Dienstag, 15. Oktober 2019
Editor's ChoiceDer stv. Geschäftsführer des FEEI im E&W Interview

Manfred Müllner: „Business ohne Menschen funktioniert nicht”

Die Branche |Wolfgang Schalko | 18.09.2019 | |  
Manfred Müllner, stv. GF des FEEI, kennt nach fast 30 Jahren in der Interessensvertretung die Branche wie seine Westentasche – und ist optimistisch, weil‘s auch in Zukunft „menscheln” wird. Manfred Müllner, stv. GF des FEEI, kennt nach fast 30 Jahren in der Interessensvertretung die Branche wie seine Westentasche – und ist optimistisch, weil‘s auch in Zukunft „menscheln” wird. In seiner fast 30-jährigen Tätigkeit im FEEI kam Manfred Müllner immer wieder zu wichtigen Themen wie zB dem Messegeschehen zu Wort. Im aktuellen E&W Interview – zugleich die Coverstory der E&W 9/2019 – spricht der stv. GF des FEEI ausführlich über Zustand und Zukunft der Branche, das Wirken des Fachverbands und den Faktor Mensch.

Wie lässt sich die aktuelle Situation der Branche beschreiben?
Manfred Müllner: Die Elektrobranche kann positiv und optimistisch in die Zukunft blicken. Jeder Wirtschaftssektor ist permanent in Veränderung: Eine Technologie löst die andere ab und schafft wieder Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Als vor rund 20 Jahren die österreichischen Produktionswerke von Grundig und Philips mit mehreren tausend Mitarbeitern geschlossen wurden, hätte man die weitere Entwicklung der Elektro- und Elektronikindustrie sehr sorgenvoll betrachten können. Waren es damals 65.000 Beschäftigte, so verzeichnen wir aktuell aber 67.000 – also in etwa gleich viele. Das zeigt, dass die Branche den Wandel mitgemacht hat. Doch in keiner Wertschöpfungsstufe, von der Produktion über den Großhandel bis hin zu Gewerbe und Handel, lässt sich Dienstleistung, insbesondere menschliche Dienstleistung, durch Technik bzw Digitalisierung ersetzen. Die einzelnen Wertschöpfungsstufen der Elektro- und Elektronikindustrie haben in Zukunft sehr große Optionen, weil sie in allen – auch den großen politischen – Themen ein Lösungsanbieter sind, im B2B- ebenso wie im B2C-Bereich. Um etwas wie zB ein Smart Home zu implementieren, werden Händler und Elektrotechniker schwer zu ersetzen sein – aber die Art der Dienstleistung als solche wird sich ändern, und darauf müssen sich die Akteure über alle Wertschöpfungsstufen hinweg einstellen.

Worin bestanden die großen Veränderungen der letzten Jahre?
Darin, dass die Technologien des Internets die Digitalisierung exponentiell vorangetrieben haben, bishin zur heutigen Mobilität und dem Smartphone als ständigem Begleiter. Durch diese geänderte Umwelt ist jeder einzelne Akteur gefordert, seine bisherigen Geschäftsprozesse zu überdenken. Dazu kommt, dass der Konsument durch den 24/7-Zugang zur Information heute in einer Weise informiert ist, die es für den Elektrofachhändler oder -techniker zu einer ziemlichen Herausforderung macht, ihm auf Augenhöhe zu begegnen. Doch es ist unumgänglich, diesen veränderten Ansprüchen des Konsumenten zu genügen.

Geht damit nicht das Problem einher, dass der Konsument glaubt, ohnehin schon alles zu wissen?
Herstellerwebsites, Testberichte, Tutorials etc vermitteln dem Kunden den Eindruck, vermeintlich umfassendes Wissen über die Lösung oder das Produkt zu haben. Aber das kann weder ein Branchen- und Expertenwissen ersetzen, noch kann es den Mensch ersetzen. Wenn der Fachhändler bzw ein Mitarbeiter die nötige Fachkompetenz vermitteln kann, schafft das letzten Endes auch Vertrauen. Gleichzeitig besteht die Herausforderung für den Professionisten darin, diese Geschwindigkeit und Qualität der Information mit zu machen. Denn sollte der Kunde draufkommen dass er eigentlich besser informiert ist als das Verkaufspersonal im Geschäft, führt das zu einem Vertrauensverlust – und dann hat man das Problem.

