält man den Eindruck, dass es nur mehr ‚Jubiläums‘-, ‚Räumungs‘-, ‚Sortimentswechsel‘– oder sonstige –tage gibt und fast alles angeblich immer um 20, 50 oder 70% billiger ist. Vor allem die beiden Marktführer, die XXXLutz-Gruppe und die Kika/Leiner-Gruppe beteiligen sich an diesen Rabattaktionen. Der hohe Anteil an Möbelwerbung in den klassischen Medien in Österreich ist ein klares Zeichen für einen Überbesatz im stationären Handel: Österreich hat mit etwa 0,3 m² Verkaufsfläche pro Einwohner die höchste Dichte in Europa!“

3 Anbieter beherrschen den Markt

Die drei größten Marktteilnehmer teilen sich knapp zwei Drittel des Marktes, wie Regiodata erläutert: „XXXLutz hält über 30%, Kika/Leiner ca. 18% und IKEA etwa 16 % Marktanteil. Langfristig betrachtet zählen die XXXLutz-Gruppe (mit den Betriebstypen XXXLutz, Möbelix und Mömax) und IKEA hinsichtlich der Marktanteile zu den Gewinnern, die Kika/Leiner-Gruppe hingegen zu den Verlierern.“

Verbundgruppen wachsen am stärksten!

Das stärkste Umsatzwachstum konnten laut Regiodata Verbund-bzw. Marketingvereinigungen erzielen. Zu diesen zusammengeschlossenen, selbstständigen Möbelhändlern zählen beispielsweise Garant Möbel, MHK Group, VME Union und Europa Möbel. „Markenwie diese nehmen eine sehr stabile Funktion ein und besitzen insgesamt einen beachtlichen Marktanteil von 24%.“

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