Freitag, 23. August 2019
Gemeinsames Positionspapier von Elektroindustrie, EFH und Elektrotechniker

EEG: Branche fordert Investitionsanreize für Klimaschutz

Hintergrund |Dominik Schebach | 02.08.2019 | |  
BIM Andreas Wirth, Robert Pfarrwaller, Fachausschuss-Vorsitzender Elektrogroßhandel des Bundesgremiums Elektro- und Einrichtungsfachhandel, sowie Manfred Müllner, Geschäftsführer-Stellvertreter des FEEI, haben heute das Positionspaier der Elektro-Branche zur Neugestaltung des EEG präsentiert. BIM Andreas Wirth, Robert Pfarrwaller, Fachausschuss-Vorsitzender Elektrogroßhandel des Bundesgremiums Elektro- und Einrichtungsfachhandel, sowie Manfred Müllner, Geschäftsführer-Stellvertreter des FEEI, haben heute das Positionspaier der Elektro-Branche zur Neugestaltung des EEG präsentiert. (© Schebach) Es war eine kleine Premiere: In einer gemeinsamen Pressenkonferenz haben heute Freitag, 2. August 2019, Bundesgremium, Innung und FEEI ihr Positionspapier für den Klimaschutz präsentiert. Gemeinsam fordern sie für die anstehende Überarbeitung des Österreichischen Energieeffizienz Gesetzes ein Umdenken von der Politik sowie technologieneutrale Investitionsanreize bei der Gebäudesanierung. Schließlich stellen innovative Gebäudetechnologien einen wichtigen Beitrag zur CO2-Reduktion dar, gleichzeitig wird damit die Wertschöpfung in Österreich gehalten.

Die Steigerung der Energieeffizienz besonders im Gebäudesektor stellt einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele Österreichs dar. Neben baulichen Maßnahmen müssen deswegen auch alternative Energieerzeugung, Speichertechnologien, Vernetzung und Digitalisierung der Haushalte bzw Unternehmen bei der Neufassung des EEG berücksichtigt werden. Denn leider werde in der Klimaschutz-Diskussion diesen Bereichen noch zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Mit dem nun präsentierten Positionspapier wollen die Vertreter von Elektroindustrie, Elektrohandel und der Elektrotechniker in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) die energieeffiziente Gebäudesanierung in den Fokus rücken. Schließlich lassen sich angesichts des steigenden Energieverbrauchs die österreichischen Klimaziele nur erreichen, wenn die Sanierungsrate bei Gebäuden verdoppelt werde. Dafür sei allerdings auch ein Umdenken in der Politik notwendig.

„Das Thema Klimaschutz wird virulent. Wir wollen ein Papier vorstellen, damit wir hier in die Umsetzung kommen. Die technologische Entwicklung und die Digitalisierung eröffnen uns hier neue Möglichkeiten. Es gilt nun, den Übergang zu diesen Technologien proaktiv zu gestalten“, so Manfred Müllner, Geschäftsführer-Stellvertreter des FEEI. „Das heißt, die bautechnische Sanierung und die Digitalisierung des Gebäudes müssen das Ziel sein.“

In dieselbe Kerbe schlägt auch Robert Pfarrwaller, Fachausschuss-Vorsitzender Elektrogroßhandel des Bundesgremiums Elektro- und Einrichtungsfachhandel: „Klimaschutz scheitert heute an den zögerlichen Investitionen und der noch viel zu niedrigen Renovierungsrate. Die zentralen Fragen sind: Wie können wir CO2-neutralen Strom erzeugen, speichern und dessen Verwendung in Gebäuden erhöhen. Und wie können wir mit Hilfe der Digitalisierung und Automatisierung sowohl die Energieeffizienz als auch den Komfort weiter erhöhen. Dazu sind bereits viele Technologien verfügbar und die ersten Best Practice-Beispiele zeigen das große Potenzial energieeffizienter Gebäudesanierungen auf. Das Wissen rund um diese neuen Technologien ist aber noch nicht ausreichend vorhanden.“ Die Umsetzung und Beratung dieses Ziels erfordern die Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Einsatz energieeffizienter Technologien steuerlich entlasten

Das gemeinsam Positionspapier der Elektro-Branche (Industrie, Handel und Gewerbe) zur Überarbeitung des EEG.

Neben einer bewusstseinsbildenden Offensive fordert Pfarrwaller deswegen Investitionsanreize, um energieeffiziente Sanierungen attraktiver zu machen. So wird in dem Positionspapier die Einführung eines Abschreibungsmodells vorgeschlagen, das die steuerliche Entlastung für Gebäude-Investitionen mit nachweislichen Energie- und CO2-Einsparungen vorsieht. Die Höhe der Entlastung soll sich nach der Höhe der belegbaren Einsparungen richten. „Die Analysen und Nachweise sind durch Marktteilnehmer erstellbar, die bereits heute zur Ausstellung von Gebäude-Energieausweisen berechtigt sind“, so Pfarrwaller.

Mit Hilfe dieser finanziellen Anreize sollte es gelingen, die Sanierungsrate von heute knapp unter 1% auf 2% bis 2030 gelingen.  Für die notwendige Planungssicherheit und Wirksamkeit der Impulse müssten die Maßnahmen nach Ansicht Pfarrwallers für mindestens eine Legislaturperiode umgesetzt werden.

Wertschöpfungskette

Das dafür notwendige Lösungs-Know-how können die Elektrotechniker vor Ort einbringen, wie Bundesinnungsmeister Andreas Wirth betonte. Sie gewährleisten auch die kompetente Umsetzung der Maßnahmen. In diesem Zusammenhang plädierte Wirth für eine technologieneutrale und ganzheitliche Sichtweise. „Derzeit gibt es verschiedene punktuelle Maßnahmen, die allerdings nicht viel bringen. Wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen, damit wir auf jedes Gebäude individuell eingehen können. Ziel in der Beratung des gewerblichen Kunden und der Endkonsumenten ist es, die geeignetsten Effizienz-Maßnahmen mit dem höchsten Einsparpotenzial zu ergreifen.“

Das kostet natürlich Geld. Andererseits profitiert von der Entwicklung einer intelligenten Energieinfrastruktur die lokale Wertschöpfung. Gleichzeitig unterstützen gesamtheitliche Energiekonzepte nach Ansicht von Wirth, Pfarrwaller und Müllner Regionen und Gemeinden bei der Bewältigung der negativen Folgen des Klimawandels. „Ohne Investitionen in klimaschonende Technologien wird Österreich die Klimaziele verfehlen. Die energieeffizienten Technologien sind bereits am Markt, jetzt geht es darum dieses Potenzial zu nutzen“, so Müllner abschließend.

 

 

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.