Gelingt es dem Handel, diesen Anforderungen gerecht zu werden?
Ich glaube, dass der Handel sich dessen längst bewusst ist. Dennoch ist es herausfordernd, Fachkräfte überhaupt zu finden und diesen dann zu vermitteln, worum‘s geht: Nämlich dem Kunden näherzubringen, worin der Zusatznutzen besteht, wegen dem er das Produkt ausgerechnet hier kaufen soll. Dieser Nutzen kann zB ein erweitertes Dienstleistungsspektrum bei Service und Verfügbarkeit sein oder ein Problemlöser, der zum Kunden nachhause kommt. Auch dieses Thema betrifft alle Akteure: Jede einzelne Wertschöpfungsstufe muss sich bewusst werden, was ihre Dienstleistung konkret ist.

Anders als Händler haben Elektrotechniker den Vorteil, sich auf Normen und technische Regeln berufen zu können.
Schon, aber wenn das Vertrauen da ist, ist nicht unbedingt die Prüfnorm entscheidend, sondern dass der Händler verfügbar ist und sich um Lösungen bemüht – entweder selbst oder über einen Stellvertreter. Die großen Internetkonzerne sind nicht zuletzt deshalb so erfolgreich, da der Zeitfaktor, Verfügbarkeit und Berechenbarkeit mittlerweile so weit entwickelt sind, dass sich der Kunde sehr genau darauf einstellen kann, was wann wie kommt. Das führt zu entsprechender Kundenzufriedenheit. Wenn Elektrohändler entgegnen, dass sich das in dieser Form personal- und kostenmäßig nicht ausgeht, muss man darüber nachdenken, sich zu vernetzen, dh einen Verbund von Unternehmen aller Größenordnungen zu schaffen, der allen nützt. Denn heute reden wir nicht nur technologisch betrachtet von Vernetzung, sondern auch beim Erbringen von Dienstleistung.

Der FEEI ist eine Plattform für diverse Netzwerkpartner. Wie schwierig ist es, die unterschiedlichen Interessen zu vereinen?
Verschiedene Standpunkte unter einen Hut zu bekommen, ist unser Ziel und der Kern einer Interessensvertretung. Im kleinen österreichischen Markt gibt es viele Industriegruppen, Produzenten wie Importeuere, die berechtigte Interessen haben, sich aber aufgrund ihrer Gesamtbedeutung gemessen an den Umsätzen keine eigene Interessensvertretung mit Sachbearbeitung, Fachreferenten, Infrastruktur etc leisten können. Unter Nutzung der Synergien müssen wir unsere Dienstleistungen so günstig anbieten und gleichzeitig den Überblick behalten bzw Zusammenhänge herstellen können, dass sich daraus für die Unternehmen ein Vorteil ergibt. Wenn die Netzwerkpartner unterschiedliche Interessen haben, kann man diese unter einem Dach zusammenführen und versuchen, Kompromisse zu finden. Ich glaube, dass es dem Österreicher schon eigen ist, mit seiner Diplomatie, seinem Charme und seinem Schmäh sehr gut Kompromisse finden zu können. Vor diesem Hintergrund sind wir vor über 25 Jahren gestartet, sukzessive gewachsen und mittlerweile nicht nur national, sondern auch international sehr gut vernetzt, zB mit APPLiA, dem Europäischen Verband der Hersteller von Elektro-Haushaltsgeräten. Dadurch können wir uns einfacher Informationen beschaffen und rascher auf den Punkt kommen, weil die Wege kürzer sind.

