Dienstag, 15. Oktober 2019
116.000 Tonnen Haushaltsgeräte & 2.300 Tonnen Batterien  gesammelt

Elektroaltgeräte: Österreich erfüllt Mindestsammelquote

Die Branche |Dominik Schebach | 18.09.2019| Bilder | |  
BGO und Vorsitzender des EAK-Aufsichtsrats, EAK-GF Elisabeth Giehser, Roland Ferth (Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus), Anton Kasser (Präsident der ARGE Ö. Abfallwirtschaftsverbände) präsentierten heute die Zahlen zur Sammlung von Elektroaltgeräten. BGO und Vorsitzender des EAK-Aufsichtsrats, EAK-GF Elisabeth Giehser, Roland Ferth (Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus), Anton Kasser (Präsident der ARGE Ö. Abfallwirtschaftsverbände) präsentierten heute die Zahlen zur Sammlung von Elektroaltgeräten. Mit 116.500 Tonnen an gesammelten Elektroaltgeräte sowie rund 2270 Tonnen Altbatterien wurden die EU-Vorgaben für Sammelquote 2018 erfüllt. Das gab heute die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EKA) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Umweltministerium sowie Branchenvertretern bekannt. Steigende Anforderungen bei der Sammelquote, illegale Exporte von Elektroschrott und die Folgen des Internethandels sorgen allerdings für immer schwierigere Rahmenbedingungen bei der Sammlung von Elektroaltgeräten.

„Mit der Sammlung von rund 116.500 Tonnen ausgedienter Elektrogeräte und 2.270 Tonnen leerer bzw. kaputter Gerätebatterien im Jahr 2018, erfüllt Österreich erneut die von der EU festgelegten Sammelquoten“, erklärte Roland Ferth, Abteilungsleiter für Abfallwirtschaftsplanung, Abfallbehandlung und Altlastensanierung im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT).

Einen leichten Zuwachs gab es bei der Sammelmasse für Haushaltsgeräte: Hier wurde 2018 um 1,25% mehr gesammelt als im Jahr davor. Bei den Gerätebatterien dagegen konnte eine Steigerung um7% erzielt werden. Seit dem Berechnungsjahr 2016 müssen alle EU Mitgliedsstaaten nicht nur im Bereich der Gerätealtbatterien, sondern auch im Bereich der Elektroaltgeräte eine Sammelquote von 45% erreichen. Trotz gestiegener Sammelmengen ist damit die Sammelquote im Vergleich zu 2017 bei den Elektroaltgeräten allerdings auf knapp 58% gesunken (nach 62,5% im Jahr 2017). Ab dem Berechnungsjahr 2019 wird die erforderliche Sammelquote für Elektroaltgeräte allerdings EU-weit von 45% auf 65% erhöht. „Das stellt für alle EU-Mitgliedsstaaten eine enorme Herausforderung dar – auch für Österreich“, problematisierte der Vertreter des Ministeriums. „Denn durch den wachsenden Marktinput bei Elektro- und Elektronikgeräten sowie bei Lithium-Batterien, deren durchschnittliche Nutzungsdauer circa sechs Jahre beträgt, wird es zunehmend schwieriger die Mindestsammelquoten zu erreichen“, betonte Ferth.

Herausforderung: Illegaler Export und Versandhandel

„Ebenfalls negativ auf die Sammelquoten wirkt sich natürlich der illegale Export von Elektroaltgeräten ins Ausland aus“, warnte Bundesgremialobmann Wolfgang Krejcik in seiner Funktion als EAK-Aufsichtsratsvorsitzender. „Durch illegale Exporte ins Ausland verlieren wir pro Kopf und Jahr zwischen ein und zwei Kilo Elektroaltgeräte. Grob geschätzt gehen Österreich damit 13% der Sammelmasse, samt der darin enthaltenen Wertstoffe, verloren.“

Als weitere große Herausforderung bezeichnete Krejcik auch den Versandhandel, der derzeit immerhin 15 bis 20% Marktanteil im Elektro- und Elektronikgerätebereich hält. „Obwohl die EAG-Verordnung vorschreibt, dass auch Firmen mit Sitz im Ausland verpflichtet sind, in Österreich verkaufte Geräte zu melden und Entsorgungsbeiträge dafür zu leisten, müssen wir annehmen, dass dies nicht lückenlos geschieht“, so Krejcik. Er forderte die Sicherstellung einer möglichst lückenlosen Meldung der in Verkehr gesetzten Massen an Elektrogeräten sowie Batterien/Akkus durch die teilnehmenden Hersteller und Importeure. „Um so genannte ‚einbeinige Trittbrettfahrer‘, also unvollständig meldende Teilnehmer, zu vermeiden, braucht es Transparenz und mehr Kontrolle als bisher. Denn nur so können wir korrekte Abläufe und faire Marktbedingungen ermöglichen“, betonte Krejcik.

Österreich unter den Top-Sammlern im EU-Länder-Ranking

Allerdings zeigen die Zahlen auch eine hohe Sammelbereitschaft der Bevölkerung. Damit liegt Österreich im oberen Drittel des EU-Rankings.  Die jährliche spezifischen Bundesländersammelmengen der Elektroaltgeräte je EinwohnerIn schwanken dabei zwischen 13,82 kg (Steiermark) und 6,48 (Wien), die der Gerätealtbatterien zwischen 0,46 kg und 0,09 kg. Die restlichen 15% wurden über den Handel oder direkte Abgabestellen von Herstellern gesammelt.

Dennoch wollen Ministerien, Abfallwirtschaft und EAK die Sammelbereitschaft weiter ankurbeln. „Vor allem bei der Gerätebatteriesammlung muss der Wissensstand der ÖsterreicherInnen über die richtige Handhabung von ausgedienten Batterien und Akkus noch stark verbessert werden“, erklärte Giehser. Sie wies darauf hin, dass nach wie vor Gerätealtbatterien/-akkus im Restmüll landen oder in den Schubladen der Haushalte gelagert werden. „Beides fügt nicht nur Mensch und Umwelt Schaden zu, sondern wirkt sich auch negativ auf die Sammelquote aus“, so Giehser.

Die 2018 sehr erfolgreich in Wien und Niederösterreich durchgeführten Schulprojekttage zum Thema „Lässig Sammeln statt uncool Wegwerfen“ werden deswegen demnächst auch in anderen Bundesländern durchgeführt.

Mach’s wie die Watt‘s – Alltagsgeschichten der Familie Watt

Neue Akzente in der Bewusstseinsarbeit sollen auch durch verstärkte Verbreitung gezielter Informationen über Social-Media-Kanäle erzielt werden. Um auch die jüngere Zielgruppe verstärkt zu erreichen, wurde ein Erklärvideo produziert, das zur Verhaltensänderung aufruft. Als Role-Model dient die „Familie Watt“, anhand deren Alltag die Thematik „was tun mit kaputten Elektrogeräten und Batterien“ in einfachen Bildern anschaulich und leicht verständlich dargestellt wird. „Mach’s wie die Watts“ zeigt, dass Ressourcenschonung für jeden ganz einfach ist.

Bilder
Die Familie Watt soll in Social Media Kanälen für die Bewusstseinsbildung sorgen.
Die Familie Watt soll in Social Media Kanälen für die Bewusstseinsbildung sorgen.

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