Dienstag, 15. Oktober 2019
Thema Digitalsteuer

WKÖ-Bundessparte Handel: „Bedenken bewahrheiten sich“

Hintergrund |Stefanie Bruckbauer | 06.08.2019 | | 1  
„Eine Digitalsteuer ist kein geeignetes Mittel gegen Steuervermeidungspraktiken. Denn sie wird von Internetkonzernen offensichtlich eins zu eins an den Handel weitergegeben“, kritisiert Peter Buchmüller, Obmann der WKÖ Bundessparte Handel. (Foto: WKÖ) „Eine Digitalsteuer ist kein geeignetes Mittel gegen Steuervermeidungspraktiken. Denn sie wird von Internetkonzernen offensichtlich eins zu eins an den Handel weitergegeben“, kritisiert Peter Buchmüller, Obmann der WKÖ Bundessparte Handel. (Foto: WKÖ) Wie die WKÖ Bundessparte Handel informiert, wälzt der Internetkonzern Amazon eine neue französische Steuer auf den Handel ab. Bundesspartenobmann Peter Buchmüller und Obmann des Bundesgremiums Internethandel, Martin Sonntag, appellieren: „Wir brauchen eine Lösung auf OECD-Ebene statt einzelstaatlicher Alleingänge.“

„Eine Digitalsteuer ist kein geeignetes Mittel gegen Steuervermeidungspraktiken. Denn sie wird von Internetkonzernen offensichtlich eins zu eins an den Handel weitergegeben“, kritisieren Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel, und Martin Sonntag, Obmann des Bundesgremiums Internethandel der Wirtschaftskammer Österreich. Das zeige sich gerade klar und deutlich in Frankreich: „Dort wälzt der Internetkonzern Amazon die nationale Digitalsteuer auf den Handel ab. Nutzer des Amazon-Marktplatzes sollen zusätzliche 3% ihres Umsatzes als Transaktionsgebühr zahlen. Das ist mehr als durchsichtig, denn die 3% entsprechen genau der Höhe der neuen französischen Digitalsteuer“, so Peter Buchmüller und: „Amazon gibt diesen Zusammenhang gegenüber französischen Medien sogar offen zu.“

Auch eine für Österreich geplante Digitalsteuer halten die Handels-Branchensprecher für nicht treffsicher: „Diese zielt auf Onlinewerbeumsätze. Auch hier wird zu Recht befürchtet, dass die Digitalsteuer an die Händler weitergegeben wird“, warnt Martin Sonntag und: „Wer für die Digitalsteuer ist, ist gegen den österreichischen Handel.“

In Österreich ist der Handel schon jetzt der größte Zahler der Werbeabgabe. Wir fordern die Abschaffung der Werbeabgabe und nicht die Ausweitung der Offline-Werbeabgabe auf den Online-Bereich“, so Peter Buchmüller.

Buchmüller hält weiters fest„Tatsache ist: Die österreichische Wirtschaft, insbesondere der Handel, steht im harten Wettbewerb mit internationalen Onlinehandelskonzernen. Daher muss der Kampf gegen Steuervermeidung, Steuerhinterziehung und Steuerbetrug sowohl auf globaler Ebene (vor allem auf Ebene der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD) als auch innerhalb der EU mit aller Entschlossenheit geführt werden. Zugleich besteht echter Bedarf, unsere Steuersysteme an das digitale Zeitalter anzupassen. Denn: Ein leistungsfähiger Wirtschaftsstandort braucht einen starken Handel.“

Kommentare (1)

  1. Natürlich wird die Steuer an die Händler weitergegeben. Warum auch nicht?
    Bei den Printmedien gibt es auch die 5% Werbeabgabe und da kräht kein Hahn danach. Auch wenns den Händlern die Onlinewerbung buchen was kostet, letztendlich führt es zu mehr Gerechtigkeit bei der Werbung und vielleicht wieder etwas mehr Printwerbung.

    So eine Werbeabgabe ist sowieso kein taugliches Mittel. Gab es da nicht schon mal den Ansatz eines virtuellen Betriebsstandortes? Wenn Google & Co mit Ihren in Österreich bzw. den anderen EU-Ländern erwirtschafteten Umsätzen im jeweiligen Land steuerpflichtig wären, würde die Sache gleich ganz anders aussehen.

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