Mittwoch, 17. Juli 2019
Trefelik: Belastet nur heimische Unternehmen

WK Wien kritisiert Digitalsteuer

Hintergrund |Dominik Schebach | 11.07.2019 | |  
Der Wiener Handelsobmann Rainer Trefelik kritisiert die geplante Digitalsteuer: „Die Einführung der Digitalsteuer auf Online-Werbung hat mit Steuergerechtigkeit gegenüber ausländischen Internetkonzernen leider wenig zu tun. Der Wiener Handelsobmann Rainer Trefelik kritisiert die geplante Digitalsteuer: „Die Einführung der Digitalsteuer auf Online-Werbung hat mit Steuergerechtigkeit gegenüber ausländischen Internetkonzernen leider wenig zu tun." (© WK Wien) Die Digitalsteuer wurde von der vergangenen Bundesregierung als ein Teil des Online-Steuerpakets vorgestellt, das für mehr Steuergerechtigkeit sorgen sollte. Doch nach Ansicht von Rainer Trefelik, Handelsobmann der WK Wien, trifft die Steuer die Falschen. Denn die Abgabe bitte vor allem heimische Händler und Werbetreibende zur Kasse, während internationale Konzerne wieder einmal davon kommen.

„Die Einführung der Digitalsteuer auf Online-Werbung hat mit Steuergerechtigkeit gegenüber ausländischen Internetkonzernen leider wenig zu tun. Das Ziel ist richtig, nur dieser Weg ist absolut kontraproduktiv und bittet die Falschen zur Kassa. Sie macht Werbung für unsere Betriebe teurer“, kritisiert Rainer Trefelik, Handelsobmann der WK Wien.

Denn entgegen den Plänen der Politik werden laut Trefelik große Internet-Konzerne weiter gestärkt. Denn diese werden nach Ansicht von Trefelik die Online-Werbeabgabe – Gleich der Vorgansweise bei Printprodukten – direkt an die werbenden Unternehmen weiteverrechnen. Das erhöhe zukünftig die Werbekosten für Aktivitäten auf Social Media-Plattformen oder Suchmaschinen-Werbung deutlich, womit jene heimischen Betriebe bestraft würden, die ihr Geschäft digitalisierten und einen Online-Shop einrichteten. „Unsere heimischen Händler sind letztlich diejenigen, die die Online-Abgabe zahlen, während die ausländischen Online-Multis ihre in Österreich erwirtschaften Gewinne noch immer nicht voll versteuern müssen“, so Trefelik.

Weitere Belastung für Werbewirtschaft

Außerdem stelle die Online-Werbeabgabe eine deutliche Belastung für die heimische Werbewirtschaft dar, weil damit eine attraktive Preisgestaltung erschwert und die Bürokratie zusätzlich erhöht werde, wie auch Martin Heimhilcher, Information und Consulting-Obmann der WK Wien ergänzt: „Anstatt die Werbewirtschaft zu entlasten und die Werbeabgabe ersatzlos zu streichen, hat die Politik eine zusätzliche Steuer auf Werbung erfunden. Am Ende des Tages zahlen sie die kleinstrukturierten heimischen Betriebe. Steuergerechtigkeit gegenüber ausländischen Online-Riesen wird so nicht hergestellt, ganz im Gegenteil.“ Die WK Wien fordert deswegen seit Jahren die Abschaffung der Werbeabgabe.

Erfolg bei Kleinsendungen

Ein wichtiger und dringend nötiger Erfolg für den heimischen Handel sei dagegen der Wegfall der Umsatzsteuerbefreiung für Kleinsendungen aus Drittstaaten. Diese werden ja in Zukunft ab dem ersten Cent einfuhrumsatzsteuerpflichtig. „Ein Schritt in die richtige Richtung. Diese Steuerbefreiung wurde häufig von internationalen Online-Händlern genutzt, um durch falsche Deklarationen in Österreich keine Umsatzsteuer abführen zu müssen“, erklärt Trefelik.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.