Sonntag, 22. September 2019
„Positive Konsumstimmung der österreichischen Verbraucher lässt nach“

Handelsverband Konsumbarometer

Hintergrund |Stefanie Bruckbauer | 04.09.2019 | | 3  
„Die Zeit des kräftigen Wirtschaftswachstums dürfte tatsächlich vorbei sein“, sagt Handelsverband GF Rainer Will angesichts des aktuellen Konsumbarometers. (Foto: Handelsverband) „Die Zeit des kräftigen Wirtschaftswachstums dürfte tatsächlich vorbei sein“, sagt Handelsverband GF Rainer Will angesichts des aktuellen Konsumbarometers. (Foto: Handelsverband) Wie das aktuelle Konsumbarometer des österreichischen Handelsverbandes zeigt, ist die Stimmung der heimischen Konsumenten im August im Vergleich zum Vormonat um 2,63 Punkte gesunken. „Mit einem aktuellen Wert von 98,65 weist es den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebungen im März 2019 auf.“

Der Wert sei August im Vergleich zum Vormonat also um 2,63 Punkte gesunken. Die Verbraucherstimmung sei damit nach einer stabilen Entwicklung im Juni und Juli zuletzt deutlich zurückgegangen. „Wichtigster Grund für diesen starken Rückgang der Verbraucherstimmung ist die pessimistische Konjunkturerwartung der Befragten. Diese liegt mehr als zehn Punkte unter dem Referenzwert von März 2019 und mehr als zwei Punkte unter dem Juli-Wert. Damit dürften die Verbraucher die eingetrübten Konjunkturprognosen der heimischen Forschungsinstitute teilen“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes.

Die Einkommenserwartung der befragten Personen liegt im August 2019 mit 98,60 um 1,4 Punkte unter dem Referenzwert vom Frühjahr, hat sich jedoch im Vergleich zum Vormonat kaum verändert. „Möglicherweise zeigt die Befürchtung eines baldigen Konjunkturabschwungs Wirkung und die Verbraucher senken daher ihre individuellen Einkommenserwartungen“, meint Will.

Die Einstufung des Preisniveaus (101,24) und damit die Inflationserwartungen der heimischen Konsumenten haben sich in den vergangenen sechs Monaten weitgehend konstant gezeigt. Einen deutlichen Rückgang hat hingegen die Anschaffungsneigung der Verbraucher gebracht. „Im Halbjahres-Vergleich verzeichnet der August mit 98,45 den mit Abstand niedrigsten Wert – allein im Vergleich zum Juli ergibt das ein beträchtliches Minus von 5,23 Punkten“, erläutert der Handelsverband GF.

Sparneigung gestiegen

Die Sparneigung der Befragten ist im August hingegen erstmals seit fünf Monaten wieder gestiegen, und zwar deutlich um 5,7 Punkte. „Es bleibt spannend, ob die Null-Zins-Politik der EZB in den kommenden Monaten wieder zu einer Senkung der Sparneigung führen wird“, sagt Will.

Fazit

„Mit diesem Instrument blicken wir monatlich für drei Monate in die Zukunft, um den österreichischen Händlern einen Kompass an die Hand zu geben, deren Geschäftsentwicklung präzise einschätzen und benchmarken zu können“, erklärt Rainer Will die Motivation zur Entwicklung des Handelsverband Konsumbarometers. Sein erstes Fazit: „Die Zeit des kräftigen Wirtschaftswachstums dürfte tatsächlich vorbei sein. Das kommende Quartal wird zeigen, ob die jüngste konjunkturelle Eintrübung nur eine kurzfristige, von externen Faktoren (Brexit, US-Handelskrieg mit China und Europa) hervorgerufene Schwächephase ist, oder ob sich eine ernsthaftere Krise ankündigt.

Die derzeitige Stimmung in der Euro-Zone (Vier-Jahres-Tief) spricht für letzteres. Dessen ungeachtet ist die schwächelnde Konjunktur für die heimischen Verbraucher noch wenig spürbar, der private Konsum hat sich zuletzt weitgehend stabil präsentiert.“

„Stationärer Handel braucht Entdiskriminierung“

Um den Handel als Rückgrat der Volkswirtschaft zu stärken sowie eine Belebung der Ortskerne und damit eine Absicherung der Nahversorgung auch in strukturschwächeren Regionen zu ermöglichen, fordert der Handelsverband zum einen eine „Entdiskriminierung des stationären Handels“ und zum anderen einen „New Digital Deal“, der vor allem die faire Besteuerung sämtlicher Marktteilnehmer sicherstellen muss.

Kommentare (3)

  1. Nichts als Schlagworte, aber es passiert seit Jahren, ja eigentlich seit Jahrzehnten nichts.

    Solange der ausländische Onlinehandel sich einen Deut um die österreichschen Gesetze scheren kann, wird es mit dem österreischen Handel bergabgehen. Und zwar sowohl stationär als auch online. Der lokale Multichannelansatz ist für die Würscht.

  2. Belebung der Ortskerne…..um zwanzig Jahre zu spät.Die kleinen Händler haben bei uns schon zugesperrt. Ende des Jahres gehen wir in Pension .Mein Betrieb wird auch nicht mehr weitergeführt ja leider zu spät. …!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.