Für den Elektrohandel haben die Foren eine besondere Bedeutung. Was lässt sich zu deren Entwicklung sagen?
Wir bewegen uns hier im freiwilligen Bereich, dh bei den Netzwerkpartnern gibt es keine Pflichtmitglieder. Wir als FEEI müssen also jedes Jahr so gut sein, sprich eine qualitativ so hohe Leistung erbringen, dass dies den Unternehmen ihren Mitgliedsbeitrag wert ist. Wie wir wissen, kann das Thema Kosten in den Konzernen eine ziemliche Herausforderung sein – der wir uns trotzdem jedes Jahr aufs Neue stellen. Somit bilden die Foren irgendwo auch die Veränderungen in den technischen Entwicklungen ab.
Das Forum Hausgeräte bildet bei uns die Speerspitze der Produktpalette und die Unternehmen sind voll und ganz dabei – nicht nur in der Interessensvertretung, sondern auch beim Marktauftritt nach außen hin. Mit bewusst-haushalten.at haben wir eine Online-Plattform geschaffen, wo die Hersteller umfassende Informationen markenneutral an den Konsumenten heranbringen. Das ist eine Erfolgsstory, die ich vor einigen Wochen bei unserem deutschen Schwesterverband ZVEI vorgestellt habe und die dort – bei den Muttergesellschaften unserer Mitglieder – sehr gut angekommen ist. Auch das Elektrokleingeräte-Forum ist eine Plattform, wo wir sehr gut zusammenarbeiten und diese Vernetzung zwischen internationalen Wünschen und nationalen Headquarters sehr gut funktioniert. Demgegenüber hat das frühere CE-Forum bzw die daraus hervorgegangene TV-Plattform – mit all den Veränderungen, die wir versucht haben zu erreichen – momentan eine schwierige Phase durchzustehen. Ich bin allerdings felsenfest davon überzeugt, dass gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine Interessensvertretung umso notwendiger ist als in Zeiten der Hochkonjunktur. Dazu kommt, dass die Politik Rahmenbedingungen in der Regel mit neutralen Ansprechpartnern verhandeln will.

Angesichts des schwierigen Marktumfelds hat die TV-Plattform genau die falsche Entwicklung genommen. Warum hat es nicht funktioniert?
Vielleicht wegen des harten Wettbewerbs, wo jeder subjektiv so wenig Komfortzone spürt, dass er das Heil mehr in seiner individuellen Lösung sucht als im Zusammenschluss mit Marktbegleitern. Nach dem erfolgreichen Vorbild der deutschen TV-Plattform ist es ja ursprünglich auch gelungen, verschiedene Player entlang der Wertschöpfungskette ins Boot zu holen, doch die haben das gemeinsame Ganze nicht gefunden und uns dann wieder verlassen. Das bedaure ich persönlich sehr, aber man muss das zur Kenntnis nehmen – wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Natürlich haben wir versucht, den Nutzen zu vermitteln, den wir als Interessensvertretung stiften. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist das Thema Messe: Hier haben wir eine Austausch- bzw Koordinierungsplattform, wie wir uns rund um die Elektrofachhandelstage aufstellen – und da wurde wirklich lange und intensiv um Details gerungen.

Die gefundene Lösung entspricht nun genau den veränderten Bedingungen und statt einer Riesenmesse in Wien oder Salzburg wurde mit dem Design Center Linz ein attraktiver Standort gefunden, der abbildet, was wir brauchen – nämlich die Kommunikation der Menschen miteinander. Aus Sicht eines Unternehmens ist es ja komplett easy, von der Reed Messe eingeladen zu werden, dort mitzumachen und auszustellen. Doch dass so eine Veranstaltung zustande kommt und auch nachhaltig in die Zukunft steuert, ist nicht allein der Erfolg des – in unserem Fall zum Glück sehr professionellen – Messeveranstalters. Vielmehr ist es das Ergebnis eines Meinungsbildungsprozesses, der über eine adäquate Plattform, wie wir sie im FEEI mit der Branchensprecherplattform haben, stattfindet.

Letztes Jahr waren die Elektrofachhandelstage ein überraschend großer Erfolg. Ist das Set-up der Messe in der aktuellen Form optimal?
Auch das Messewesen ist im Fluss und ich halte es für einen sehr großen Erfolg, dass wir die Elektrofachhandelstage in dieser Form jetzt haben. Denn die Zufriedenheit, die auf Ausstellerseite voriges Jahr festzustellen war und die letztlich auch der Handel, dh die Besucherseite, vermittelte, ist schon ein sehr positives Momentum. Die positive Stimmung wird sich heuer in gleicher Weise wiederfinden und sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Veränderung bedeutet Anpassung, dh man muss sich für diese neuen Bedingungen, die man vorfindet, so aufstellen, dass man in der Zukunft lebens- und wettbewerbsfähig ist. Ich glaube, mit dem Format, das wir jetzt haben, sind wir ziemlich wettbewerbsfähig. Der Händler weiß, wen er antreffen wird, hat sein Netzwerk vor Ort und kann sich Innovationen in den einzelnen Bereichen anschauen – durch die längerfristige Planung heuer sogar mit einigen Verbesserungen, zB bei der Parkplatzsituation oder längeren Auf- und Abbauzeiten, und daher wird sich der Erfolg wiederholen.

