Donnerstag, 9. Juli 2020
Editor's ChoiceBirnen-Hack in der Weihnachtszeit

Smarte Glühbirnen als Sicherheitsrisiko?

Über den Rand | Stefanie Bruckbauer | 24.10.2019 | |  
Amerikanische Forscher warnen vor IoT-Sicherheitsbedrohung in der Weihnachtszeit. (Bild: Andreas Hermsdorf/ pixelio.de) Amerikanische Forscher warnen vor IoT-Sicherheitsbedrohung in der Weihnachtszeit. (Bild: Andreas Hermsdorf/ pixelio.de) Die Haushalte der Österreicher werden zunehmend smart. Studien zufolge, nutzt bereits knapp jeder zweite Österreicher smarte Geräte im Haushalt. Die Sicherheit sollte man dabei allerdings nicht außer Acht lassen, denn: „Smarte Leuchtmittel stellen eine ernstzunehmende Bedrohung dar“, warnen Forscher der University of Texas San Antonio, laut denen Glühbirnen, die sich wie andere Geräte des Internet of Things (IoT) ins Heimnetzwerk integrieren lassen, gravierende Sicherheitslücken aufweisen, die Hacker leicht ausnutzen könnten.

Forscher einer amerikanischen Universität warnen vor einer IoT-Sicherheitsbedrohung in der Weihnachtszeit. Smarte Leuchtmittel könnten gehackt werden. Über die Infrarotlicht-Funktion zahlreicher Modelle würden Hacker Zugriff auf sensible User-Daten wie Texte und Bilder erhalten, die auf einem Computer gespeichert sind.

David Jacoby, Senior Security Researcher im Global Research & Analysis Team von Kaspersky, sagt im Gespräch mit Pressetext: „Die zunehmende Vernetzung im eigenen Heim ist ein klarer Trend. Das Problem dabei ist, dass Geräte, die im Internet hängen, auch angreifbar sind.“ Eine pauschale Einschätzung, welches Risiko von smarten Glühbirnen, Kühlschränken oder Fernsehern ausgehe, sei allerdings schwierig: „Es gibt einfach zu viele verschiedene Produkte und Hersteller“, so Jacoby. Die meisten dieser Geräte hätten aber eine Schwachstelle: „Sie lassen sich nicht updaten. Eine Update-Funktionalität ist essenziell, um Sicherheitslücken zu schließen. Hier sind auch die Hersteller gefordert.“

„Stellen Sie sich eine smarte Glühbirne einfach als einen weiteren Computer in Ihrem Haushalt vor“, so Murtuza Jadliwala, Leiter des Security, Privacy, Trust and Ethics in Computing Research Lab am Department of Computer Science der UTSA. Durch die hohe Verbreitung von IoT-Geräten würden sie auch immer interessanter für Hacker. „Ihre Glühbirne könnte über Infrarotlicht-Funktionen verfügen. Viele wissen aber nicht, dass sich dieses unsichtbare Wellenspektrum sehr leicht kontrollieren und missbrauchen lässt“, so Jadliwala weiter.

„Datenspionage per Infrarotlicht“

Einige smarte Glühbirnen wählen sich ins Heimnetzwerk ein, ohne dafür auf einen Smart Home Hub (eine zentrale Schnittstelle, über die IoT-Geräte kommunizieren) angewiesen zu sein, wie Jadliwala weiter ausführt. „Wenn dieselben Leuchtmittel auch noch mit Infrarotlicht funktionieren, können Hacker über dieses unsichtbare Licht Daten stehlen oder in anderen IoT-Geräten herumspionieren, die mit dem Netzwerk verbunden sind. Der Nutzer bekommt davon nichts mit, weil die Hacker-Befehle nur im Netzwerk des Users auftauchen und nicht im Internet“, erläutert Jadliwala.

Der UTSA-Forscher rät dazu, nur solche smarten Glühbirnen zu kaufen, die per Smart Home Hub ins Heimnetzwerk integriert werden. „Eine andere kostengünstige Lösung wäre es auch, sich zu Hause ein zweites Netzwerk für seine IoT-Geräte einzurichten, damit diese nicht frei im öffentlichen Web hängen. Bei diesem sollte man dann besonders strenge Sicherheitseinstellungen wählen, um die Gefahr von Datenspionage zu reduzieren“, zitiert Pressetext Jacoby.

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