Dienstag, 15. Oktober 2019
„Eine breite Palette von Maßnahmen“

WKÖ unterstützt im Kampf gegen Bestellbetrug im WWW

Hintergrund |Stefanie Bruckbauer | 26.09.2019 | |  
Die Absicherung des eigenen Onlineshops essenziell. Denn Sicherheitslücken werden von Tätern schnell erkannt und gnadenlos ausgenutzt“, sagt die WKÖ, die Unternehmen mit einer „breiten Palette von Maßnahmen“ bei der Digitalisierung „mit ganz konkreter Hilfestellung“ zur Seite steht. (Bild: pepsprog/ pixelio.de) Die Absicherung des eigenen Onlineshops essenziell. Denn Sicherheitslücken werden von Tätern schnell erkannt und gnadenlos ausgenutzt“, sagt die WKÖ, die Unternehmen mit einer „breiten Palette von Maßnahmen“ bei der Digitalisierung „mit ganz konkreter Hilfestellung“ zur Seite steht. (Bild: pepsprog/ pixelio.de) „Neue Technologien sind der Schlüssel zum Erfolg für unsere Betriebe“, sagt die Wirtschaftskammer und unterstützt deshalb Unternehmen mit einer „breiten Palette von Maßnahmen“ bei der Digitalisierung „mit ganz konkreter Hilfestellung“.

Die von der Wirtschaftskammer angesprochene „breite Palette von Maßnahmen bei der Digitalisierung mit ganz konkreter Hilfestellung“ reicht vom Einstieg ins World Wild Web über den Start von E-Commerce-Aktivitäten bis zu Maßnahmen in Sachen IT-Sicherheit und Datenschutz. Derzeit startet etwa gerade die Neuauflage des Förderprogramms KMU DIGITAL, das die Wirtschaftskammer gemeinsam mit dem BMDW initiiert hat.

Als „WK-Leuchtturmprojekte für die Digitalisierung“ werden auch der E-Day, die größte E-Business-Veranstaltung der WKÖ, die digital.now-Roadshow, das Coachingprogramm #HANDELdigital (Nachfolger von „Handel goes WWW“) oder die Initiative IT-safe.at angeführt. Zudem setzt die Wirtschaftskammer laut eigenen Angaben auf die bewährte Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt unter anderem im Rahmen der Sicherheitskooperation „GEMEINSAM.SICHER mit der Wirtschaft“.

Neue Veranstaltungsreihe

Jetzt geht eine neue Veranstaltungsreihe an den Start. Der Titel: „Damit Ihre Rechnung nicht offen bleibt – Strategien gegen Bestellbetrug im Internet“. Träger sind die Bundessparte Handel gemeinsam mit dem Bundesgremium Versand- und Internethandel und das Bundeskriminalamt. Dabei informiert Claus-Peter Kahn, Leiter des Büros gegen Betrug, Fälschung und Wirtschaftskriminalität im Bundeskriminalamt, über die Tricks der Täter. Der Wiener Rechtsanwalt Stefan Adametz widmet sich rechtlichen Belangen, Vertreter der Wirtschaftskammer zeigen Möglichkeiten auf, sich als Webshopbetreiber „bestmöglich zu schützen“.

Mehr Aufmerksmakeit

„Das Thema verdient vermehrte Aufmerksamkeit“, sagt die WKÖ, denn: „Die relative Beliebtheit von Onlineshopping macht die Betreiber, die Systeme, aber auch die Nutzer zu Angriffszielen. Eine vorläufige Auswertung der erhobenen Anzeigen im ersten Halbjahr 2019 durch das Innenministerium zeigt einen (erneuten) Anstieg der Internetkriminalität, aufgegliedert in die drei Teilbereiche Internetbetrug, Cybercrime im engeren Sinn und sonstige Kriminalität im Internet.“

So hätten neun von zehn Onlinehändlern im deutschsprachigen Raum bereits Betrugsversuche erlebt. „Die dabei aufgewendete kriminelle Energie ist vielfältig: Da gibt es beispielsweise jemanden, der die Identität eines anderen stiehlt und unter falschem Namen eine Bestellung aufgibt. Andere wiederum ordern Waren, die sie nicht zu bezahlen vorhaben“, berichtet die WKÖ.

Webshop-Betreiber müssen vorsorgen

Webshop-Betreiber sollen, ja müssen vorsorgen“, appelliert Martin Sonntag, Obmann des Bundesgremiums des Versand-, Internet- und allgemeinen Handels in der Wirtschaftskammer Österreich, der die neue Roadshow „Damit Ihre Rechnung nicht offen bleibt – Strategien gegen Bestellbetrug im Internet“ mit entwickelt hat.

Claus-Peter Kahn, der Leiter des Büros gegen Betrug, Fälschung und Wirtschaftskriminalität im Bundeskriminalamt, hält fest: „Für Onlinehändler ist die Absicherung des eigenen Onlineshops essenziell. Denn Sicherheitslücken werden von Tätern schnell erkannt und gnadenlos ausgenutzt.“ Für Webshop-Betreiber sei es wichtig, die eigenen Abläufe – also etwa Bestellprozesse – zu kennen und mit Partnern Lösungen für mehr Sicherheit zu finden.

Eine Möglichkeit dafür sei: „In Österreich ist die Zahlungsoption ‚Kauf auf offene Rechnung‘ überaus beliebt. Dabei besteht aber immer auch das Risiko eines Zahlungsausfalles. Onlinehändler, die den ‚Kauf auf offene Rechnung‘ anbieten, sollten sich vor Geschäftsabschluss jedenfalls vergewissern, dass es den Kunden wirklich gibt, er zahlungsfähig ist und seine Zustelladresse stimmt“, sagt Onlinehandels-Branchensprecher Martin Sonntag. „Lieferung und Kauf auf Rechnung stellt für die Täter eine leichte Art dar an Waren zu gelangen. Wenn da keine Bonitätsprüfung erfolgt, ist das fast fahrlässig“, ergänzt Claus-Peter Kahn vom Bundeskriminalamt.

Darum hat das Bundesgremium Online- und Versandhandel mit einem Unternehmen, das sich auf Bonitätsauskünfte und Unternehmensinformationen spezialisiert hat, nämlich CRIF Österreich, für Mitgliedsbetriebe ein vergünstigtes Angebot ausgehandelt: Das e-PLUS Paket umfasst unter anderem Bonitätsbewertung und Forderungsmanagement mit der Möglichkeit, diese Informationen tagesaktuell rund um die Uhr abzurufen. „Das macht die Option ‚Kauf auf offene Rechnung‘ risikoärmer“, so Sonntag, der einlädt: „Interessenten wenden sich telefonisch unter 05 90 900 3003 oder per E-Mail an h18@wko.at an das Bundesgremium.“

Zur Roadshow

Auf ihrer Tour durch Österreich macht die Info-Veranstaltung „Damit Ihre Rechnung nicht offen bleibt – Strategien gegen Bestellbetrug im Internet“ am 7. Oktober in Linz, am 17.Oktober in Vorarlberg, am 21. Oktober in Innsbruck, am 22.Oktober in der Stadt Salzburg, am 29. Oktober in Graz, am 6. November in Klagenfurt sowie am 9. Jänner 2020 in Wien Station. Informationen zu den Stopps gibt es in der jeweiligen WKO-Landesparte Handel.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.