Österreich ohne Fachhandelsmesse wäre…?
Das möchte ich wiederum auf den Punkt zurückbringen: Business ohne Menschen funktioniert nicht – und die Messe ist auch ein Ausdruck, dass Menschen miteinander kommunizieren wollen.

Wo liegen momentan die thematischen Schwerpunkte des FEEI?
Uns beschäftigen die europäische Industriepolitik, der Fachkräftemangel und die Bildung insbesondere im MINT Bereich. Ein großer Themenkomplex ist derzeit natürlich 5G, Telekom-Infrastruktur und damit verbundene Anwendungen wie zB Industrie 4.0 – womit sich bei uns der Verein Industrie 4.0 Österreich auseinandersetzt, der aus Unternehmen, den Sozialpartnern und anderen Fachverbänden besteht. Daneben ist das Thema Gesundheit und 5G relevant – wenn zB wieder Schauermärchen erzählt werden, dass wegen der Strahlung der Sendemasten die Vögel tot vom Himmel fallen, gilt es Öffentlichkeitsarbeit zu machen und die Menschen zu beruhigen. Aus meiner Sicht ist DAB+, wo am 28. Mai der nationale Multiplex offiziell gestartet ist, eine Erfolgsgeschichte: Es wurden die Rahmenbedingungen für eine neue Technologie geschaffen und früher oder später werden alle Anbieter, auch der ORF, mitmachen. Wir als FEEI werden bei der Medienpolitik, die auch die neue Regierung vor Herausforderungen stellen wird – zB beim Thema österreichischer Content im Bereich Bewegtbild – weiterhin aktiv mitwirken.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Klima- und Energiestrategie, wo wir vor enormen Herausforderungen stehen, etwa beim nächstes Jahr auslaufenden Energieeffizienzgesetz (siehe Kasten rechts). Entscheidend ist hier, den Wertschöpfungsprozess der Politik gegenüber in einer verständlichen Art und Weise darzustellen. Denn zumeist steht eine Interessensvertretung in Konkurrenz zu Interessen anderer Branchen, daher ist unsere Zielrichtung hier, Hersteller, Lieferanten, Industrie, Großhandel, Elektrotechniker und -handel soweit zusammenzuschließen, dass sie eine für den Standort Österreich äußerst bedeutsame Prozess- und Wertschöpfungskette bilden. Die Bauwirtschaft hat es in der Vergangenheit viel besser geschafft als wir, sich als homogener Sektor zu präsentieren. Aber diesen Weg wollen wir beschreiten, denn inklusive metalltechnischer Industrie reden wir hier von knapp 300.000 Beschäftigten, somit sind wir echt ein Wirtschaftsfaktor! Genau daher ist diese enge Zusammenarbeit mit Industrie, Handel und Gewerbe ein Fixpunkt für uns, um die politischen Botschaften zu transportieren und nicht gegeneinander ausgespielt zu werden.

Ein gutes Beispiel wäre hier das Thema geplante Obsoleszenz, wo dem Handel, vor allem aber der Industrie stets der „Schwarze Peter” zugeschoben wurde.
Aus einer höheren Etage betrachtet dreht sich das Obsoleszenzthema um Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz und darum, wie wir langfristig mit unserem Planeten umgehen. Die Hersteller trifft ja keine Schuld, dass unser Wirtschaftssystem auf Wachstum, Ressourcenverbrauch sowie einer gewissen Externalisierung der Umweltkosten aufgebaut ist. Die Geschäftsmodelle basieren nach wie vor auf Economies of Scale und im harten, globalen Wettbewerb gestaltet jedes Unternehmen die Produkte in Hinblick auf verschiedene Preisschwellen – und Preisschwelle heißt Qualitätsschwelle. Der Konsument fragt mit dem, was er sich leisten will, das billigere oder das teurere Gerät nach – und diese Wahlfreiheit sollte ihm weiterhin offen stehen. Was geplante Obsoleszenz angeht: Markenhersteller investieren Millionen in die weltweite Markenpolitik und wenn deren Produkte gezielt genau nach Ablauf der Gewährleistung den Geist aufgeben würden, würden sie riskieren, dass der Konsument einfach die Marke wechselt – somit kann das kein Geschäftsmodell sein.

