Sonntag, 20. Oktober 2019
Editor's ChoiceMotto „Reparieren statt wegwerfen“

Wider die Wegwerfgesellschaft: „Reparaturbonus NÖ“ startet

Hintergrund |Wolfgang Schalko | 24.07.2019 | | 1  
Um von der Wegwerfgesellschaft wegzukommen, wurde in Niederösterreich rückwirkend zum 1. Juli ein Reparaturbonus gestartet. Um von der Wegwerfgesellschaft wegzukommen, wurde in Niederösterreich rückwirkend zum 1. Juli ein Reparaturbonus gestartet. Das Land Niederösterreich, die NÖ Umweltverbände und die Wirtschaftskammer Niederösterreich starten den „Reparaturbonus NÖ“: Mit diesem werden niederösterreichische Haushalte getreu dem Motto „Reparieren statt wegwerfen“ mit 50 Prozent der Kosten und maximal 100 Euro jährlich bei der Reparatur von Elektrogeräten unterstützt. Ziel ist es, die Anzahl an durchgeführten Reparaturen in Niederösterreich zu steigern und die Anzahl von Elektrogeräten, die eigentlich noch repariert werden können, im Müll zu senken.

Dank der Kooperation mit der Plattform www.reparaturfuehrer.at wird auch das Ermitteln von passenden niederösterreichischen Reparaturbetrieben einfacher und unkomplizierter. Die Förderung ist ab 1. Juli rückwirkend wirksam.

„Verwenden statt verschwenden: Wir müssen von der Wegwerfgesellschaft wegkommen, deshalb haben wir gemeinsam die neue Förderaktion entwickelt. Dabei schaffen wir eine umweltfreundliche Alternative und tragen wesentlich zur Abfallvermeidung und somit zum Klimaschutz bei. Die Reparatur von defekten Geräten ist die beste und ehrlichste Form der Energieeinsparung“, so Initiator LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

Bereits über 100 Reparaturbetriebe in ganz Niederösterreich sind dabei Partner dieser Förderaktion. „Durch die Zusammenarbeit mit der Plattform www.reparaturfuehrer.at wird das Finden von geeigneten Betrieben für Konsumentinnen und Konsumenten noch einfacher und unkomplizierter. Ebenso dient der Reparaturbonus maßgeblich zur Förderung der Klein- und Mittelbetriebe“, so WKNÖ-Spartenobmann Wolfgang Ecker. „Handwerkliches fachliches Know-how und wertvolle Arbeitsplätze bleiben so in der Region erhalten.“

„Durch den Reparaturbonus werden nicht nur niederösterreichische Wirtschaftskreisläufe gestärkt, sondern auch die Wertschöpfung in den einzelnen Regionen gesteigert. Gleichzeitig wird das Müllaufkommen reduziert“, so Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav.

Allein über die kommunale Abfallsammlung werden in Niederösterreich jährlich über 13.000 Tonnen Elektroaltgeräte getrennt gesammelt und nach Möglichkeit recycelt. Anton Kasser, Präsident der NÖ Umweltverbände, ergänzt: „Durch den Reparaturbonus sollen niederösterreichische Haushalte aktiv unterstützt und Rahmenbedingungen für einen nachhaltigeren Umgang mit unseren Ressourcen geschaffen werden.“

Die Einreichung zur Förderung erfolgt über ein Online-Antragsformular auf der Homepage des Landes Niederösterreich unter www.noel.gv.at/noe/Abfall/Abfall.html. Das Gerät muss von einem befugten niederösterreichischen Reparaturbetrieb repariert werden, der auf www.reparaturfuehrer.at gelistet ist. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich unterstützt Betriebe bei der Registrierung auf der Plattform. Die NÖ Umweltverbände bieten auf der Plattform zudem hilfreiche Tipps und Tricks zur Abfallvermeidung.

Kommentare (1)

  1. Ist ein Tropfen auf dem heißen Stein und ob das nicht wieder mehr Bürokratie hervorruft als es wert ist.
    Bei Billigprodukten wird sich das nicht rechnen und bei teuren fällt es nicht so ins Gewicht, also bleibt nur ein kleiner Teil von Reparaturen übrig bei denen sich das lohnt.
    Meiner Meinung ein Showeffect der Politik.
    Noch ein Stolperstein, die Versorgung mit Ersatzteilen und Unterlagen von Seiten der Industrie.
    Kommt wer vom Hersteller reichen diese €os nicht mal für die Anfahrt.
    Um es nicht ganz so schwarz zu sehen, abwarten und schauen wie es sich bewährt.

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