Mittwoch, 11. Dezember 2019
Hot!„Forderungen der Gewerkschaft überzogen und realitätsfremd“

Zwist schon vor den Kollektivvertragsverhandlungen

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 18.10.2019 | |  
Nächste Woche beginnen die Verhandlungen zum Handels-Kollektivvertrag. Die Arbeitgeberseite fordert mehr Augenmaß. „Die Gewerkschaftsforderungen sind realitätsfremd, Vorgangsweise befremdlich“, so WKÖ-Handelsobmann Buchmüller. (Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de) Nächste Woche beginnen die Verhandlungen zum Handels-Kollektivvertrag. Die Arbeitgeberseite fordert mehr Augenmaß. „Die Gewerkschaftsforderungen sind realitätsfremd, Vorgangsweise befremdlich“, so WKÖ-Handelsobmann Buchmüller. (Bild: Rainer Sturm/ pixelio.de) Am 22. Oktober 2019 beginnen die Verhandlungen zum Kollektivvertrag für mehr als 420.000 Angestellte im österreichischen Handel. Schon im Vorfeld hatte die Gewerkschaft einige Forderungen über die Medien „ausrichten“ lassen und Bundesspartenobmann Peter Buchmüller gefällt die Art und Weise gar nicht. Zudem seien die Forderungen überzogen und realitätsfremd.

Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich, sagt: „Ich bin irritiert über die Vorgangsweise der GPA-djp. Vor dem offiziellen Auftakt der KV-Verhandlungen monetäre Forderungen über die Medien auszurichten, ist unüblich. Dazu kommt, dass die Forderungen der Gewerkschaft überzogen und realitätsfremd sind.“

Kommenden Dienstag, den 22. Oktober 2019, beginnen die Verhandlungen zum Kollektivvertrag für mehr als 420.000 Angestellte im österreichischen Handel. Bereits im Vorfeld hatte die Gewerkschaft ihre Forderungen nach 100 Euro mehr für alle Handelsangestellten sowie nach drei zusätzlichen freien Tagen publik gemacht. „Das geht an der wirtschaftlichen Situation im österreichischen Handel komplett vorbei. Da braucht es mehr Augenmaß und Realitätssinn“, fordert Arbeitgeber-Chefverhandler Buchmüller von der Gewerkschaft.

„Sinn und Ziel von Verhandlungen ist es, einen für alle Beteiligten – die Mitarbeiter genauso wie die Arbeitgeber – fairen und tragbaren Kompromiss zu finden. Zu diesem Zweck setzt man sich ja an einen Tisch“, sagt Buchmüller, und: „Wir, die Arbeitgeberseite, hoffen auf ernsthafte, lösungsorientierte Gespräche. Dafür stehen wir! Das fordern wir aber auch von unseren Verhandlungspartnern ein.“

Ein weiteres nicht nachvollziehbares Vorgehen

Wie Buchmüller sagt, widerspricht ein weiteres, für die Bundessparte Handel nicht nachvollziehbares Vorgehen dem „sozialpartnerschaftlichen Spirit“. Verärgert sagt er:  „Gemeinsam haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Handel eine Reform der Öffnungszeiten-Zuschläge mit der Zielsetzung einer Vereinfachung vereinbart und dieses auch gemeinsam ausgearbeitet. Das Paket war fertig. Die Gewerkschaft hat es aber buchstäblich in letzter Minute gekippt. Dieses Vorgehen wirft die Frage auf, ob die Vertreter der Arbeitnehmer tatsächlich an einer Verbesserung und Vereinfachung des Handels-Kollektivvertrages interessiert sind.“

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.