Man müsste also nicht die Spieler, sondern die Spielregeln hinterfragen…
Die aktuellen Rahmenbedingungen sind ja gut und schön, die Umsetzung der diversen Vorgaben erzeugt aber enormen Aufwand – gerade bei den Markenherstellern, die es sich eben nicht leisten können, es nicht zu tun. Wenn die Einhaltung jedoch nicht effizient überwacht wird, dann ist das ein effektiver Wettbewerbsnachteil für alle Markenhersteller und den Standort Europa. Derzeit sind wir von einer professionellen Marktüberwachung über ganz Europa mit ausreichenden Ressourcen bei der öffentlichen Verwaltung leider noch weit weg.

Es bräuchte ja neben der Kontrolle auch entsprechende Sanktionierung.
Hier ist ein wesentlicher Aspekt bei den rechtlichen Rahmenbedingungen, wo sich Bundesgremialobmann Wolfgang Krejcik seit vielen Jahren – und das aus meiner Sicht völlig zurecht – für den Handel in Österreich einsetzt, egal ob das Umsatzsteuer, Urheberrechts- oder Altgeräte-Abgaben sind: Die entsprechenden europäischen Rahmenrichtlinien sind national umzusetzen, allerdings werden derzeit nur all jene in Österreich „bestraft”, die Abgaben zu zahlen haben, während diejenigen, die direkt grenzüberschreitend importieren ohne jemals im System aufzuscheinen, zu Trittbrettfahrern in diesem System werden. Natürlich wird bereits versucht, den grenzüberschreitenden Handel mit Regelungen in den Griff zu bekommen, aber ich wage in Frage zu stellen, ob wir dabei schon am Ziel sind. Durch die Zunahme des grenzüberschreitenden Handels wird die schiefe Ebene für die Zahler hier im Land immer größer und alle, die hier ihre Niederlassung haben, erfahren dadurch einen extremen Nachteil. Da ist Krejcik – ich möchte nicht sagen Rufer in der Wüste – aber vehementer Kämpfer im Feld, und man kann ihn und den Handel nur weiter unterstützen.

Ist es Aufgabe des FEEI und seiner Partnerorganisationen, dafür auf europäischer Ebene Lösungen anzubieten?
Es gibt schon Ansätze, zB dass vom Importeur ein Bevollmächtigter genannt werden muss, der für Österreich verantwortlich ist und die Vorschriften zu erfüllen bzw die Gesetze umzusetzen hat. Aber da haben wir definitiv noch Luft nach oben.

Wo liegen die zukünftigen Herausforderungen für die Branche und den FEEI?
Darin – und das nicht nur für unsere Branche –, dem technologischen Wandel in Österreich so zu entsprechen, dass wir Beschäftigung am Standort sichern, weiterhin eine Bedeutung haben und unsere Wertschöpfung nachgefragt wird. Weiters natürlich die dafür notwendigen Menschen – Stichwort Fachkräftemangel – zu haben, über die einzelnen Wertschöpfungsstufen richtig vernetzt zu sein und die Rahmenbedingungen des kleinen, aber feinen Marktes Österreich so zu gestalten, dass es für Unternehmen attraktiv ist, einzusteigen bzw das Geschäft weiter zu betreiben.

Braucht es nicht geradezu visionäre Fähigkeiten, um heute schon zu wissen, welche Richtung die Entwicklung nehmen wird und was man in 10-15 Jahren benötigen könnte?
Wie zuvor erwähnt wird die allergrößte Herausforderung sein, dass man in einer vernetzten Welt auch vernetzt zusammenarbeitet. Das passiert im FEEI-Netzwerk auf Industrieebene, wird in Zukunft aber noch viel stärker und intensiver unsere Partner miteinbeziehen: Wo geht die Reise hin? Wie schätzen wir das ein? Wie die anderen? Welchen Platz können die Akteure dort finden? Jeder ist aufgerufen, sich an diesem Dialog zu beteiligen.

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