Sonntag, 20. Oktober 2019
Verpflichtende bargeldlose Bezahlmöglichkeit gefordert

Bitkom: Immer mehr wollen bargeldlos bezahlen

Hintergrund |Stefanie Bruckbauer | 30.07.2019 | | 1  
„Es passt nicht in die digitale Zeit, dass Kunden zur Bargeld-Zahlung gezwungen werden“, sagt der Digitalverband Bitkom, der sich deshalb für eine Wahlfreiheit beim Bezahlen einsetzt, die an jedem Point of Sale mindestens eine elektronische Bezahlart verpflichtend vorsieht. (Grafik: Bitkom) „Es passt nicht in die digitale Zeit, dass Kunden zur Bargeld-Zahlung gezwungen werden“, sagt der Digitalverband Bitkom, der sich deshalb für eine Wahlfreiheit beim Bezahlen einsetzt, die an jedem Point of Sale mindestens eine elektronische Bezahlart verpflichtend vorsieht. (Grafik: Bitkom) Der Digitalverband Bitkom beschäftigt sich in einer aktuellen Erhebung mit dem Thema „elektronisches Bezahlen". Die Ergebnisse zeigen: Zwei Drittel der Deutschen ärgern sich, wenn sie zur Bargeld-Zahlung gezwungen werden, deshalb fordert Bitkom Wahlfreiheit der Kunden beim Bezahlen.

Die Verbundenheit der Deutschen zum Bargeld schwindet, wie eine Bitkom-Befragung zeigt. „Zwei Drittel der Bundesbürger (66%) ärgern sich häufig, weil sie nicht überall bargeldlos mit Karte oder Smartphone bezahlen können. Vor einem Jahr lag der Anteil mit 53% noch deutlich darunter. Und 6 von 10 Bundesbürgern (62%) sind der Meinung, dass alle Geschäfte gesetzlich dazu verpflichtet sein sollten, mindestens eine elektronische Bezahlmöglichkeit anzubieten. Der Wunsch nach einem Eingreifen des Gesetzgebers ist damit innerhalb eines Jahres deutlich gewachsen, damals hatte erst jeder Zweite (50%) der Forderung zugestimmt“, berichtet der Digitalverband.

„Bargeld hat seine Berechtigung und wird auch noch lange Zeit seine Berechtigung haben. Aber immer mehr Bundesbürger erkennen, wie bequem und sicher das elektronische Bezahlen mit Karte und seit kurzem auch mit dem Smartphone sein kann“, sagt Julian Grigo, Bereichsleiter Digital Banking & Financial Services beim Bitkom. „Es passt nicht in die digitale Zeit, dass Kunden zur Bargeld-Zahlung gezwungen werden. Bitkom setzt sich deshalb für eine Wahlfreiheit beim Bezahlen ein, die an jedem Point of Sale mindestens eine elektronische Bezahlart verpflichtend vorsieht.“

Die Generation 65+

Vor allem Jüngere zwischen 16 und 29 Jahre würden gerne noch öfter elektronisch bezahlen, erläutert Bitkom. „So sagen in dieser Altersgruppe sogar 71%, dass sie sich häufig über den Zwang zu Bargeld ärgern und fast genauso viele (70%) fordern eine gesetzliche Wahlfreiheit mit mindestens einer elektronischen Bezahlart in jedem Geschäft oder Restaurant.“ Aber selbst bei den Älteren ab 65 Jahren ärgert sich laut Bitkom inzwischen eine breite Mehrheit von 62% über Händler und Gastronomen, die Karte oder Smartphone ablehnen, und 58% wünschen sich eine verpflichtende bargeldlose Bezahlmöglichkeit. „Wir sollten uns davor hüten, einen ideologischen Kampf Für und Wider das Bargeld zu führen. Wahlfreiheit bedeutet nicht die Abschaffung des Bargelds, sondern ein Mehr an Freiheit für alle Kunden“, so Grigo. „Von einer flächendeckenden Möglichkeit, elektronisch zu bezahlen, würden Kunden, Händler und der Staat profitieren. Elektronisches Bezahlen spart Zeit und Kosten und führt zu mehr Steuerehrlichkeit.“

Kommentare (1)

  1. Trotzdem darf das Bargeld nicht abgeschafft werden.
    Wie wollen Sie sonst dem Tankwart, der „Häusl“-Frau, dem Friseur, dem Gepäck-Träger, dem Kellner, u.s.w. ein „Schmattes geben? Oder wollen Sie die Zeitung, die Sie im Vorbeieilen in der Trafik kaufen, mit Bankomat-Karte bezahlen. Und was ist mit der Münze, die Sie dem Straßenmusikanten in den Hut werfen. Und das Kleingeld, welches Sie dem kleinen Kind als Taschen-Geld geben, soll durch Karte ersetzt werden?
    Die Münzen, die Sie in einen Automaten einwerfen, haben Sie gezählt! Den Betrag, der Ihnen von der Karte abgebucht wird, können Sie erst am Abend, wenn Sie im Konto nachsehen, auf Richtigkeit überprüfen. Kartenspieler, wenn Sie um Geld spielen, haben immer Bargeld am Tisch liegen, keine Bank-Karten. Ich beende die Aufzählung, um nicht zu langweilen. Das Bargeld kann, und darf auf keinen Fall abgeschafft werden.

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